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Organigramm – Definition, Typen & Praxis-Tipps für HR

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Organigramm – Definition, Typen & Praxis-Tipps für HR
Organigramm – Definition, Typen & Praxis-Tipps für HR

Ein Organigramm ist eine grafische Darstellung der Struktur eines Unternehmens – es zeigt, wer wem unterstellt ist, wie Abteilungen aufgebaut sind und wie Entscheidungswege verlaufen. HR-Verantwortliche nutzen es für Transparenz, Onboarding und Personalplanung. Je nach Unternehmensstruktur eignen sich unterschiedliche Typen: von der klassischen Linienorganisation bis zur modernen Matrixorganisation.

Was ist ein Organigramm? Definition

Ein Organigramm (zusammengesetzt aus dem griechischen organon = Werkzeug und gramma = Schrift/Zeichen) ist eine visuelle Darstellung der formalen Struktur einer Organisation. Es zeigt auf einen Blick, welche Stellen und Abteilungen es gibt, wie sie zueinander in Beziehung stehen und wer wem berichtet – also die sogenannten Reporting-Linien (die direkte Beziehung zwischen Mitarbeiter:in und Vorgesetzter:m, im Diagramm durch Linien dargestellt).

Vom Stellenplan unterscheidet sich das Organigramm grundlegend: Während der Stellenplan alle geplanten und besetzten Stellen tabellarisch auflistet (inklusive Vollzeit-Äquivalente, Vergütungsgruppen etc.), visualisiert das Organigramm die Hierarchie und Kommunikationswege – beide Dokumente ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht gegenseitig.

Laut klassischer Organisationslehre (vgl. Schreyögg & Geiger, 2016) ist das Organigramm eines der grundlegenden Instrumente zur Dokumentation und Kommunikation von Organisationsstrukturen.

Wozu dient ein Organigramm?

Transparenz und Kommunikation im Unternehmen

Ein gut gepflegtes Organigramm schafft Klarheit: Mitarbeiter:innen wissen, an wen sie sich mit welchen Anliegen wenden sollen, und Führungskräfte können Entscheidungswege und Verantwortlichkeiten eindeutig kommunizieren. Besonders in wachsenden Unternehmen, in denen sich Strukturen häufig ändern, ist diese Transparenz essenziell.

Onboarding: Orientierung für neue Mitarbeiter:innen

Für neue Kolleg:innen ist das Organigramm ein unverzichtbares Orientierungswerkzeug. Es beantwortet grundlegende Fragen wie: Wer ist meine direkte Vorgesetzte? Welche Abteilungen gibt es? Wer ist Ansprechpartner:in für Themen wie IT, HR oder Recht? Ein aktuelles Organigramm reduziert die Einarbeitungszeit spürbar und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl vom ersten Tag an.

Personalplanung und Stellenbesetzung

Im HR-Kontext ist das Organigramm ein strategisches Planungsinstrument. Es hilft dabei, offene Stellen im Gesamtgefüge zu verorten, Nachfolgeplanungen zu visualisieren und Engpässe in der Organisationsstruktur frühzeitig zu erkennen. Wer eine neue Stelle besetzen möchte, kann mithilfe des Organigramms schnell einordnen, in welche Berichtsstruktur die Person eingebunden sein wird – und welche Anforderungen daraus folgen. Mehr dazu im Artikel über Interne Personalbeschaffung.

Welche Typen von Organigrammen gibt es?

Die Organisationslehre unterscheidet mehrere grundlegende Strukturtypen (vgl. Bea & Göbel, 2019; Mintzberg, 1979):

Linienorganisation

Die einfachste und älteste Form: Jede:r Mitarbeiter:in hat genau eine:n direkte:n Vorgesetzte:n. Entscheidungen laufen klar von oben nach unten. Diese Struktur ist übersichtlich und gut geeignet für kleine und mittlere Unternehmen mit stabilen Prozessen. Nachteil: Wenig Flexibilität, lange Entscheidungswege bei größeren Organisationen.

Stab-Linien-Organisation

Hier ergänzt eine Stabsstelle (eine Stelle, die keine direkte Linienfunktion hat, sondern beratend tätig ist – z.B. Rechtsabteilung, Controlling, Unternehmenskommunikation) die klassische Hierarchie. Stabsstellen haben keine Weisungsbefugnis, liefern aber Fachwissen zur Unterstützung der Linie. Diese Form ist in mittelständischen Unternehmen weit verbreitet.

Matrixorganisation

Bei der Matrixorganisation haben Mitarbeiter:innen zwei Vorgesetzte: typischerweise eine:n Abteilungsleiter:in (funktional) und eine:n Projektleiter:in (projektbezogen). Diese Doppelunterstellung ermöglicht hohe Flexibilität und fördert fachübergreifende Zusammenarbeit – bringt aber auch potenzielle Konflikte und Unklarheiten mit sich, wenn Prioritäten kollidieren. Typisch in größeren, projektorientierten Unternehmen.

Spartenorganisation

Unternehmen sind hier nicht nach Funktionen (z.B. Marketing, Vertrieb, HR), sondern nach Produkten, Regionen oder Märkten organisiert. Jede Sparte agiert weitgehend eigenständig – mit eigenen Ressourcen und Verantwortlichkeiten. Diese Struktur eignet sich für diversifizierte Konzerne mit heterogenem Produktportfolio.

Flache und agile Strukturen

Moderne, agile Unternehmen setzen zunehmend auf flache Hierarchien mit wenigen Ebenen und hoher Eigenverantwortung der Mitarbeiter:innen. Organigramme sehen hier oft weniger wie klassische Pyramiden aus, sondern ähneln vernetzten Strukturen oder Kreisen. Relevante Konzepte wie Cultural Fit gewinnen in solchen Strukturen besonders an Bedeutung, da kulturelle Passung wichtiger wird als formale Hierarchiekonformität.

Organigramm erstellen: Schritt für Schritt

Schritt 1: Strukturen definieren und Stellen erfassen

Bevor du ein Tool öffnest, kläre die inhaltliche Grundlage: Wie viele Hierarchieebenen gibt es? Welche Abteilungen existieren? Wer berichtet an wen? Stimme dies mit Führungskräften ab und nutze deinen Stellenplan als Ausgangsbasis.

Schritt 2: Das richtige Tool wählen

Die Wahl des Tools hängt von Unternehmensgröße, Budget und gewünschter Aktualität ab:

  • Lucidchart: Spezialisiertes Diagramm-Tool mit vielen Organigramm-Vorlagen, kollaborativ nutzbar, cloudbasiert
  • Miro: Gut geeignet für Remote-Teams, intuitiv und flexibel, auch für agile Strukturen
  • Microsoft Visio: Professionell und leistungsstark, gut in Microsoft-365-Umgebungen integriert
  • PowerPoint / Excel: Für kleine Unternehmen oder einfache Strukturen ausreichend – weniger aufwendig in der Erstellung, aber schwerer zu pflegen
  • HR-Software (z.B. Personio, BambooHR): Organigramme werden automatisch aus Personaldaten generiert und aktualisieren sich bei Änderungen selbst – die komfortabelste Lösung für wachsende Unternehmen

Schritt 3: Aufbauen und validieren

Beginne mit der Geschäftsführung oder dem Vorstand (Top-Down-Ansatz) und arbeite dich durch die Ebenen. Lass das fertige Organigramm von Führungskräften prüfen, bevor du es veröffentlichst.

Organigramm aktuell halten: Best Practices

Ein veraltetes Organigramm ist schlimmer als keines – es erzeugt Verwirrung und Vertrauensverlust. Folgende Praktiken helfen dir, die Aktualität zu sichern:

  • Trigger-basierte Aktualisierung: Jedes Mal, wenn eine Stelle neu besetzt wird, jemand das Unternehmen verlässt oder eine Restrukturierung stattfindet, wird das Organigramm sofort angepasst.
  • Halbjährliches Review: Auch ohne größere Änderungen empfiehlt sich ein regelmäßiger Check – idealerweise verankert im HR-Kalender.
  • Digitale Tools mit Datenanbindung: HR-Software, die Organigramme automatisch aus dem Personalsystem generiert, löst das Pflegeproblem strukturell.
  • Remote und Hybrid als Herausforderung: In hybriden Arbeitsmodellen wechseln Teams und Zuständigkeiten häufiger. Digitale, cloudbasierte Organigramm-Tools sind hier besonders wertvoll, da alle Beteiligten jederzeit auf die aktuelle Version zugreifen können.

DSGVO-Hinweis: Enthält dein Organigramm Namen, Fotos oder andere personenbezogene Daten, handelt es sich um die Verarbeitung personenbezogener Daten im Sinne der DSGVO. Für die interne Nutzung ist dies in der Regel unproblematisch – bei externer Veröffentlichung (z.B. auf der Unternehmenswebsite) solltest du die Einwilligung der betroffenen Personen einholen oder eine rechtliche Prüfung vornehmen lassen.

Häufige Fragen zum Organigramm

Was ist ein Organigramm?

Ein Organigramm ist eine grafische Darstellung der Organisationsstruktur eines Unternehmens. Es zeigt Hierarchien, Berichtslinien und Abteilungsstrukturen auf einen Blick. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen organon (Werkzeug) und gramma (Schrift/Zeichen) zusammen.

Welche Arten von Organigrammen gibt es?

Die wichtigsten Typen sind: Linienorganisation (klare Hierarchie, eine:n Vorgesetzte:n pro Person), Stab-Linien-Organisation (Linienhierarchie ergänzt durch beratende Stabsstellen), Matrixorganisation (Doppelunterstellung: Abteilung + Projekt), Spartenorganisation (gegliedert nach Produkten, Regionen oder Märkten) sowie flache und agile Strukturen mit wenigen Hierarchieebenen.

Was ist der Unterschied zwischen Organigramm und Stellenplan?

Das Organigramm visualisiert Strukturen und Berichtslinien – es zeigt, wer wem unterstellt ist. Der Stellenplan hingegen listet alle geplanten und besetzten Stellen tabellarisch auf, inklusive Angaben wie Vollzeitäquivalente oder Vergütungsgruppen. Beide Dokumente ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht gegenseitig.

Wie erstelle ich ein Organigramm?

Definiere zunächst Hierarchieebenen und Abteilungen. Erfasse alle relevanten Stellen und Berichtslinien. Wähle dann ein geeignetes Tool (z.B. Lucidchart, Miro, Visio oder deine HR-Software). Baue das Organigramm Top-Down auf und lass es von Führungskräften prüfen, bevor du es veröffentlichst.

Welches Tool eignet sich für die Erstellung?

Das hängt von Unternehmensgröße und Anforderungen ab. Für kleine Unternehmen reicht oft PowerPoint oder Excel. Wachsende Unternehmen profitieren von spezialisierten Tools wie Lucidchart oder Miro. Die komfortabelste Lösung: HR-Software wie Personio oder BambooHR, die Organigramme automatisch aus Personaldaten generiert.

Wie oft sollte ein Organigramm aktualisiert werden?

Bei jedem relevanten Personalwechsel oder jeder Restrukturierung sofort. Zusätzlich empfiehlt sich ein halbjährliches Review. In schnell wachsenden Unternehmen oder bei häufigen Personalveränderungen ist eine Anbindung an die HR-Software sinnvoll, die automatisch aktualisiert.

Ab welcher Unternehmensgröße ist ein Organigramm sinnvoll?

Spätestens ab 10–15 Mitarbeiter:innen ist ein Organigramm empfehlenswert. Ab etwa 50 Personen ist es nahezu unverzichtbar, um Orientierung und Transparenz zu gewährleisten. Aber auch Start-ups mit flachen Strukturen profitieren davon, ihre Organisation zumindest in einer einfachen Grafik festzuhalten.

Darf ein Organigramm mit Namen veröffentlicht werden?

Namen sind personenbezogene Daten und fallen damit unter die DSGVO. Für die interne Nutzung ist dies in der Regel unproblematisch. Bei der externen Veröffentlichung – etwa auf der Unternehmenswebsite – empfiehlt sich die Einwilligung der betroffenen Personen. Im Zweifel lohnt eine rechtliche Prüfung.

Fazit

Ein Organigramm ist weit mehr als eine Grafik – es ist ein strategisches Werkzeug für Transparenz, Kommunikation und Personalplanung. Ob Linienorganisation, Matrixstruktur oder agiles Netzwerk: Der richtige Typ hängt von der Unternehmensgröße, der Branche und der gelebten Kultur ab. Entscheidend ist, dass das Organigramm aktuell gehalten und allen Mitarbeiter:innen zugänglich gemacht wird – gerade in hybriden Arbeitsumgebungen ist das kein Nice-to-have, sondern eine Grundvoraussetzung für reibungslose Zusammenarbeit.

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Quellen

  • Bea, F.X. & Göbel, E.: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Schäffer-Poeschel Verlag, 2019.
  • Schreyögg, G. & Geiger, D.: Organisation. Grundlagen moderner Organisationsgestaltung. 6. Auflage. Springer Gabler, 2016.
  • Mintzberg, Henry: The Structuring of Organizations. Prentice Hall, 1979.
  • Personio GmbH: HR-Lexikon – Organigramm, 2024. https://www.personio.de/hr-lexikon/organigramm/
  • Lucidchart: Was ist ein Organigramm?, 2024. https://www.lucidchart.com/pages/de/organigramm

Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Rund 1 Mio. digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 200 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • 3x mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
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