Du hast eine Einladung zum Online Vorstellungsgespräch erhalten – Glückwunsch, die erste Hürde ist geschafft! Doch jetzt stellen sich neue Fragen: Wie bereite ich mich technisch vor? Welcher Hintergrund wirkt professionell? Und kann ich per Video überhaupt genauso überzeugen wie im persönlichen Gespräch?
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung meisterst du jedes Video-Interview souverän. Aktuelle Studien zeigen, dass Online-Vorstellungsgespräche mittlerweile zum festen Bestandteil des Recruiting-Prozesses geworden sind. Laut einer Studie von StepStone und dem Bundesverband der Personalmanager (BPM) führen 60% der Recruiter auch nach der Pandemie regelmäßig Live-Video-Interviews durch. Und 56% erwarten, dass digitale Instrumente im Recruiting weiter zunehmen werden.
In diesem umfassenden Ratgeber erfährst du alles, was du für ein erfolgreiches Online Vorstellungsgespräch wissen musst – aus Bewerber:innen- und HR-Perspektive. Du lernst, wie du dich optimal vorbereitest, welche typischen Fehler du vermeiden solltest und wie Unternehmen Video-Interviews mit objektiven Auswahlverfahren kombinieren können.
Was ist ein Online Vorstellungsgespräch?
Ein Online Vorstellungsgespräch ist ein Bewerbungsgespräch, das per Videochat über das Internet geführt wird – statt im Büro des Unternehmens. Dabei sitzen sich Bewerber:in und Recruiter:in virtuell gegenüber und führen ein Gespräch in Echtzeit.
Live-Interview vs. zeitversetztes Interview vs. Video-Pitch
Nicht jedes Video-Interview läuft gleich ab. Es gibt drei verschiedene Formate, die du kennen solltest:
Live-Video-Interview: Das klassische Format, das dem persönlichen Vorstellungsgespräch am nächsten kommt. Du und deine Gesprächspartner:innen sind gleichzeitig online, führen ein Gespräch in Echtzeit und können direkt aufeinander reagieren. Dieses Format wird am häufigsten eingesetzt.
Zeitversetztes Interview (Asynchronous Video Interview): Bei diesem Format erhältst du voraufgezeichnete Fragen, die du per Video beantwortest – ohne Live-Gegenüber. Du hast pro Frage eine bestimmte Antwortzeit (meist 1-3 Minuten). Die Videos werden später von HR-Verantwortlichen ausgewertet. Dieses Format wird oft für die Vorauswahl bei vielen Bewerbungen genutzt.
Video-Pitch: Eine 30-60-sekündige Selbstpräsentation per Video, die oft das klassische Motivationsschreiben ersetzt. Hier musst du dich kurz und überzeugend präsentieren – eine echte Herausforderung, die intensive Vorbereitung erfordert.
Welche Tools werden verwendet?
Die meisten Unternehmen setzen auf etablierte Videokonferenz-Tools:
In der Regel erhältst du einen individuellen Link, über den du am Gespräch teilnehmen kannst – ohne Software installieren zu müssen.
Warum setzen Unternehmen auf Video-Interviews?
Die Digitalisierung im Recruiting hat durch die Corona-Pandemie einen enormen Schub erhalten. Laut einer Umfrage von e-fellows.net haben über 80% der deutschen Unternehmen während der Pandemie auf Video-Interviews umgestellt. Doch auch danach ist das Format geblieben – aus guten Gründen.
Vorteile für Unternehmen und Bewerber:innen
Für Unternehmen:
- Kosteneinsparung bei Reisekosten für Bewerber:innen
- Schnellere Prozesse und kürzere Time-to-Hire
- Größerer Bewerber:innen-Pool durch ortsunabhängige Gespräche
- Internationale Rekrutierung ohne Reiseaufwand
- Moderne Arbeitgebermarke signalisieren
Für Bewerber:innen:
- Keine Anreisekosten und -zeit
- Gespräch in vertrauter Umgebung (weniger Nervosität)
- Flexiblere Terminvereinbarung
- Möglichkeit, Notizen bereitzulegen
Grenzen von Video-Interviews: Was sie nicht können
Eine qualitative Studie der DHBW Heilbronn bringt es auf den Punkt: "Das Video-Interview kann 80% von einem persönlichen Gespräch leisten." Die restlichen 20% betreffen vor allem den sogenannten "Cultural Fit" – also die Frage, ob die Chemie zwischen Bewerber:in und Team stimmt.
Eine Umfrage von softgarden unter HR-Verantwortlichen bestätigt dies: Fast 98% konnten Arbeitsinhalte und -bedingungen gut per Videokonferenz klären. Schwieriger ist es jedoch, zu beurteilen, ob die Chemie zwischen Bewerber:in und Team stimmt.
Weitere Einschränkungen:
- Nonverbale Signale sind schwerer zu lesen
- Spontaner Smalltalk entfällt oft
- Bewerber:innen erhalten keinen Einblick ins Büro und potenzielle Kolleg:innen
- Technische Probleme können den Eindruck verzerren
Vorbereitung auf das Online Vorstellungsgespräch
Die Vorbereitung auf ein Video-Interview umfasst drei Bereiche: inhaltlich, technisch und räumlich. Alle drei sind gleich wichtig.
Inhaltliche Vorbereitung
Hier unterscheidet sich das Online Vorstellungsgespräch kaum vom persönlichen Gespräch:
- Unternehmen recherchieren: Website, News, Social Media, Unternehmenskultur
- Stelle verstehen: Welche Anforderungen werden gestellt? Welche Kompetenzen sind gefragt?
- Eigene Stärken kennen: Warum bist du die richtige Person für diese Position?
- Typische Fragen vorbereiten: "Erzählen Sie von sich", "Warum dieses Unternehmen?", "Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?"
- Eigene Fragen notieren: Zeigt Interesse und Vorbereitung
Technische Vorbereitung
Die technische Seite ist beim Online-Interview besonders wichtig – und gleichzeitig die größte Fehlerquelle.
Checkliste Technik:
- Kamera und Mikrofon testen (mindestens einen Tag vorher)
- Internetverbindung prüfen (idealerweise per LAN-Kabel, nicht nur WLAN)
- Software installieren und Nutzerkonto anlegen (falls erforderlich)
- Seriösen Profilnamen und professionelles Profilbild verwenden
- Backup-Plan haben (Telefonnummer für Notfall bereithalten)
Tipp: Führe einen Testlauf mit einer Freundin oder einem Freund durch – idealerweise mit der gleichen Software, die im echten Gespräch verwendet wird.
Umgebung und Hintergrund
Dein Hintergrund sagt mehr über dich aus, als du vielleicht denkst. Achte auf:
Der ideale Hintergrund:
- Neutral und aufgeräumt (am besten eine einfarbige Wand)
- Keine ablenkenden Elemente (Poster, offene Regale, Wäscheständer)
- Vermeide virtuelle Hintergründe – sie wirken oft unprofessionell und können technische Probleme verursachen
Beleuchtung:
- Lichtquelle von vorne (Fenster oder Lampe)
- Keine Gegenlichtquelle hinter dir (dein Gesicht wäre dann dunkel)
- Ein Ringlicht kann helfen, gleichmäßige Beleuchtung zu erzeugen
Ruhe:
- Informiere Mitbewohner:innen, Familie oder WG über den Termin
- Haustiere in einem anderen Raum
- Klingel stumm schalten
- Handy auf lautlos
Dresscode: Was ziehe ich beim Video-Interview an?
Auch wenn nur dein Oberkörper sichtbar ist: Kleide dich vollständig professionell. Das hat zwei Gründe:
- Psychologischer Effekt: Wer komplett Business-Kleidung trägt, tritt selbstbewusster auf
- Sicherheit: Falls du spontan aufstehen musst, gibt es keine peinlichen Überraschungen
Empfehlungen:
- Wähle Kleidung, die du auch im persönlichen Gespräch tragen würdest
- Vermeide auffällige Muster und Karos (können auf der Kamera flimmern)
- Verzichte auf grelle Farben
- Orientiere dich am Dresscode des Unternehmens (Website, LinkedIn, Social Media)
Ablauf eines Video-Interviews
Typischer Gesprächsablauf
Der Ablauf ähnelt dem persönlichen Vorstellungsgespräch:
- Technik-Check: "Können Sie mich gut hören und sehen?"
- Begrüßung und Smalltalk: Oft kürzer als vor Ort
- Vorstellungsrunde: Wer sind die Gesprächspartner:innen?
- Deine Selbstpräsentation: "Erzählen Sie etwas über sich"
- Fachliche Fragen: Zu deiner Erfahrung, Qualifikation, Motivation
- Deine Fragen: Zeige Interesse und Vorbereitung
- Ausblick: Wie geht es weiter?
- Verabschiedung
Blickkontakt, Körpersprache und Mimik vor der Kamera
Die größte Herausforderung im Video-Interview: der Blickkontakt. Unser natürlicher Impuls ist es, auf das Gesicht des Gegenübers zu schauen – also auf den Bildschirm. Doch für dein Gegenüber wirkt es dann so, als würdest du woanders hinschauen.
Die Lösung:
- Schau während des Sprechens direkt in die Kamera
- Platziere das Videofenster deines Gegenübers so nah wie möglich an der Kamera
- Schalte die Selbstansicht aus – so vermeidest du, dich ständig selbst zu beobachten
Körpersprache:
- Aufrechte Haltung, gerader Rücken
- Hände auf dem Tisch sichtbar (nicht versteckt)
- Nicht zu nah und nicht zu weit von der Kamera entfernt
- Gelegentliches Nicken zeigt Aufmerksamkeit
Stimme und Sprache:
- Sprich langsamer und deutlicher als gewohnt (Technik kann Ton verzerren)
- Lass dein Gegenüber ausreden – durch Zeitverzögerung kann es sonst zu Überschneidungen kommen
- Kurze, klare Sätze sind besser als lange Schachtelsätze
Do's und Don'ts im Online Vorstellungsgespräch
Die 10 wichtigsten Tipps für Bewerber:innen
- Technik testen: Mindestens einen Tag vorher Kamera, Mikrofon und Verbindung prüfen
- Früh einloggen: 10-15 Minuten vor dem Termin bereit sein
- Professioneller Hintergrund: Neutral, aufgeräumt, keine Ablenkungen
- Vollständig kleiden: Auch die Hose sollte Business-tauglich sein
- In die Kamera schauen: Nicht auf den Bildschirm
- Langsam sprechen: Technik verursacht Verzögerungen
- Notizen bereithalten: Spickzettel am Bildschirmrand sind erlaubt
- Aktiv zuhören: Nicken, kurze Bestätigungen geben
- Fragen stellen: Zeigt Interesse und Vorbereitung
- Verbindlich abschließen: "Vielen Dank für das Gespräch. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung."
Die häufigsten Fehler vermeiden
- Technik nicht getestet: Verbindungsabbrüche und Tonprobleme wirken unprofessionell
- Unpassende Umgebung: Unordnung im Hintergrund, schlechte Beleuchtung
- Auf den Bildschirm schauen: Statt in die Kamera – wirkt wie fehlender Blickkontakt
- Zu schnell sprechen: Durch Nervosität und Zeitverzögerung gehen Informationen verloren
- Nicht vorbereitet auf Fragen: Inhaltliche Vorbereitung ist genauso wichtig wie technische
- Störungen: Klingel, Haustiere, Mitbewohner:innen
Was tun bei technischen Problemen?
Technische Probleme können jeden treffen – wichtig ist, wie du damit umgehst:
- Ruhe bewahren: Panik macht es schlimmer
- Sofort kommunizieren: "Entschuldigung, ich habe gerade ein technisches Problem"
- Backup nutzen: Telefonnummer für Rückruf bereithalten
- Flexibel sein: Angebot machen, das Gespräch per Telefon fortzusetzen oder neu zu terminieren
Ein souveräner Umgang mit technischen Schwierigkeiten kann sogar positiv wirken – er zeigt Problemlösungskompetenz.
Online Vorstellungsgespräch aus HR-Perspektive
Nicht nur Bewerber:innen stehen vor Herausforderungen – auch HR-Verantwortliche müssen Video-Interviews professionell gestalten.
Best Practices für Recruiter
- Strukturierte Interviews führen: Standardisierte Fragen für alle Kandidat:innen erhöhen die Vergleichbarkeit. Laut einer Meta-Analyse von Schmidt und Hunter (1998) haben strukturierte Interviews eine deutlich höhere Validität (r=.51) als unstrukturierte Gespräche (r=.38).
- Mehrere Personen einbeziehen: Reduziert subjektive Eindrücke
- Notizen machen: Dokumentiere Eindrücke systematisch
- Technische Hürden minimieren: Einfache Tools, klare Anweisungen vorab
- Candidate Experience beachten: Freundliche Atmosphäre, pünktlicher Start, klare Kommunikation
Unconscious Bias auch im Video-Interview
Ein verbreiteter Irrglaube: Im digitalen Setting wäre Bias weniger relevant. Doch Unconscious Bias wirkt auch online – teilweise sogar verstärkt.
Faktoren, die Bias im Video-Interview verstärken können:
- Hintergrund und Umgebung: Ein professionelles Homeoffice wird anders bewertet als ein WG-Zimmer
- Technische Qualität: Schlechte Kamera oder Beleuchtung kann negative Assoziationen wecken
- Nonverbale Signale: Durch eingeschränkte Sichtbarkeit werden einzelne Merkmale überbewertet
Um diese Verzerrungen zu reduzieren, sollten Video-Interviews mit objektiven Auswahlverfahren kombiniert werden.
Objektive Auswahl: Video-Interviews optimal ergänzen
Warum Video-Interviews allein nicht ausreichen
Video-Interviews liefern wertvolle Eindrücke – aber sie sind subjektiv. Der erste Eindruck, Sympathie und Ähnlichkeit beeinflussen die Bewertung oft stärker als tatsächliche Kompetenzen.
Die Forschung ist eindeutig: Wissenschaftlich validierte Eignungstests erreichen eine Validität von r=.54 – höher als strukturierte Interviews (r=.51) und deutlich höher als unstrukturierte Gespräche (r=.38). Eine Kombination beider Methoden liefert die besten Ergebnisse.
Assessments vor dem Gespräch: Bessere Vorauswahl
Eine objektive Vorauswahl vor dem Video-Interview bringt mehrere Vorteile:
- Bessere Gesprächsqualität: HR kann sich auf die wirklich passenden Kandidat:innen konzentrieren
- Weniger Bias: Datenbasierte Vorauswahl statt Bauchgefühl
- Fairere Chancen: Auch Bewerber:innen mit "ungewöhnlichen" Lebensläufen werden berücksichtigt
- Zeitersparnis: Weniger Gespräche mit unpassenden Kandidat:innen
Wie objektive Eignungsdiagnostik die Gesprächsqualität verbessert
Objektive Eignungsdiagnostik-Tools wie die Plattform Aivy ermöglichen datenbasierte Entscheidungen vor dem Gespräch. Die wissenschaftlich validierten Game-Based Assessments messen relevante Kompetenzen – unabhängig von Lebenslauf, Foto oder Hintergrund.
Die Praxis zeigt messbare Erfolge: Unternehmen wie Lufthansa erreichen mit objektiver Eignungsdiagnostik eine Trefferquote von 96% (korrekte Vorhersage vs. Inhouse Assessment) – bei 81% Zufriedenheit von Bewerbenden. Susanne Berthold-Neumann von Lufthansa erklärt den Ansatz: "Die Unterlagen schauen wir uns erst spät an, weil sie nur einen kleinen Teil der Person zeigen und wenig darüber aussagen, ob jemand die Kompetenzen für zukünftige Herausforderungen besitzt."
Auch bei der Effizienz gibt es deutliche Verbesserungen: MCI konnte die Time-to-Hire um 55% reduzieren und gleichzeitig die Cost-per-Hire um 92% senken. Matthias Kühne, Director People & Culture bei MCI, hebt hervor: "Mit Aivy haben wir einen weiteren Prozessschritt in der Personalbeschaffung digitalisiert und durch die objektivere Bewertungsgrundlage stark professionalisiert."
CEO Achim Reinhardt von Callways bringt den Effekt auf die Gespräche auf den Punkt: "Die Gespräche sind deutlich besser und mehr auf dem Punkt." Der Recruitingprozess wurde innerhalb von 6 Wochen komplett umgestellt – mit dem Ergebnis, dass das Unternehmen heute 2-3 Mal weniger Aufwand hat und gleichzeitig bessere Einstellungsentscheidungen trifft.
Checkliste: So meisterst du jedes Online Vorstellungsgespräch
24 Stunden vorher:
- Software installiert und getestet
- Kamera und Mikrofon funktionieren
- Internetverbindung stabil (idealerweise LAN)
- Seriöses Nutzerprofil angelegt
- Outfit vorbereitet (vollständig!)
- Unternehmensinfos recherchiert
- Eigene Fragen notiert
1 Stunde vorher:
- Raum vorbereitet (Hintergrund, Licht)
- Störquellen eliminiert (Handy stumm, Klingel aus)
- Mitbewohner:innen informiert
- Glas Wasser bereitgestellt
- Notizen und Lebenslauf griffbereit
10 Minuten vorher:
- In Meeting-Raum eingeloggt
- Technik final geprüft
- Selbstansicht gecheckt (und dann ausgeschaltet)
- Tief durchatmen, entspannen
Während des Gesprächs:
- In die Kamera schauen
- Langsam und deutlich sprechen
- Ausreden lassen
- Aktiv zuhören
- Notizen machen
- Eigene Fragen stellen
- Verbindlich abschließen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie halte ich Blickkontakt bei einer Videokonferenz?
Schau während des Sprechens direkt in die Kamera, nicht auf den Bildschirm oder dein eigenes Bild. Platziere das Videofenster deines Gegenübers so nah wie möglich an der Kamera und schalte die Selbstansicht aus, um dich nicht ablenken zu lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Live-Interview und zeitversetztem Interview?
Beim Live-Interview führst du in Echtzeit ein Gespräch mit Recruiter:innen. Beim zeitversetzten Interview beantwortest du voraufgezeichnete Fragen per Video, ohne direktes Gegenüber. Letzteres wird oft für die Vorauswahl bei vielen Bewerbungen genutzt.
Welcher Hintergrund ist für ein Video-Interview geeignet?
Am besten ist ein neutraler, aufgeräumter Hintergrund – idealerweise eine einfarbige Wand. Vermeide virtuelle Hintergründe, da sie oft unprofessionell wirken und technische Probleme verursachen können. Achte auf gute Beleuchtung von vorne.
Was tun bei technischen Problemen während des Video-Interviews?
Bleib ruhig und informiere deine Gesprächspartner:innen sofort über das Problem. Habe eine Telefonnummer als Backup bereit. Biete an, das Gespräch per Telefon fortzusetzen oder einen neuen Termin zu vereinbaren. Souveräner Umgang mit Problemen zeigt Kompetenz.
Können Recruiter im Video-Interview genauso gut beurteilen wie persönlich?
Studien zeigen: Video-Interviews können etwa 80% eines persönlichen Gesprächs leisten. Arbeitsinhalte und -bedingungen lassen sich gut klären. Schwieriger ist die Beurteilung von "Chemie" und Cultural Fit. Objektive Assessments vor dem Gespräch können diese Lücke schließen.
Gibt es Unconscious Bias auch im Online-Interview?
Ja, unbewusste Vorurteile wirken auch digital – teilweise sogar verstärkt. Faktoren wie Hintergrund, Beleuchtung oder technische Qualität können Eindrücke verzerren. Unternehmen sollten Video-Interviews daher mit objektiven Auswahlverfahren kombinieren, um Bias zu reduzieren.
Fazit: Dein Weg zum erfolgreichen Online Vorstellungsgespräch
Das Online Vorstellungsgespräch ist gekommen, um zu bleiben. Über 60% der Unternehmen nutzen Video-Interviews dauerhaft – Tendenz steigend. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du dieses Format zu deinem Vorteil nutzen.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Technik vorab testen – mindestens einen Tag vor dem Gespräch
- Professioneller Hintergrund und gute Beleuchtung sind essenziell
- In die Kamera schauen, nicht auf den Bildschirm
- Langsam und deutlich sprechen, Gegenüber ausreden lassen
- Inhaltliche Vorbereitung ist genauso wichtig wie technische
Für HR-Verantwortliche gilt: Video-Interviews sind ein wertvolles Tool – aber sie haben Grenzen. Kombination mit objektiven Auswahlverfahren wie Game-Based Assessments reduziert Bias und verbessert die Qualität der Einstellungsentscheidungen messbar. Unternehmen wie Lufthansa und MCI zeigen, wie es geht.
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Quellen
- StepStone/BPM (2020): Studie zu Video-Interviews im Recruiting
- softgarden (2021): Umfrage unter HR-Verantwortlichen zum Nutzen von Videokonferenzen im Recruiting
- DHBW Heilbronn (2020): Qualitative Studie "Recruiting in Zeiten von Corona"
- e-fellows.net (2020): Umfrage zum Umgang mit Bewerbungsgesprächen während der Corona-Krise
- Schmidt & Hunter (1998): "The Validity and Utility of Selection Methods in Personnel Psychology"
- Lufthansa-Erfolgsgeschichte
- MCI-Erfolgsgeschichte
Triff eine bessere Vorauswahl – noch vor dem ersten Gespräch
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