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Payroll – Definition, Aufgaben & rechtliche Grundlagen

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Payroll – Definition, Aufgaben & rechtliche Grundlagen

Payroll bezeichnet den gesamten Prozess der Lohn- und Gehaltsabrechnung – von der Erfassung der Arbeitszeiten über die Berechnung von Steuern und Sozialabgaben bis zur Auszahlung an Mitarbeitende. Der Begriff steht gleichzeitig für die Gehaltsliste, den Gesamtbetrag der Personalkosten und die zuständige Abteilung. In Deutschland ist die Payroll aufgrund komplexer Steuer- und Sozialversicherungsvorschriften besonders anspruchsvoll.

Definition: Was ist Payroll?

Payroll ist der englische Begriff für Lohn- und Gehaltsabrechnung. Im HR-Kontext umfasst er alle Prozesse rund um die Vergütung von Mitarbeitenden – von der Datenerfassung bis zur Überweisung des Nettogehalts.

Die drei Bedeutungen von Payroll

Der Begriff Payroll wird in der Praxis für drei verschiedene Dinge verwendet:

  1. Die Gehaltsliste: Eine Aufstellung aller Löhne und Gehälter, die ein Unternehmen an seine Beschäftigten zahlt. Wenn jemand „auf der Payroll steht", ist diese Person beim Unternehmen angestellt.
  2. Der Gesamtbetrag: Die Summe aller Personalkosten, die ein Unternehmen für Gehälter, Sozialabgaben und Zusatzleistungen aufbringen muss.
  3. Die Abteilung: Das Team oder die Abteilung, die für die regelmäßige Entgeltabrechnung und alle damit verbundenen Verwaltungsaufgaben zuständig ist.

Payroll vs. Lohnabrechnung vs. Gehaltsabrechnung

In Deutschland unterscheidet man zwischen Lohn und Gehalt. Der Lohn basiert auf tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und kann monatlich variieren. Das Gehalt hingegen ist ein fester monatlicher Betrag, unabhängig von der konkreten Stundenanzahl. Payroll als Oberbegriff umfasst beide Formen der Entgeltabrechnung.

Aufgaben in der Payroll

Der Payroll-Prozess gliedert sich in drei Phasen, die jeden Abrechnungszeitraum durchlaufen werden.

Pre-Payroll: Datenvorbereitung

Vor der eigentlichen Berechnung müssen alle relevanten Daten erfasst und aktualisiert werden:

  • Stammdaten der Mitarbeitenden (Steuerklasse, Krankenkasse, Bankverbindung)
  • Arbeitszeiten und Überstunden
  • Urlaubs- und Krankheitstage
  • Variable Vergütungsbestandteile (Boni, Provisionen)
  • Änderungen in Arbeitsverträgen
  • Sachbezüge und geldwerte Vorteile

Payroll-Prozess: Berechnung und Abzüge

Im Kernprozess wird aus dem Bruttolohn der auszuzahlende Nettobetrag berechnet. Dabei werden abgezogen:

Steuern:

  • Lohnsteuer (abhängig von der Steuerklasse)
  • Solidaritätszuschlag (nur bei höheren Einkommen)
  • Kirchensteuer (falls zutreffend)

Sozialversicherungsbeiträge:

  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Pflegeversicherung

Die Beiträge zur Sozialversicherung teilen sich Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in in der Regel hälftig.

Post-Payroll: Meldungen und Auszahlung

Nach der Berechnung folgen die abschließenden Schritte:

  • Erstellung der Entgeltabrechnungen für alle Mitarbeitenden
  • Überweisung der Nettogehälter
  • Abführung der Lohnsteuer ans Finanzamt
  • Meldung und Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge
  • Erstellung von Bescheinigungen und Meldungen
  • Buchung in der Finanzbuchhaltung

Rechtliche Grundlagen in Deutschland

Die Payroll in Deutschland unterliegt einer Vielzahl gesetzlicher Vorschriften, die präzise eingehalten werden müssen.

Relevante Gesetze im Überblick

§ 108 Gewerbeordnung (GewO): Arbeitgeber:innen sind verpflichtet, Beschäftigten eine schriftliche Lohnabrechnung auszustellen. Diese muss spätestens am Auszahlungstag vorliegen und alle Bestandteile des Entgelts sowie die Abzüge transparent aufführen.

Einkommensteuergesetz (EStG): Regelt den Lohnsteuerabzug. Deutschland nutzt ein progressives Steuersystem mit sechs Steuerklassen, was die Berechnung komplex macht.

Sozialgesetzbuch IV (SGB IV): Definiert die Grundlagen für die Berechnung und Abführung der Sozialversicherungsbeiträge. Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich angepasst.

Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Regelt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Arbeitgeber:innen müssen das Entgelt für bis zu sechs Wochen weiterzahlen.

Besonderheiten des deutschen Payroll-Systems

Deutschland zählt zu den Ländern mit den weltweit komplexesten Anforderungen an die Lohnabrechnung. Laut dem Global Payroll Complexity Index 2023 liegt Deutschland auf Platz 2 weltweit. Das hat mehrere Gründe:

  • Progressives Steuersystem: Sechs verschiedene Steuerklassen mit unterschiedlichen Freibeträgen
  • Umfangreiche Sozialversicherung: Vier Säulen mit unterschiedlichen Beitragssätzen und -grenzen
  • Tarifverträge: Branchenspezifische Regelungen zu Löhnen, Arbeitszeiten und Zusatzleistungen
  • Häufige Gesetzesänderungen: Regelmäßige Anpassungen bei Steuern und Sozialabgaben
  • Strenger Datenschutz: DSGVO-konforme Verarbeitung personenbezogener Daten ist Pflicht

Payroll-Software in Deutschland muss zudem ITSG-zertifiziert sein, um die gesetzlichen Meldeverfahren korrekt abbilden zu können.

Payroll vs. HR – Aufgabenverteilung und Schnittstellen

Obwohl Payroll und Human Resources eng zusammenarbeiten, haben sie unterschiedliche Schwerpunkte.

HR-Aufgaben:

  • Recruiting und Onboarding
  • Personalentwicklung und Weiterbildung
  • Mitarbeiterbetreuung und -bindung
  • Arbeitsrecht und Verträge
  • Employer Branding

Payroll-Aufgaben:

  • Lohn- und Gehaltsberechnung
  • Steuer- und Sozialversicherungsmeldungen
  • Erstellung von Entgeltabrechnungen
  • Begleitung von Betriebsprüfungen
  • Bearbeitung von Sonderfällen (Elternzeit, Krankheit)

Die Schnittstellen sind vielfältig: HR liefert Stammdaten, Vertragsänderungen und Abwesenheiten. Payroll benötigt diese Informationen für die korrekte Abrechnung und gibt Entgeltbescheinigungen zurück. In kleinen und mittleren Unternehmen sind beide Funktionen oft in einer Abteilung zusammengefasst.

Payroll-Optionen für Unternehmen

Je nach Unternehmensgröße und Ressourcen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Payroll zu organisieren.

Inhouse-Payroll

Bei der internen Abwicklung übernimmt das eigene HR- oder Finance-Team die komplette Lohnabrechnung. Das erfordert:

  • Qualifizierte Payroll-Spezialist:innen
  • Geeignete Software mit ITSG-Zertifizierung
  • Kontinuierliche Weiterbildung zu Gesetzesänderungen
  • Ausreichende Kapazitäten für Sonderfälle und Prüfungen

Vorteile: Volle Kontrolle, direkter Datenzugriff, schnelle Anpassungen

Nachteile: Hoher Ressourcenaufwand, Risiko bei Personalausfällen, Kosten für Software und Schulungen

Payroll Outsourcing

Bei der Auslagerung übernimmt ein externer Dienstleister die Entgeltabrechnung. Laut einer Deloitte-Studie haben 81 Prozent der Unternehmen in Europa einzelne Payroll-Aufgaben ausgelagert.

Vorteile: Expertenwissen, Rechtssicherheit, Entlastung interner Ressourcen, Skalierbarkeit

Nachteile: Abhängigkeit vom Dienstleister, Kosten pro Abrechnung, Datenweitergabe erforderlich

Payroll-Software

Moderne Softwarelösungen automatisieren einen Großteil der Payroll-Prozesse. Die bekanntesten Anbieter in Deutschland sind DATEV, SAP HCM, LOGA und Personio.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl:

  • ITSG-Zertifizierung für gesetzeskonforme Meldungen
  • Integration mit bestehenden HR-Systemen
  • Automatische Updates bei Gesetzesänderungen
  • Benutzerfreundlichkeit und Support
  • Skalierbarkeit für wachsende Unternehmen

Häufige Fragen zu Payroll

Was ist Payroll?

Payroll ist der Oberbegriff für alle Prozesse der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Das umfasst die Erfassung von Arbeitszeiten, die Berechnung von Brutto- und Nettolöhnen, die Abführung von Steuern und Sozialabgaben sowie die Auszahlung an Mitarbeitende. Der Begriff bezeichnet außerdem die Gehaltsliste oder die zuständige Abteilung.

Was macht ein Payroll Specialist?

Payroll Specialists sind für die korrekte und pünktliche Entgeltabrechnung verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören die Pflege von Mitarbeiterdaten, die Berechnung von Löhnen und Gehältern, die Erstellung von Meldungen für Finanzamt und Sozialversicherungsträger sowie die Begleitung von Betriebsprüfungen.

Was ist der Unterschied zwischen Payroll und HR?

HR (Human Resources) kümmert sich um Recruiting, Personalentwicklung und Mitarbeiterbetreuung. Payroll konzentriert sich auf die Lohnabrechnung und alle damit verbundenen administrativen Prozesse. Beide Bereiche arbeiten eng zusammen und teilen viele Daten, haben aber unterschiedliche Kernaufgaben.

Welche Gesetze regeln die Lohnabrechnung in Deutschland?

Die wichtigsten Gesetze sind § 108 GewO (Pflicht zur Lohnabrechnung), das Einkommensteuergesetz (Lohnsteuerabzug), das Sozialgesetzbuch IV (Sozialversicherungsbeiträge) und das Entgeltfortzahlungsgesetz (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall).

Lohnt sich Payroll Outsourcing?

Das hängt von der Unternehmensgröße und den internen Ressourcen ab. Outsourcing bietet Vorteile wie Rechtssicherheit, Expertenwissen und Zeitersparnis. Besonders für KMU ohne eigene Payroll-Expertise kann die Auslagerung sinnvoll sein. Laut Deloitte lagern 81 Prozent der europäischen Unternehmen mindestens Teile ihrer Payroll aus.

Was muss eine Lohnabrechnung enthalten?

Laut § 108 GewO muss eine Lohnabrechnung den Bruttolohn, alle Steuern (Lohnsteuer, ggf. Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag), die Sozialversicherungsbeiträge, den Nettolohn sowie den Abrechnungszeitraum enthalten. Auch Sonderzahlungen und Sachbezüge müssen aufgeführt werden.

Warum ist Payroll in Deutschland so komplex?

Deutschland hat ein progressives Steuersystem mit sechs Steuerklassen, umfangreiche Sozialversicherungsvorschriften, branchenspezifische Tarifverträge und strenge Datenschutzanforderungen. Dazu kommen häufige Gesetzesänderungen und die Pflicht zur ITSG-Zertifizierung für Payroll-Software.

Fazit

Payroll ist weit mehr als nur Gehaltsüberweisungen. Als Kernprozess der Personalverwaltung umfasst sie die gesamte Entgeltabrechnung mit allen steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Aspekten. In Deutschland ist die Payroll aufgrund der komplexen Gesetzeslage besonders anspruchsvoll und erfordert entweder qualifizierte interne Spezialist:innen, geeignete Software oder einen externen Dienstleister.

Für HR-Verantwortliche lohnt es sich, die Payroll-Prozesse regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren – sei es durch bessere Software-Integration, Outsourcing oder gezielte Weiterbildung des Teams.

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Quellen

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Payroll – Definition, Aufgaben & rechtliche Grundlagen

Payroll bezeichnet den gesamten Prozess der Lohn- und Gehaltsabrechnung – von der Erfassung der Arbeitszeiten über die Berechnung von Steuern und Sozialabgaben bis zur Auszahlung an Mitarbeitende. Der Begriff steht gleichzeitig für die Gehaltsliste, den Gesamtbetrag der Personalkosten und die zuständige Abteilung. In Deutschland ist die Payroll aufgrund komplexer Steuer- und Sozialversicherungsvorschriften besonders anspruchsvoll.

Definition: Was ist Payroll?

Payroll ist der englische Begriff für Lohn- und Gehaltsabrechnung. Im HR-Kontext umfasst er alle Prozesse rund um die Vergütung von Mitarbeitenden – von der Datenerfassung bis zur Überweisung des Nettogehalts.

Die drei Bedeutungen von Payroll

Der Begriff Payroll wird in der Praxis für drei verschiedene Dinge verwendet:

  1. Die Gehaltsliste: Eine Aufstellung aller Löhne und Gehälter, die ein Unternehmen an seine Beschäftigten zahlt. Wenn jemand „auf der Payroll steht", ist diese Person beim Unternehmen angestellt.
  2. Der Gesamtbetrag: Die Summe aller Personalkosten, die ein Unternehmen für Gehälter, Sozialabgaben und Zusatzleistungen aufbringen muss.
  3. Die Abteilung: Das Team oder die Abteilung, die für die regelmäßige Entgeltabrechnung und alle damit verbundenen Verwaltungsaufgaben zuständig ist.

Payroll vs. Lohnabrechnung vs. Gehaltsabrechnung

In Deutschland unterscheidet man zwischen Lohn und Gehalt. Der Lohn basiert auf tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und kann monatlich variieren. Das Gehalt hingegen ist ein fester monatlicher Betrag, unabhängig von der konkreten Stundenanzahl. Payroll als Oberbegriff umfasst beide Formen der Entgeltabrechnung.

Aufgaben in der Payroll

Der Payroll-Prozess gliedert sich in drei Phasen, die jeden Abrechnungszeitraum durchlaufen werden.

Pre-Payroll: Datenvorbereitung

Vor der eigentlichen Berechnung müssen alle relevanten Daten erfasst und aktualisiert werden:

  • Stammdaten der Mitarbeitenden (Steuerklasse, Krankenkasse, Bankverbindung)
  • Arbeitszeiten und Überstunden
  • Urlaubs- und Krankheitstage
  • Variable Vergütungsbestandteile (Boni, Provisionen)
  • Änderungen in Arbeitsverträgen
  • Sachbezüge und geldwerte Vorteile

Payroll-Prozess: Berechnung und Abzüge

Im Kernprozess wird aus dem Bruttolohn der auszuzahlende Nettobetrag berechnet. Dabei werden abgezogen:

Steuern:

  • Lohnsteuer (abhängig von der Steuerklasse)
  • Solidaritätszuschlag (nur bei höheren Einkommen)
  • Kirchensteuer (falls zutreffend)

Sozialversicherungsbeiträge:

  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Pflegeversicherung

Die Beiträge zur Sozialversicherung teilen sich Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in in der Regel hälftig.

Post-Payroll: Meldungen und Auszahlung

Nach der Berechnung folgen die abschließenden Schritte:

  • Erstellung der Entgeltabrechnungen für alle Mitarbeitenden
  • Überweisung der Nettogehälter
  • Abführung der Lohnsteuer ans Finanzamt
  • Meldung und Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge
  • Erstellung von Bescheinigungen und Meldungen
  • Buchung in der Finanzbuchhaltung

Rechtliche Grundlagen in Deutschland

Die Payroll in Deutschland unterliegt einer Vielzahl gesetzlicher Vorschriften, die präzise eingehalten werden müssen.

Relevante Gesetze im Überblick

§ 108 Gewerbeordnung (GewO): Arbeitgeber:innen sind verpflichtet, Beschäftigten eine schriftliche Lohnabrechnung auszustellen. Diese muss spätestens am Auszahlungstag vorliegen und alle Bestandteile des Entgelts sowie die Abzüge transparent aufführen.

Einkommensteuergesetz (EStG): Regelt den Lohnsteuerabzug. Deutschland nutzt ein progressives Steuersystem mit sechs Steuerklassen, was die Berechnung komplex macht.

Sozialgesetzbuch IV (SGB IV): Definiert die Grundlagen für die Berechnung und Abführung der Sozialversicherungsbeiträge. Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich angepasst.

Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Regelt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Arbeitgeber:innen müssen das Entgelt für bis zu sechs Wochen weiterzahlen.

Besonderheiten des deutschen Payroll-Systems

Deutschland zählt zu den Ländern mit den weltweit komplexesten Anforderungen an die Lohnabrechnung. Laut dem Global Payroll Complexity Index 2023 liegt Deutschland auf Platz 2 weltweit. Das hat mehrere Gründe:

  • Progressives Steuersystem: Sechs verschiedene Steuerklassen mit unterschiedlichen Freibeträgen
  • Umfangreiche Sozialversicherung: Vier Säulen mit unterschiedlichen Beitragssätzen und -grenzen
  • Tarifverträge: Branchenspezifische Regelungen zu Löhnen, Arbeitszeiten und Zusatzleistungen
  • Häufige Gesetzesänderungen: Regelmäßige Anpassungen bei Steuern und Sozialabgaben
  • Strenger Datenschutz: DSGVO-konforme Verarbeitung personenbezogener Daten ist Pflicht

Payroll-Software in Deutschland muss zudem ITSG-zertifiziert sein, um die gesetzlichen Meldeverfahren korrekt abbilden zu können.

Payroll vs. HR – Aufgabenverteilung und Schnittstellen

Obwohl Payroll und Human Resources eng zusammenarbeiten, haben sie unterschiedliche Schwerpunkte.

HR-Aufgaben:

  • Recruiting und Onboarding
  • Personalentwicklung und Weiterbildung
  • Mitarbeiterbetreuung und -bindung
  • Arbeitsrecht und Verträge
  • Employer Branding

Payroll-Aufgaben:

  • Lohn- und Gehaltsberechnung
  • Steuer- und Sozialversicherungsmeldungen
  • Erstellung von Entgeltabrechnungen
  • Begleitung von Betriebsprüfungen
  • Bearbeitung von Sonderfällen (Elternzeit, Krankheit)

Die Schnittstellen sind vielfältig: HR liefert Stammdaten, Vertragsänderungen und Abwesenheiten. Payroll benötigt diese Informationen für die korrekte Abrechnung und gibt Entgeltbescheinigungen zurück. In kleinen und mittleren Unternehmen sind beide Funktionen oft in einer Abteilung zusammengefasst.

Payroll-Optionen für Unternehmen

Je nach Unternehmensgröße und Ressourcen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Payroll zu organisieren.

Inhouse-Payroll

Bei der internen Abwicklung übernimmt das eigene HR- oder Finance-Team die komplette Lohnabrechnung. Das erfordert:

  • Qualifizierte Payroll-Spezialist:innen
  • Geeignete Software mit ITSG-Zertifizierung
  • Kontinuierliche Weiterbildung zu Gesetzesänderungen
  • Ausreichende Kapazitäten für Sonderfälle und Prüfungen

Vorteile: Volle Kontrolle, direkter Datenzugriff, schnelle Anpassungen

Nachteile: Hoher Ressourcenaufwand, Risiko bei Personalausfällen, Kosten für Software und Schulungen

Payroll Outsourcing

Bei der Auslagerung übernimmt ein externer Dienstleister die Entgeltabrechnung. Laut einer Deloitte-Studie haben 81 Prozent der Unternehmen in Europa einzelne Payroll-Aufgaben ausgelagert.

Vorteile: Expertenwissen, Rechtssicherheit, Entlastung interner Ressourcen, Skalierbarkeit

Nachteile: Abhängigkeit vom Dienstleister, Kosten pro Abrechnung, Datenweitergabe erforderlich

Payroll-Software

Moderne Softwarelösungen automatisieren einen Großteil der Payroll-Prozesse. Die bekanntesten Anbieter in Deutschland sind DATEV, SAP HCM, LOGA und Personio.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl:

  • ITSG-Zertifizierung für gesetzeskonforme Meldungen
  • Integration mit bestehenden HR-Systemen
  • Automatische Updates bei Gesetzesänderungen
  • Benutzerfreundlichkeit und Support
  • Skalierbarkeit für wachsende Unternehmen

Häufige Fragen zu Payroll

Was ist Payroll?

Payroll ist der Oberbegriff für alle Prozesse der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Das umfasst die Erfassung von Arbeitszeiten, die Berechnung von Brutto- und Nettolöhnen, die Abführung von Steuern und Sozialabgaben sowie die Auszahlung an Mitarbeitende. Der Begriff bezeichnet außerdem die Gehaltsliste oder die zuständige Abteilung.

Was macht ein Payroll Specialist?

Payroll Specialists sind für die korrekte und pünktliche Entgeltabrechnung verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören die Pflege von Mitarbeiterdaten, die Berechnung von Löhnen und Gehältern, die Erstellung von Meldungen für Finanzamt und Sozialversicherungsträger sowie die Begleitung von Betriebsprüfungen.

Was ist der Unterschied zwischen Payroll und HR?

HR (Human Resources) kümmert sich um Recruiting, Personalentwicklung und Mitarbeiterbetreuung. Payroll konzentriert sich auf die Lohnabrechnung und alle damit verbundenen administrativen Prozesse. Beide Bereiche arbeiten eng zusammen und teilen viele Daten, haben aber unterschiedliche Kernaufgaben.

Welche Gesetze regeln die Lohnabrechnung in Deutschland?

Die wichtigsten Gesetze sind § 108 GewO (Pflicht zur Lohnabrechnung), das Einkommensteuergesetz (Lohnsteuerabzug), das Sozialgesetzbuch IV (Sozialversicherungsbeiträge) und das Entgeltfortzahlungsgesetz (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall).

Lohnt sich Payroll Outsourcing?

Das hängt von der Unternehmensgröße und den internen Ressourcen ab. Outsourcing bietet Vorteile wie Rechtssicherheit, Expertenwissen und Zeitersparnis. Besonders für KMU ohne eigene Payroll-Expertise kann die Auslagerung sinnvoll sein. Laut Deloitte lagern 81 Prozent der europäischen Unternehmen mindestens Teile ihrer Payroll aus.

Was muss eine Lohnabrechnung enthalten?

Laut § 108 GewO muss eine Lohnabrechnung den Bruttolohn, alle Steuern (Lohnsteuer, ggf. Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag), die Sozialversicherungsbeiträge, den Nettolohn sowie den Abrechnungszeitraum enthalten. Auch Sonderzahlungen und Sachbezüge müssen aufgeführt werden.

Warum ist Payroll in Deutschland so komplex?

Deutschland hat ein progressives Steuersystem mit sechs Steuerklassen, umfangreiche Sozialversicherungsvorschriften, branchenspezifische Tarifverträge und strenge Datenschutzanforderungen. Dazu kommen häufige Gesetzesänderungen und die Pflicht zur ITSG-Zertifizierung für Payroll-Software.

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Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
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