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Flexible Mitarbeiter Benefits – Definition, Beispiele & steuerliche Vorteile

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Flexible Mitarbeiter Benefits – Definition, Beispiele & steuerliche Vorteile

Flexible Mitarbeiter Benefits sind individuell wählbare Zusatzleistungen, die Mitarbeiter:innen je nach Lebenssituation aus einem vordefinierten Angebot auswählen können. Sie umfassen steuerfreie Sachbezüge bis 50 Euro monatlich, Mobilitätsbudgets, Essenszuschüsse oder Gesundheitsleistungen. Im Gegensatz zu starren Gehaltserhöhungen steigern sie die Mitarbeiterzufriedenheit nachweislich und stärken das Employer Branding.

Was sind flexible Mitarbeiter Benefits?

Flexible Mitarbeiter Benefits bezeichnen Zusatzleistungen, die Arbeitgeber:innen ihren Beschäftigten zusätzlich zum regulären Gehalt anbieten – mit dem entscheidenden Unterschied, dass Mitarbeiter:innen aus einem Katalog verschiedener Optionen selbst wählen können. Dieses Prinzip wird auch als "Cafeteria-System" bezeichnet: Wie in einer Kantine stellen sich Beschäftigte ihr individuelles Benefits-Paket zusammen.

Der Unterschied zu klassischen Benefits liegt in der Individualisierung. Während traditionelle Zusatzleistungen für alle Mitarbeiter:innen gleich sind (etwa ein Firmenwagen für Führungskräfte), passen sich flexible Benefits an unterschiedliche Lebensphasen an. Eine junge Berufseinsteigerin wählt vielleicht ein Mobilitätsbudget, während ein Familienvater den Kinderbetreuungszuschuss bevorzugt.

Typische Beispiele für flexible Benefits sind: Sachbezugskarten, Mobilitätsbudgets, Essenszuschüsse, Fitnessmitgliedschaften, Weiterbildungsbudgets oder zusätzliche Urlaubstage.

Die beliebtesten Benefits 2025

Steuerfreie Sachbezüge (50-Euro-Grenze)

Der 50-Euro-Sachbezug gehört zu den meistgenutzten Benefits in Deutschland. Gemäß § 8 Abs. 2 EStG können Arbeitgeber:innen ihren Mitarbeiter:innen monatlich bis zu 50 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zukommen lassen – vorausgesetzt, die Leistung erfolgt als Sachbezug (nicht als Bargeld).

Wichtig: Die 50-Euro-Grenze ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Wird sie auch nur um einen Cent überschritten, wird der gesamte Betrag steuer- und sozialabgabenpflichtig. Arbeitgeber:innen können diese Sachbezüge in Form von Gutscheinkarten, Warengutscheinen oder digitalen Benefit-Lösungen gewähren.

Mobilitäts-Benefits

Laut dem Circula Benefits-Report 2025 sind Mobilitäts-Benefits die beliebteste Kategorie unter deutschen Arbeitnehmer:innen. Dazu zählen:

  • Deutschlandticket als Jobticket: Seit 2024 können Arbeitgeber:innen das 49-Euro-Ticket (seit 2025: 58 Euro) als steuerfreien Sachbezug anbieten.
  • Mobilitätsbudget: Ein monatlicher Betrag, den Mitarbeiter:innen flexibel für ÖPNV, Carsharing, E-Scooter oder Fahrradreparaturen nutzen können.
  • Dienstrad-Leasing: Fahrräder oder E-Bikes, die Mitarbeiter:innen per Gehaltsumwandlung oder als zusätzliche Leistung erhalten.

Essenszuschüsse

Digitale Essensmarken oder Verpflegungszuschüsse sind ein praktischer Benefit mit hohem Alltagsnutzen. Im Jahr 2025 können Unternehmen pro Arbeitstag bis zu 7,50 Euro steuerbegünstigt zum Mittagessen zuschießen. Bei 15 Arbeitstagen pro Monat ergibt das einen maximalen Zuschuss von 112,50 Euro.

Gesundheits- und Fitnessangebote

Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Wellpass-Abonnements oder betriebliche Gesundheitsförderung werden immer beliebter. Arbeitgeber:innen können laut § 3 Nr. 34 EStG bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter:in für qualifizierte Gesundheitsmaßnahmen steuerfrei aufwenden.

Work-Life-Balance Benefits

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Optionen sind 2025 keine "echten" Benefits mehr, sondern werden von vielen Beschäftigten erwartet. Eine IZA-Studie aus dem Jahr 2020 zeigte, dass flexible Arbeitszeiten die Produktivität um bis zu 50 Prozent steigern können – selbst bei Routinetätigkeiten.

Steuerliche Vorteile und Regelungen 2025

Die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze im Detail

Die rechtliche Grundlage für steuerfreie Sachbezüge findet sich in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Damit ein Sachbezug steuerfrei bleibt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Zusätzlichkeit: Der Sachbezug muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden – eine Gehaltsumwandlung ist seit 2020 nicht mehr zulässig.
  2. Keine Barauszahlung: Es darf keine Geldleistung sein. Nur Gutscheine, Geldkarten oder Sachleistungen sind erlaubt.
  3. ZAG-Konformität: Gutscheine und Geldkarten müssen die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG) erfüllen.
  4. Freigrenze beachten: Maximal 50 Euro pro Monat – bei Überschreitung ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Weitere steuerfreie Möglichkeiten

Neben dem 50-Euro-Sachbezug gibt es weitere steuerbegünstigte Benefits:

  • Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen: Bis zu 60 Euro steuer- und abgabenfrei (max. 3x pro Jahr bei Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum)
  • Kinderbetreuungszuschuss: Unbegrenzt steuerfrei für nicht schulpflichtige Kinder
  • Internetpauschale: Bis zu 50 Euro monatlich, pauschal mit 25 Prozent versteuert
  • Betriebliche Altersvorsorge: Bis zu 302 Euro monatlich steuerfrei (2025)

Häufige Fehler vermeiden

Das Zuflussprinzip ist bei Sachbezügen entscheidend: Der Zeitpunkt, zu dem der Benefit beim Mitarbeiter ankommt, bestimmt die steuerliche Zuordnung. Ein Ansparen über mehrere Monate ist grundsätzlich möglich, aber die monatliche Freigrenze darf nie überschritten werden. Dokumentiere jeden Sachbezug mit Datum und Betrag in der Lohnabrechnung.

Flexible Benefits einführen: 5 Schritte

Schritt 1: Mitarbeiterbefragung durchführen Erhebe die tatsächlichen Bedürfnisse deiner Belegschaft. Welche Benefits werden gewünscht? Welche Lebensphasen sind vertreten? Eine anonyme Umfrage liefert wertvolle Erkenntnisse.

Schritt 2: Budget und steuerliche Möglichkeiten prüfen Definiere ein realistisches Budget pro Mitarbeiter:in. Prüfe gemeinsam mit der Steuerberatung, welche Benefits steuerlich am günstigsten sind.

Schritt 3: Anbieter vergleichen Plattformen wie Benify, Circula, NAVIT oder ValueNet bieten digitale Lösungen zur Benefits-Verwaltung. Vergleiche Funktionen, Kosten und Integrationsmöglichkeiten in bestehende HR-Systeme.

Schritt 4: Pilotphase starten Teste das Benefit-System zunächst mit einer Abteilung oder Standort. Sammle Feedback und optimiere vor dem Rollout.

Schritt 5: Regelmäßig evaluieren Benefits-Bedürfnisse ändern sich. Führe jährliche Evaluierungen durch und passe das Angebot an.

Benefits als Recruiting-Vorteil

Flexible Benefits sind mehr als nur ein Mitarbeiterbindungs-Instrument – sie sind ein echtes Recruiting-Argument. Studien zeigen, dass 76 Prozent der Arbeitnehmer:innen Benefits als wichtigen Faktor bei der Arbeitgeberwahl betrachten. In einem Arbeitnehmermarkt mit Fachkräftemangel können attraktive Zusatzleistungen den Unterschied machen.

Dabei zählt nicht nur das Benefits-Paket selbst, sondern das gesamte Arbeitgebererlebnis. Ein moderner, fairer Bewerbungsprozess gehört ebenso zum Employer Branding wie flexible Zusatzleistungen. Die Praxis zeigt: Unternehmen, die objektive Auswahlverfahren mit attraktiven Benefits kombinieren, positionieren sich nachhaltig als attraktive Arbeitgeber:innen.

Du möchtest neben Benefits auch deinen Bewerbungsprozess optimieren? Die digitale Plattform Aivy unterstützt Unternehmen mit wissenschaftlich fundierten Assessments dabei, die Candidate Experience zu verbessern und objektive Auswahlentscheidungen zu treffen. Mehr über Aivy erfahren

Häufige Fragen zu flexiblen Mitarbeiter Benefits

Was sind flexible Mitarbeiter Benefits?

Flexible Mitarbeiter Benefits sind individuell wählbare Zusatzleistungen, die Arbeitgeber:innen zusätzlich zum Gehalt anbieten. Im Gegensatz zu klassischen "One-size-fits-all"-Benefits können Mitarbeiter:innen aus einem Katalog verschiedener Optionen wählen – je nach persönlicher Lebenssituation und Bedürfnissen. Typische Beispiele sind Mobilitätsbudgets, Sachbezugskarten oder Essenszuschüsse.

Wie hoch ist die Sachbezugsfreigrenze 2025?

Die Sachbezugsfreigrenze liegt 2025 bei 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter:in. Dieser Betrag bleibt steuer- und sozialabgabenfrei, wenn er als Sachleistung (Gutscheine, Sachbezugskarten, Waren) gewährt wird. Wichtig: Bei Überschreitung – auch nur um einen Cent – wird der gesamte Betrag steuerpflichtig. Zusätzlich können Arbeitgeber:innen bei persönlichen Anlässen bis zu 60 Euro steuerfrei gewähren (max. 3x pro Jahr).

Welche Benefits sind bei Mitarbeiter:innen am beliebtesten?

Laut dem Circula Benefits-Report 2025 sind Mobilitäts-Benefits (Deutschlandticket, Mobilitätsbudget, Jobrad) am beliebtesten, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice-Optionen. Auf den weiteren Plätzen folgen betriebliche Altersvorsorge, Essenszuschüsse sowie Gesundheits- und Fitnessangebote.

Was kostet ein Benefit-System für Unternehmen?

Die Kosten variieren je nach Umfang. Der steuerfreie 50-Euro-Sachbezug kostet 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter:in – ohne Lohnnebenkosten, was ihn günstiger macht als eine vergleichbare Gehaltserhöhung. Zusätzlich fallen je nach Anbieter Plattformkosten von etwa 3-10 Euro pro Mitarbeiter:in und Monat an.

Welche steuerlichen Vorteile gibt es bei Mitarbeiter Benefits?

Die wichtigsten steuerlichen Vorteile sind: 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze (§ 8 Abs. 2 EStG), Essenszuschuss bis 7,50 Euro pro Arbeitstag, unbegrenzter steuerfreier Kinderbetreuungszuschuss, Internetpauschale bis 50 Euro (pauschal versteuert mit 25 Prozent) und Gesundheitsförderung bis 600 Euro pro Jahr.

Wie führe ich ein flexibles Benefit-System ein?

Der empfohlene Ablauf: 1) Mitarbeiterbefragung zur Bedarfserhebung, 2) Budget festlegen und steuerliche Optionen prüfen, 3) Anbieter vergleichen (z.B. Benify, Circula, NAVIT), 4) Pilotphase mit einer Abteilung starten, 5) regelmäßig evaluieren und anpassen.

Was ist der Unterschied zwischen Benefits und Gehalt?

Das Gehalt ist die regelmäßige Geldzahlung, die voll steuer- und sozialabgabenpflichtig ist. Benefits sind Zusatzleistungen, die oft steuerbegünstigt oder steuerfrei sind. Der Vorteil: Bei steuerfreien Benefits kommt der volle Wert bei den Mitarbeiter:innen an, während bei einer Gehaltserhöhung ein erheblicher Teil an Steuern und Abgaben abgeht.

Fazit

Flexible Mitarbeiter Benefits sind 2025 ein zentrales Instrument für Mitarbeiterbindung und Recruiting. Die Möglichkeit, Benefits individuell zu wählen, erhöht die Zufriedenheit und zeigt Wertschätzung für unterschiedliche Lebenssituationen. Steuerlich bieten Sachbezüge, Essenszuschüsse und weitere Optionen erhebliche Vorteile gegenüber klassischen Gehaltserhöhungen.

Für HR-Verantwortliche lohnt sich der Aufwand: Ein gut strukturiertes Benefit-System stärkt das Employer Branding, reduziert Fluktuation und macht das Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver. Starte mit einer Mitarbeiterbefragung, nutze die steuerlichen Möglichkeiten und evaluiere regelmäßig – so schaffst du ein Benefits-Angebot, das wirklich ankommt.

Quellen

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Flexible Mitarbeiter Benefits – Definition, Beispiele & steuerliche Vorteile

Flexible Mitarbeiter Benefits sind individuell wählbare Zusatzleistungen, die Mitarbeiter:innen je nach Lebenssituation aus einem vordefinierten Angebot auswählen können. Sie umfassen steuerfreie Sachbezüge bis 50 Euro monatlich, Mobilitätsbudgets, Essenszuschüsse oder Gesundheitsleistungen. Im Gegensatz zu starren Gehaltserhöhungen steigern sie die Mitarbeiterzufriedenheit nachweislich und stärken das Employer Branding.

Was sind flexible Mitarbeiter Benefits?

Flexible Mitarbeiter Benefits bezeichnen Zusatzleistungen, die Arbeitgeber:innen ihren Beschäftigten zusätzlich zum regulären Gehalt anbieten – mit dem entscheidenden Unterschied, dass Mitarbeiter:innen aus einem Katalog verschiedener Optionen selbst wählen können. Dieses Prinzip wird auch als "Cafeteria-System" bezeichnet: Wie in einer Kantine stellen sich Beschäftigte ihr individuelles Benefits-Paket zusammen.

Der Unterschied zu klassischen Benefits liegt in der Individualisierung. Während traditionelle Zusatzleistungen für alle Mitarbeiter:innen gleich sind (etwa ein Firmenwagen für Führungskräfte), passen sich flexible Benefits an unterschiedliche Lebensphasen an. Eine junge Berufseinsteigerin wählt vielleicht ein Mobilitätsbudget, während ein Familienvater den Kinderbetreuungszuschuss bevorzugt.

Typische Beispiele für flexible Benefits sind: Sachbezugskarten, Mobilitätsbudgets, Essenszuschüsse, Fitnessmitgliedschaften, Weiterbildungsbudgets oder zusätzliche Urlaubstage.

Die beliebtesten Benefits 2025

Steuerfreie Sachbezüge (50-Euro-Grenze)

Der 50-Euro-Sachbezug gehört zu den meistgenutzten Benefits in Deutschland. Gemäß § 8 Abs. 2 EStG können Arbeitgeber:innen ihren Mitarbeiter:innen monatlich bis zu 50 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zukommen lassen – vorausgesetzt, die Leistung erfolgt als Sachbezug (nicht als Bargeld).

Wichtig: Die 50-Euro-Grenze ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Wird sie auch nur um einen Cent überschritten, wird der gesamte Betrag steuer- und sozialabgabenpflichtig. Arbeitgeber:innen können diese Sachbezüge in Form von Gutscheinkarten, Warengutscheinen oder digitalen Benefit-Lösungen gewähren.

Mobilitäts-Benefits

Laut dem Circula Benefits-Report 2025 sind Mobilitäts-Benefits die beliebteste Kategorie unter deutschen Arbeitnehmer:innen. Dazu zählen:

  • Deutschlandticket als Jobticket: Seit 2024 können Arbeitgeber:innen das 49-Euro-Ticket (seit 2025: 58 Euro) als steuerfreien Sachbezug anbieten.
  • Mobilitätsbudget: Ein monatlicher Betrag, den Mitarbeiter:innen flexibel für ÖPNV, Carsharing, E-Scooter oder Fahrradreparaturen nutzen können.
  • Dienstrad-Leasing: Fahrräder oder E-Bikes, die Mitarbeiter:innen per Gehaltsumwandlung oder als zusätzliche Leistung erhalten.

Essenszuschüsse

Digitale Essensmarken oder Verpflegungszuschüsse sind ein praktischer Benefit mit hohem Alltagsnutzen. Im Jahr 2025 können Unternehmen pro Arbeitstag bis zu 7,50 Euro steuerbegünstigt zum Mittagessen zuschießen. Bei 15 Arbeitstagen pro Monat ergibt das einen maximalen Zuschuss von 112,50 Euro.

Gesundheits- und Fitnessangebote

Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Wellpass-Abonnements oder betriebliche Gesundheitsförderung werden immer beliebter. Arbeitgeber:innen können laut § 3 Nr. 34 EStG bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter:in für qualifizierte Gesundheitsmaßnahmen steuerfrei aufwenden.

Work-Life-Balance Benefits

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Optionen sind 2025 keine "echten" Benefits mehr, sondern werden von vielen Beschäftigten erwartet. Eine IZA-Studie aus dem Jahr 2020 zeigte, dass flexible Arbeitszeiten die Produktivität um bis zu 50 Prozent steigern können – selbst bei Routinetätigkeiten.

Steuerliche Vorteile und Regelungen 2025

Die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze im Detail

Die rechtliche Grundlage für steuerfreie Sachbezüge findet sich in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Damit ein Sachbezug steuerfrei bleibt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Zusätzlichkeit: Der Sachbezug muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden – eine Gehaltsumwandlung ist seit 2020 nicht mehr zulässig.
  2. Keine Barauszahlung: Es darf keine Geldleistung sein. Nur Gutscheine, Geldkarten oder Sachleistungen sind erlaubt.
  3. ZAG-Konformität: Gutscheine und Geldkarten müssen die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG) erfüllen.
  4. Freigrenze beachten: Maximal 50 Euro pro Monat – bei Überschreitung ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Weitere steuerfreie Möglichkeiten

Neben dem 50-Euro-Sachbezug gibt es weitere steuerbegünstigte Benefits:

  • Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen: Bis zu 60 Euro steuer- und abgabenfrei (max. 3x pro Jahr bei Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum)
  • Kinderbetreuungszuschuss: Unbegrenzt steuerfrei für nicht schulpflichtige Kinder
  • Internetpauschale: Bis zu 50 Euro monatlich, pauschal mit 25 Prozent versteuert
  • Betriebliche Altersvorsorge: Bis zu 302 Euro monatlich steuerfrei (2025)

Häufige Fehler vermeiden

Das Zuflussprinzip ist bei Sachbezügen entscheidend: Der Zeitpunkt, zu dem der Benefit beim Mitarbeiter ankommt, bestimmt die steuerliche Zuordnung. Ein Ansparen über mehrere Monate ist grundsätzlich möglich, aber die monatliche Freigrenze darf nie überschritten werden. Dokumentiere jeden Sachbezug mit Datum und Betrag in der Lohnabrechnung.

Flexible Benefits einführen: 5 Schritte

Schritt 1: Mitarbeiterbefragung durchführen Erhebe die tatsächlichen Bedürfnisse deiner Belegschaft. Welche Benefits werden gewünscht? Welche Lebensphasen sind vertreten? Eine anonyme Umfrage liefert wertvolle Erkenntnisse.

Schritt 2: Budget und steuerliche Möglichkeiten prüfen Definiere ein realistisches Budget pro Mitarbeiter:in. Prüfe gemeinsam mit der Steuerberatung, welche Benefits steuerlich am günstigsten sind.

Schritt 3: Anbieter vergleichen Plattformen wie Benify, Circula, NAVIT oder ValueNet bieten digitale Lösungen zur Benefits-Verwaltung. Vergleiche Funktionen, Kosten und Integrationsmöglichkeiten in bestehende HR-Systeme.

Schritt 4: Pilotphase starten Teste das Benefit-System zunächst mit einer Abteilung oder Standort. Sammle Feedback und optimiere vor dem Rollout.

Schritt 5: Regelmäßig evaluieren Benefits-Bedürfnisse ändern sich. Führe jährliche Evaluierungen durch und passe das Angebot an.

Benefits als Recruiting-Vorteil

Flexible Benefits sind mehr als nur ein Mitarbeiterbindungs-Instrument – sie sind ein echtes Recruiting-Argument. Studien zeigen, dass 76 Prozent der Arbeitnehmer:innen Benefits als wichtigen Faktor bei der Arbeitgeberwahl betrachten. In einem Arbeitnehmermarkt mit Fachkräftemangel können attraktive Zusatzleistungen den Unterschied machen.

Dabei zählt nicht nur das Benefits-Paket selbst, sondern das gesamte Arbeitgebererlebnis. Ein moderner, fairer Bewerbungsprozess gehört ebenso zum Employer Branding wie flexible Zusatzleistungen. Die Praxis zeigt: Unternehmen, die objektive Auswahlverfahren mit attraktiven Benefits kombinieren, positionieren sich nachhaltig als attraktive Arbeitgeber:innen.

Du möchtest neben Benefits auch deinen Bewerbungsprozess optimieren? Die digitale Plattform Aivy unterstützt Unternehmen mit wissenschaftlich fundierten Assessments dabei, die Candidate Experience zu verbessern und objektive Auswahlentscheidungen zu treffen. Mehr über Aivy erfahren

Häufige Fragen zu flexiblen Mitarbeiter Benefits

Was sind flexible Mitarbeiter Benefits?

Flexible Mitarbeiter Benefits sind individuell wählbare Zusatzleistungen, die Arbeitgeber:innen zusätzlich zum Gehalt anbieten. Im Gegensatz zu klassischen "One-size-fits-all"-Benefits können Mitarbeiter:innen aus einem Katalog verschiedener Optionen wählen – je nach persönlicher Lebenssituation und Bedürfnissen. Typische Beispiele sind Mobilitätsbudgets, Sachbezugskarten oder Essenszuschüsse.

Wie hoch ist die Sachbezugsfreigrenze 2025?

Die Sachbezugsfreigrenze liegt 2025 bei 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter:in. Dieser Betrag bleibt steuer- und sozialabgabenfrei, wenn er als Sachleistung (Gutscheine, Sachbezugskarten, Waren) gewährt wird. Wichtig: Bei Überschreitung – auch nur um einen Cent – wird der gesamte Betrag steuerpflichtig. Zusätzlich können Arbeitgeber:innen bei persönlichen Anlässen bis zu 60 Euro steuerfrei gewähren (max. 3x pro Jahr).

Welche Benefits sind bei Mitarbeiter:innen am beliebtesten?

Laut dem Circula Benefits-Report 2025 sind Mobilitäts-Benefits (Deutschlandticket, Mobilitätsbudget, Jobrad) am beliebtesten, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice-Optionen. Auf den weiteren Plätzen folgen betriebliche Altersvorsorge, Essenszuschüsse sowie Gesundheits- und Fitnessangebote.

Was kostet ein Benefit-System für Unternehmen?

Die Kosten variieren je nach Umfang. Der steuerfreie 50-Euro-Sachbezug kostet 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter:in – ohne Lohnnebenkosten, was ihn günstiger macht als eine vergleichbare Gehaltserhöhung. Zusätzlich fallen je nach Anbieter Plattformkosten von etwa 3-10 Euro pro Mitarbeiter:in und Monat an.

Welche steuerlichen Vorteile gibt es bei Mitarbeiter Benefits?

Die wichtigsten steuerlichen Vorteile sind: 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze (§ 8 Abs. 2 EStG), Essenszuschuss bis 7,50 Euro pro Arbeitstag, unbegrenzter steuerfreier Kinderbetreuungszuschuss, Internetpauschale bis 50 Euro (pauschal versteuert mit 25 Prozent) und Gesundheitsförderung bis 600 Euro pro Jahr.

Wie führe ich ein flexibles Benefit-System ein?

Der empfohlene Ablauf: 1) Mitarbeiterbefragung zur Bedarfserhebung, 2) Budget festlegen und steuerliche Optionen prüfen, 3) Anbieter vergleichen (z.B. Benify, Circula, NAVIT), 4) Pilotphase mit einer Abteilung starten, 5) regelmäßig evaluieren und anpassen.

Was ist der Unterschied zwischen Benefits und Gehalt?

Das Gehalt ist die regelmäßige Geldzahlung, die voll steuer- und sozialabgabenpflichtig ist. Benefits sind Zusatzleistungen, die oft steuerbegünstigt oder steuerfrei sind. Der Vorteil: Bei steuerfreien Benefits kommt der volle Wert bei den Mitarbeiter:innen an, während bei einer Gehaltserhöhung ein erheblicher Teil an Steuern und Abgaben abgeht.

Fazit

Flexible Mitarbeiter Benefits sind 2025 ein zentrales Instrument für Mitarbeiterbindung und Recruiting. Die Möglichkeit, Benefits individuell zu wählen, erhöht die Zufriedenheit und zeigt Wertschätzung für unterschiedliche Lebenssituationen. Steuerlich bieten Sachbezüge, Essenszuschüsse und weitere Optionen erhebliche Vorteile gegenüber klassischen Gehaltserhöhungen.

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Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
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