Definition: Anchor Bias (Anker-Effekt)
Der Anchor Bias – auch bekannt als Anker-Effekt – beschreibt die Tendenz, sich übermäßig auf die erste erhaltene Information (den „Anker“) zu stützen und spätere Einschätzungen daran auszurichten. Dadurch wird die objektive Bewertung neuer Informationen erschwert.
Beispiele des Anchor Bias
Kennst du das?
Du möchtest in deinem Praktikum fair vergütet werden. In deinem ersten Vorstellungsgespräch wird dir offenbart, dass man bei Praktika eigentlich nie ein Gehalt gezahlt bekommt. Im zweiten Vorstellungsgespräch bietet man dir Mindestlohn. Dankend nimmst du diesen an, obwohl das Gehalt eigentlich unterhalb deiner Vorstellung von fairer Vergütung liegt.
Woran liegt das?
Das liegt am Anker-Effekt
Der Anchor Bias (auch: Anker-Effekt) führt dazu, dass wir uns zu sehr auf die erste Information verlassen, die wir über ein Thema erhalten.
Wir interpretieren Informationen aus dem Bezugspunkt unseres Ankers, anstatt sie objektiv zu betrachten. Du beurteilst das Gehalt des zweiten Vorstellungsgespräches nun höher, weil das erste Gespräch den Anker „Praktika werden eigentlich nie vergütet“ gesetzt hat.
Der Anchoring Bias ist einer der stärksten Effekte in der Psychologie. Viele Studien haben seine Auswirkungen bestätigt und gezeigt, dass wir uns oft an Werten orientieren, die für die anstehende Aufgabe gar nicht relevant sind. Dabei ist es egal, ob wir uns den Anker selbst ausgedacht haben oder ob er uns vorgegeben wurde.
Beispielsweise suchen HR-Verantwortliche eine neue Person für die freie Stelle im Marketing. Da dort zuvor Dora gearbeitet hat, erstellen sie nun ein Anforderungsprofil auf der Grundlage von Doras Fähigkeiten, Erfahrung und anderen Eigenschaften. Nun beurteilen sie alle Talente auf der Basis des Ankers Dora. Sie suchen also eigentlich eine zweite Dora, nicht ein Talent mit individuellen Stärken für die freie Stelle im Marketing.
Quellen
- Furnham, A., & Boo, H. C. (2011). A literature review of anchoring bias. The Journal of Socio-Economics, 40(1), 35-42.
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