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Eignungstest: So findest du die besten Talente

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Eignungstest: So findest du die besten Talente

Fast jeder vierte Auszubildende bricht seine Lehre ab – obwohl die Schulnoten gestimmt haben. Fehlbesetzungen kosten Unternehmen zwischen 50.000 und 200.000 Euro pro Fall. Und trotzdem verlassen sich viele Recruiter:innen immer noch auf ihr Bauchgefühl und unstrukturierte Interviews.

Die Forschung zeigt seit Jahrzehnten: Es geht besser. Eignungstests ermöglichen es, Potenziale und Kompetenzen objektiv zu messen – unabhängig von Sympathie, Aussehen oder dem perfekten Lebenslauf. Doch welche Tests sind wirklich valide? Wie unterscheidet sich ein guter Eignungstest von einem schlechten? Und wie setzt du ihn sinnvoll in deinem Recruiting-Prozess ein?

In diesem Ratgeber erfährst du, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter Eignungstests stecken, welche Arten es gibt und wie du sie für objektivere Personalentscheidungen nutzt. Aktuelle Studien von Schmidt & Hunter bis Sackett et al. liefern die Grundlage – kombiniert mit Praxisbeispielen von Unternehmen, die bereits messbare Erfolge erzielen.

Was ist ein Eignungstest? Definition und Bedeutung für HR

Ein Eignungstest ist ein standardisiertes Verfahren, das die Fähigkeiten, Kompetenzen und Potenziale von Bewerber:innen für eine bestimmte Position misst. Anders als bei einem klassischen Vorstellungsgespräch basieren die Ergebnisse nicht auf subjektiven Eindrücken, sondern auf messbaren Daten.

Das Ziel: Herausfinden, ob eine Person die Voraussetzungen mitbringt, um in einer bestimmten Rolle erfolgreich zu sein – und zwar bevor du sie einstellst, nicht danach.

Abgrenzung zu Einstellungstest, Assessment Center und Persönlichkeitstest

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Verfahren:

Verfahren Fokus Typische Dauer Einsatz
Eignungstest Fähigkeiten, Potenziale, jobspezifische Kompetenzen 30-90 Minuten Vorauswahl, vor dem Interview
Einstellungstest Allgemeiner Begriff für alle Tests im Bewerbungsprozess Variabel Synonym zu Eignungstest
Assessment Center Kombination aus Tests, Rollenspielen, Gruppendiskussionen 0,5-2 Tage Finale Auswahl, Führungskräfte
Persönlichkeitstest Charaktereigenschaften, Verhaltenstendenzen 15-30 Minuten Teil von Eignungstests oder AC

Ein Eignungstest kann verschiedene Module enthalten: kognitive Tests, Persönlichkeitsfragebögen, fachliche Wissenstests oder situative Aufgaben. Die Kunst liegt in der richtigen Kombination – abgestimmt auf das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle.

Warum Schulnoten und Lebenslauf nicht ausreichen

Die Forschung ist eindeutig: Schulnoten und Berufserfahrung sind schlechte Prädiktoren für späteren Berufserfolg. Eine Metaanalyse von Sackett et al. (2021) zeigt, dass Schulnoten über einen Intelligenztest hinaus kaum zusätzliche Aussagekraft haben.

Das Problem: Lebensläufe und Zeugnisse zeigen, was jemand in der Vergangenheit gemacht hat – nicht, was er oder sie in Zukunft leisten kann. Sie begünstigen Menschen mit privilegierten Bildungswegen und blenden Quereinsteiger:innen mit ungenutztem Potenzial aus.

Susanne Berthold-Neumann von Lufthansa bringt es auf den Punkt: "Die Unterlagen schauen wir uns erst spät an, weil sie nur einen kleinen Teil der Person zeigen und wenig darüber aussagen, ob jemand die Kompetenzen für zukünftige Herausforderungen besitzt."

Welche Arten von Eignungstests gibt es?

Je nach Position und Branche kommen unterschiedliche Testverfahren zum Einsatz. Die wichtigsten Kategorien im Überblick:

Kognitive Leistungstests (Intelligenz, Logik)

Kognitive Fähigkeitstests messen Denkfähigkeiten wie logisches Schlussfolgern, Problemlösung, Arbeitsgedächtnis und Lernfähigkeit. Sie gehören zu den am besten erforschten Verfahren in der Eignungsdiagnostik.

Typische Aufgaben:

  • Zahlenreihen fortsetzen
  • Muster erkennen
  • Textverständnis prüfen
  • Logische Schlussfolgerungen ziehen

Warum sie wichtig sind: Die Metaanalyse von Schmidt und Hunter (1998) zeigte, dass kognitive Fähigkeitstests mit r=.51 die höchste Einzelvalidität für die Vorhersage von Berufserfolg haben. Neuere Revisionen (Sackett et al., 2022) korrigieren den Wert auf r=.31, bestätigen aber: Intelligenztests gehören weiterhin zu den validesten Einzelmethoden.

Persönlichkeitsfragebögen

Persönlichkeitstests erfassen stabile Charaktereigenschaften und Verhaltenstendenzen. Das bekannteste Modell sind die Big Five (auch OCEAN-Modell genannt):

  1. Offenheit für Erfahrungen – Kreativität, Neugier
  2. Gewissenhaftigkeit – Zuverlässigkeit, Sorgfalt
  3. Extraversion – Geselligkeit, Energie
  4. Verträglichkeit – Kooperationsbereitschaft, Empathie
  5. Emotionale Stabilität – Stressresistenz, Gelassenheit

Wichtig: Persönlichkeitstests allein sind kein guter Prädiktor für Berufserfolg (r=.22 laut Sackett et al.). Sie entfalten ihren Wert erst in Kombination mit anderen Verfahren – etwa um den Cultural Fit zu prüfen.

Fachliche Wissenstests

Diese Tests prüfen berufsspezifisches Fachwissen: Programmiersprachen für IT-Stellen, kaufmännisches Grundwissen für Ausbildungsberufe, Fremdsprachenkenntnisse für internationale Positionen.

Einsatz: Vor allem bei Fachkräften und Quereinsteiger:innen, wo der Lebenslauf wenig über tatsächliche Kenntnisse aussagt.

Game-Based Assessments: Die moderne Alternative

Game-Based Assessments (GBA) sind Eignungstests in spielerischem Format. Statt klassischer Fragebogen oder Multiple-Choice-Tests absolvieren Bewerber:innen kurze Mini-Spiele, die kognitive Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale messen.

Die Vorteile:

  • Bessere Candidate Experience: Weniger Prüfungsdruck, mehr Engagement
  • Reduzierte Testangst: Spielerisches Format nimmt Nervosität
  • Geringere Manipulierbarkeit: Schwerer zu "faken" als klassische Fragebögen
  • Wissenschaftliche Validität: Studien (Lievens & Sackett, 2017) zeigen vergleichbare Validität bei höherer Akzeptanz

Game-Based Assessments sind keine Spielerei – sie sind eine wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung klassischer Testverfahren.

Wie valide sind Eignungstests wirklich? Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die Frage, die jede:r HR-Verantwortliche stellen sollte: Wie gut sagen Eignungstests tatsächlich späteren Berufserfolg voraus?

Die Schmidt & Hunter Metaanalyse: Was wir daraus lernen

Die Metaanalyse von Frank Schmidt und John Hunter (1998) gilt als Meilenstein der Personalpsychologie. Sie fasste 85 Jahre Forschung zusammen und verglich die Validität verschiedener Auswahlmethoden.

Validität (r-Wert) gibt an, wie stark der Zusammenhang zwischen Testergebnis und späterem Berufserfolg ist. Ein Wert von r=1.0 wäre eine perfekte Vorhersage, r=0 bedeutet kein Zusammenhang.

Die Ergebnisse von Schmidt & Hunter (1998):

Methode Validität (r)
Kognitive Fähigkeitstests .51
Strukturierte Interviews .51
Arbeitsproben .54
Unstrukturierte Interviews .38
Referenzen .26
Berufserfahrung (Jahre) .18

Die Kernaussage: Strukturierte, standardisierte Verfahren schlagen subjektive Einschätzungen deutlich.

Aktuelle Forschung: Sackett et al. (2022)

Eine neuere Metaanalyse von Sackett, Zhang, Berry und Lievens (2022) hat die Werte von Schmidt & Hunter kritisch überprüft – und nach unten korrigiert.

Die aktualisierten Validitäten:

Methode Schmidt & Hunter (1998) Sackett et al. (2022)
Kognitive Tests .51 .31
Strukturierte Interviews .51 .42
Unstrukturierte Interviews .38 .19
Assessment Center .36

Was bedeutet das? Eignungstests sind nicht der "heilige Gral" – aber sie bleiben eine der besten verfügbaren Methoden. Entscheidend ist: Die Kombination verschiedener Verfahren erhöht die Gesamtvalidität deutlich.

Validitätsvergleich: Welche Methoden funktionieren am besten?

Die aktuelle Forschung zeigt klar: Ein Methodenmix schlägt jedes Einzelverfahren.

Top-Kombination nach Sackett et al. (2021):

  1. Kognitiver Leistungstest + strukturiertes Interview
  2. Kognitiver Leistungstest + Integritätstest
  3. Strukturiertes Interview + Persönlichkeitstest

Die schlechtesten Prädiktoren:

  • Grafologische Gutachten (r nahe 0)
  • Unstrukturierte Interviews allein (r=.19)
  • Alter (r nahe 0)

Die Empfehlung: Kombiniere einen kognitiven Leistungstest mit einem strukturierten Vorstellungsgespräch – und ergänze bei Bedarf Persönlichkeitstests für Cultural Fit.

Vorteile und Grenzen von Eignungstests in der Personalauswahl

Kein Verfahren ist perfekt. Hier die ehrliche Bilanz:

Vorteile: Objektivität, Vergleichbarkeit, Bias-Reduktion

Objektivität: Standardisierte Tests liefern vergleichbare Ergebnisse – unabhängig davon, wer sie auswertet. Der Confirmation Bias oder der Halo-Horns Effect, die in Interviews auftreten, werden minimiert.

Vergleichbarkeit: Alle Bewerber:innen durchlaufen dasselbe Verfahren. Das ermöglicht faire Vergleiche – statt "Sympathie-Entscheidungen".

Bias-Reduktion: Objektive Tests bewerten nach Leistung, nicht nach Aussehen, Namen oder Herkunft. Das fördert Diversität und reduziert Diskriminierung.

Effizienz: Online-Tests ermöglichen die Vorauswahl großer Bewerbermengen mit wenig Personalaufwand.

Kostenersparnis: Weniger Fehlbesetzungen = weniger Kosten für erneutes Recruiting, Einarbeitung und Fluktuation.

Grenzen: Nervosität, nicht alle Kompetenzen testbar

Testangst: Bewerber:innen mit Prüfungsangst schneiden möglicherweise schlechter ab, als ihre tatsächliche Eignung vermuten lässt.

Nicht alles ist messbar: Soziale Kompetenzen, Kreativität oder Führungspotenzial lassen sich in standardisierten Tests nur begrenzt erfassen.

Vorbereitung verzerrt: Manche Bewerber:innen bereiten sich intensiv auf typische Testformate vor – was die Aussagekraft einschränken kann.

Akzeptanzprobleme: Zu lange oder langweilige Tests können Bewerber:innen abschrecken.

Wie du die Grenzen überwindest

  • Moderne Formate nutzen: Game-Based Assessments reduzieren Testangst und erhöhen die Akzeptanz
  • Methodenmix einsetzen: Tests + Interview + ggf. Arbeitsprobe kombinieren
  • Candidate Experience priorisieren: Kurze, mobile-optimierte Tests anbieten
  • Transparent kommunizieren: Erkläre Bewerber:innen, warum Tests eingesetzt werden

Eignungstest erstellen oder kaufen? Optionen für Unternehmen

Du hast grundsätzlich drei Optionen:

Option 1: Selbst entwickeln

Vorteile: Maßgeschneidert auf dein Unternehmen, keine laufenden Lizenzkosten

Nachteile: Erfordert psychologisches Fachwissen, hoher Entwicklungsaufwand, Validierung notwendig

Empfehlung: Nur für große Unternehmen mit eigener Diagnostik-Abteilung sinnvoll.

Option 2: Standardisierte Tests von Anbietern

Vorteile: Wissenschaftlich validiert, sofort einsetzbar, geprüfte Gütekriterien

Nachteile: Weniger individuell, laufende Lizenzkosten

Empfehlung: Für die meisten Unternehmen die beste Wahl.

Option 3: Hybrid – Standard-Tests anpassen

Vorteile: Wissenschaftliche Basis + Anpassung an eigene Anforderungen

Nachteile: Erfordert Zusammenarbeit mit Anbieter

Empfehlung: Ideal für Unternehmen mit spezifischen Anforderungsprofilen.

DIN 33430: Der Qualitätsstandard für Eignungsdiagnostik

Die DIN 33430 ist die deutsche Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik. Sie definiert Anforderungen an:

  • Die Qualifikation der Anwender:innen
  • Die Qualität der Testverfahren
  • Den Prozess der Eignungsbeurteilung

Worauf du achten solltest: Frage bei Anbietern nach DIN-33430-Konformität. Zertifizierte Verfahren bieten höhere Rechtssicherheit – besonders relevant, wenn Bewerber:innen Entscheidungen anfechten.

Game-Based Assessments: Objektiv und bewerberfreundlich

Klassische Tests haben ein Image-Problem: Sie gelten als langweilig, stressig und altmodisch. Game-Based Assessments ändern das.

Wie Game-Based Assessments funktionieren

Statt 100 Multiple-Choice-Fragen absolvieren Bewerber:innen kurze Mini-Spiele – typischerweise 15-30 Minuten für ein vollständiges Assessment. Jedes Spiel misst bestimmte Kompetenzen:

  • Reaktionsspiele: Messen Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • Puzzle-Spiele: Erfassen logisches Denken und Problemlösung
  • Memory-Varianten: Testen Arbeitsgedächtnis
  • Entscheidungsspiele: Zeigen Risikobereitschaft und Entscheidungsverhalten

Die Algorithmen im Hintergrund analysieren nicht nur, ob eine Aufgabe gelöst wurde – sondern auch wie: Reaktionszeiten, Muster, Strategien.

Wissenschaftliche Validierung

Eine Studie von Lievens und Sackett (2017) zeigt: Spielerische Assessments reduzieren Testangst und erhöhen die Akzeptanz bei Bewerber:innen – ohne Validitätsverlust.

Weitere Vorteile aus der Forschung:

  • Geringerer Einfluss von sozial erwünschtem Antwortverhalten
  • Schwerer zu manipulieren als klassische Fragebögen
  • Höhere Completion-Raten (weniger Abbrüche)

Praxisbeispiel: Lufthansa erreicht 96% Trefferquote

Die Deutsche Lufthansa AG setzt ein 15-minütiges Online-Assessment mit sieben Mini-Spielen ein. Die Ergebnisse sind beeindruckend:

  • 96% Trefferquote: Die korrekte Vorhersage, welche Bewerber:innen im weiteren Auswahlprozess als geeignet eingestuft werden
  • 81% Zufriedenheit von Bewerbenden: Hohe Akzeptanz des spielerischen Formats
  • 100+ Minuten eingesparte Testzeit pro Bewerber:in: Effizienter als klassische Assessment Center

Diese Kennzahlen zeigen: Moderne Eignungsdiagnostik muss nicht zwischen wissenschaftlicher Validität und positiver Candidate Experience wählen – beides ist möglich.

Objektive Eignungsdiagnostik-Tools wie Aivy ermöglichen datenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl. Die Plattform nutzt Game-Based Assessments, die wissenschaftlich validiert sind und auf der Forschung der Freien Universität Berlin basieren. Mehr Details findest du in der Lufthansa-Erfolgsgeschichte.

Best Practices: So setzt du Eignungstests erfolgreich ein

Der richtige Zeitpunkt im Recruiting-Prozess

Empfehlung: Nach der Bewerbungssichtung, vor dem persönlichen Interview.

Warum?

  1. Du filterst effizient vor – und investierst Interview-Zeit nur in vielversprechende Kandidat:innen
  2. Du hast konkrete Gesprächspunkte aus den Testergebnissen
  3. Bewerber:innen erleben einen professionellen, strukturierten Prozess

Ablauf:

  1. Bewerbung eingeht → Sichtung der Unterlagen
  2. Einladung zum Online-Assessment (automatisiert)
  3. Bewerber:in absolviert Test (ortsunabhängig, zeitflexibel)
  4. Auswertung → Einladung zum Interview bei positivem Ergebnis
  5. Strukturiertes Interview mit Bezug auf Testergebnisse

Kombination von Methoden für maximale Validität

Die Forschung ist eindeutig: Ein Methodenmix schlägt jedes Einzelverfahren.

Empfohlene Kombination für verschiedene Zielgruppen:

Zielgruppe Empfohlene Kombination
Auszubildende Kognitiver Test + Persönlichkeitstest + kurzes Interview
Fachkräfte Kognitiver Test + Fachtest + strukturiertes Interview
Führungskräfte Assessment Center (Tests + Rollenspiele + Interview)
Quereinsteiger:innen Kognitiver Test + Potenzialanalyse + strukturiertes Interview

Candidate Experience: Tests bewerberfreundlich gestalten

Die beste Diagnostik nützt nichts, wenn Bewerber:innen vorher abspringen. So gestaltest du den Prozess positiv:

Checkliste für gute Candidate Experience:

  • Test ist mobile-optimiert und auf allen Geräten nutzbar
  • Maximale Dauer: 30-45 Minuten (lieber kürzer)
  • Klare Vorab-Kommunikation: Was erwartet die Bewerber:innen?
  • Zeitflexibilität: Bewerber:innen wählen selbst, wann sie testen
  • Schnelles Feedback: Nicht wochenlang warten lassen
  • Transparenz: Erkläre, warum Tests eingesetzt werden

MCI Deutschland erreicht mit diesem Ansatz eine 96% Abschlussquote im Assessment – und konnte die Time-to-Hire um 55% reduzieren bei gleichzeitig 92% geringerer Cost-per-Hire. Matthias Kühne, Director People & Culture bei MCI, betont die "objektivere Bewertungsgrundlage", die den Prozess stark professionalisiert hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Eignungstest und Einstellungstest? Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Einstellungstest ist der allgemeinere Begriff für alle Tests im Bewerbungsprozess, während Eignungstest spezifisch auf die Messung von jobspezifischen Fähigkeiten und Potenzialen abzielt.

Wie lange sollte ein Eignungstest dauern? Für Online-Assessments sind 15-45 Minuten optimal. Längere Tests führen zu höheren Abbruchquoten. Game-Based Assessments schaffen es oft, in 15-20 Minuten aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

Können Bewerber:innen bei Eignungstests schummeln? Bei standardisierten Leistungstests ist Schummeln schwieriger als bei Persönlichkeitsfragebögen. Forschung zeigt, dass das Problem geringer ist als befürchtet. Moderne Tools nutzen zusätzlich Zeitlimits, Verhaltensanalysen und Proctoring.

Was sagt die Wissenschaft zur Validität von Eignungstests? Laut aktueller Forschung (Sackett et al. 2022) haben kognitive Leistungstests eine Validität von r=.31, strukturierte Interviews r=.42. Die höchste Validität erreicht eine Kombination verschiedener Methoden.

Wie teuer sind professionelle Eignungstests? Die Kosten variieren stark: Von kostenlosen Basis-Tools bis zu mehreren hundert Euro pro Kandidat:in für umfassende Assessment Center. Online-Assessment-Tools bieten skalierbare Lösungen, die bei hohem Bewerberaufkommen kosteneffizient sind.

Was ist die DIN 33430? Die DIN 33430 ist die deutsche Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik. Sie definiert Qualitätsstandards für Testverfahren und deren Anwendung. Zertifizierte Verfahren bieten höhere Rechtssicherheit.

Können Eignungstests Bias reduzieren? Ja. Standardisierte, objektive Tests bewerten nach Leistung, nicht nach Aussehen, Namen oder Herkunft. Das reduziert unbewusste Vorurteile (Unconscious Bias) und fördert Diversität.

Wie integriere ich Eignungstests in meinen Recruiting-Prozess? Der optimale Zeitpunkt ist nach der Bewerbungssichtung und vor dem persönlichen Gespräch. So filterst du effizient vor und hast im Interview bereits konkrete Gesprächspunkte aus den Testergebnissen.

Fazit: Dein Weg zu objektiver Personalauswahl

Eignungstests sind kein Allheilmittel – aber sie sind eines der besten Werkzeuge, die du für fundierte Personalentscheidungen hast. Die Forschung der letzten 100 Jahre zeigt klar: Strukturierte, standardisierte Verfahren schlagen subjektive Einschätzungen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Kognitive Leistungstests gehören zu den validesten Einzelmethoden für die Vorhersage von Berufserfolg
  • Die Kombination verschiedener Methoden (Test + strukturiertes Interview) erhöht die Gesamtvalidität deutlich
  • Moderne Game-Based Assessments verbinden wissenschaftliche Validität mit positiver Candidate Experience
  • Objektive Tests reduzieren Bias und fördern Diversität
  • Die DIN 33430 bietet einen Qualitätsstandard für seriöse Eignungsdiagnostik

Dein nächster Schritt: Überprüfe deinen aktuellen Recruiting-Prozess. Basieren deine Entscheidungen auf Bauchgefühl oder auf Daten? Wenn du Fehlbesetzungen reduzieren und objektivere Entscheidungen treffen willst, sind wissenschaftlich validierte Eignungstests ein guter Startpunkt.

Tools wie Aivy ermöglichen den Einstieg in moderne Eignungsdiagnostik mit Game-Based Assessments, die auf der Forschung der Freien Universität Berlin basieren. Mit über 100.000 durchgeführten Assessments und messbaren Erfolgen bei Unternehmen wie Lufthansa und MCI bieten sie eine praxiserprobte Lösung.

Demo buchen: Objektive Personalauswahl mit Aivy

Quellen

  • Schmidt, F. L., & Hunter, J. E. (1998). The validity and utility of selection methods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 85 years of research findings. Psychological Bulletin, 124(2), 262-274.
  • Schmidt, F. L., Oh, I.-S., & Shaffer, J. A. (2016). The validity and utility of selection methods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 100 years of research findings. Fox School of Business Research Paper.
  • Sackett, P. R., Zhang, C., Berry, C. M., & Lievens, F. (2022). Revisiting meta-analytic estimates of validity in personnel selection: Addressing systematic overcorrection for restriction of range. Journal of Applied Psychology, 107(11), 2040-2068.
  • Lievens, F., & Sackett, P. R. (2017). The effects of predictor method factors on selection outcomes: A modular approach to personnel selection procedures. Journal of Applied Psychology, 102(1), 43-66.
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Eignungstest: So findest du die besten Talente

Fast jeder vierte Auszubildende bricht seine Lehre ab – obwohl die Schulnoten gestimmt haben. Fehlbesetzungen kosten Unternehmen zwischen 50.000 und 200.000 Euro pro Fall. Und trotzdem verlassen sich viele Recruiter:innen immer noch auf ihr Bauchgefühl und unstrukturierte Interviews.

Die Forschung zeigt seit Jahrzehnten: Es geht besser. Eignungstests ermöglichen es, Potenziale und Kompetenzen objektiv zu messen – unabhängig von Sympathie, Aussehen oder dem perfekten Lebenslauf. Doch welche Tests sind wirklich valide? Wie unterscheidet sich ein guter Eignungstest von einem schlechten? Und wie setzt du ihn sinnvoll in deinem Recruiting-Prozess ein?

In diesem Ratgeber erfährst du, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter Eignungstests stecken, welche Arten es gibt und wie du sie für objektivere Personalentscheidungen nutzt. Aktuelle Studien von Schmidt & Hunter bis Sackett et al. liefern die Grundlage – kombiniert mit Praxisbeispielen von Unternehmen, die bereits messbare Erfolge erzielen.

Was ist ein Eignungstest? Definition und Bedeutung für HR

Ein Eignungstest ist ein standardisiertes Verfahren, das die Fähigkeiten, Kompetenzen und Potenziale von Bewerber:innen für eine bestimmte Position misst. Anders als bei einem klassischen Vorstellungsgespräch basieren die Ergebnisse nicht auf subjektiven Eindrücken, sondern auf messbaren Daten.

Das Ziel: Herausfinden, ob eine Person die Voraussetzungen mitbringt, um in einer bestimmten Rolle erfolgreich zu sein – und zwar bevor du sie einstellst, nicht danach.

Abgrenzung zu Einstellungstest, Assessment Center und Persönlichkeitstest

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Verfahren:

Verfahren Fokus Typische Dauer Einsatz
Eignungstest Fähigkeiten, Potenziale, jobspezifische Kompetenzen 30-90 Minuten Vorauswahl, vor dem Interview
Einstellungstest Allgemeiner Begriff für alle Tests im Bewerbungsprozess Variabel Synonym zu Eignungstest
Assessment Center Kombination aus Tests, Rollenspielen, Gruppendiskussionen 0,5-2 Tage Finale Auswahl, Führungskräfte
Persönlichkeitstest Charaktereigenschaften, Verhaltenstendenzen 15-30 Minuten Teil von Eignungstests oder AC

Ein Eignungstest kann verschiedene Module enthalten: kognitive Tests, Persönlichkeitsfragebögen, fachliche Wissenstests oder situative Aufgaben. Die Kunst liegt in der richtigen Kombination – abgestimmt auf das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle.

Warum Schulnoten und Lebenslauf nicht ausreichen

Die Forschung ist eindeutig: Schulnoten und Berufserfahrung sind schlechte Prädiktoren für späteren Berufserfolg. Eine Metaanalyse von Sackett et al. (2021) zeigt, dass Schulnoten über einen Intelligenztest hinaus kaum zusätzliche Aussagekraft haben.

Das Problem: Lebensläufe und Zeugnisse zeigen, was jemand in der Vergangenheit gemacht hat – nicht, was er oder sie in Zukunft leisten kann. Sie begünstigen Menschen mit privilegierten Bildungswegen und blenden Quereinsteiger:innen mit ungenutztem Potenzial aus.

Susanne Berthold-Neumann von Lufthansa bringt es auf den Punkt: "Die Unterlagen schauen wir uns erst spät an, weil sie nur einen kleinen Teil der Person zeigen und wenig darüber aussagen, ob jemand die Kompetenzen für zukünftige Herausforderungen besitzt."

Welche Arten von Eignungstests gibt es?

Je nach Position und Branche kommen unterschiedliche Testverfahren zum Einsatz. Die wichtigsten Kategorien im Überblick:

Kognitive Leistungstests (Intelligenz, Logik)

Kognitive Fähigkeitstests messen Denkfähigkeiten wie logisches Schlussfolgern, Problemlösung, Arbeitsgedächtnis und Lernfähigkeit. Sie gehören zu den am besten erforschten Verfahren in der Eignungsdiagnostik.

Typische Aufgaben:

  • Zahlenreihen fortsetzen
  • Muster erkennen
  • Textverständnis prüfen
  • Logische Schlussfolgerungen ziehen

Warum sie wichtig sind: Die Metaanalyse von Schmidt und Hunter (1998) zeigte, dass kognitive Fähigkeitstests mit r=.51 die höchste Einzelvalidität für die Vorhersage von Berufserfolg haben. Neuere Revisionen (Sackett et al., 2022) korrigieren den Wert auf r=.31, bestätigen aber: Intelligenztests gehören weiterhin zu den validesten Einzelmethoden.

Persönlichkeitsfragebögen

Persönlichkeitstests erfassen stabile Charaktereigenschaften und Verhaltenstendenzen. Das bekannteste Modell sind die Big Five (auch OCEAN-Modell genannt):

  1. Offenheit für Erfahrungen – Kreativität, Neugier
  2. Gewissenhaftigkeit – Zuverlässigkeit, Sorgfalt
  3. Extraversion – Geselligkeit, Energie
  4. Verträglichkeit – Kooperationsbereitschaft, Empathie
  5. Emotionale Stabilität – Stressresistenz, Gelassenheit

Wichtig: Persönlichkeitstests allein sind kein guter Prädiktor für Berufserfolg (r=.22 laut Sackett et al.). Sie entfalten ihren Wert erst in Kombination mit anderen Verfahren – etwa um den Cultural Fit zu prüfen.

Fachliche Wissenstests

Diese Tests prüfen berufsspezifisches Fachwissen: Programmiersprachen für IT-Stellen, kaufmännisches Grundwissen für Ausbildungsberufe, Fremdsprachenkenntnisse für internationale Positionen.

Einsatz: Vor allem bei Fachkräften und Quereinsteiger:innen, wo der Lebenslauf wenig über tatsächliche Kenntnisse aussagt.

Game-Based Assessments: Die moderne Alternative

Game-Based Assessments (GBA) sind Eignungstests in spielerischem Format. Statt klassischer Fragebogen oder Multiple-Choice-Tests absolvieren Bewerber:innen kurze Mini-Spiele, die kognitive Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale messen.

Die Vorteile:

  • Bessere Candidate Experience: Weniger Prüfungsdruck, mehr Engagement
  • Reduzierte Testangst: Spielerisches Format nimmt Nervosität
  • Geringere Manipulierbarkeit: Schwerer zu "faken" als klassische Fragebögen
  • Wissenschaftliche Validität: Studien (Lievens & Sackett, 2017) zeigen vergleichbare Validität bei höherer Akzeptanz

Game-Based Assessments sind keine Spielerei – sie sind eine wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung klassischer Testverfahren.

Wie valide sind Eignungstests wirklich? Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die Frage, die jede:r HR-Verantwortliche stellen sollte: Wie gut sagen Eignungstests tatsächlich späteren Berufserfolg voraus?

Die Schmidt & Hunter Metaanalyse: Was wir daraus lernen

Die Metaanalyse von Frank Schmidt und John Hunter (1998) gilt als Meilenstein der Personalpsychologie. Sie fasste 85 Jahre Forschung zusammen und verglich die Validität verschiedener Auswahlmethoden.

Validität (r-Wert) gibt an, wie stark der Zusammenhang zwischen Testergebnis und späterem Berufserfolg ist. Ein Wert von r=1.0 wäre eine perfekte Vorhersage, r=0 bedeutet kein Zusammenhang.

Die Ergebnisse von Schmidt & Hunter (1998):

Methode Validität (r)
Kognitive Fähigkeitstests .51
Strukturierte Interviews .51
Arbeitsproben .54
Unstrukturierte Interviews .38
Referenzen .26
Berufserfahrung (Jahre) .18

Die Kernaussage: Strukturierte, standardisierte Verfahren schlagen subjektive Einschätzungen deutlich.

Aktuelle Forschung: Sackett et al. (2022)

Eine neuere Metaanalyse von Sackett, Zhang, Berry und Lievens (2022) hat die Werte von Schmidt & Hunter kritisch überprüft – und nach unten korrigiert.

Die aktualisierten Validitäten:

Methode Schmidt & Hunter (1998) Sackett et al. (2022)
Kognitive Tests .51 .31
Strukturierte Interviews .51 .42
Unstrukturierte Interviews .38 .19
Assessment Center .36

Was bedeutet das? Eignungstests sind nicht der "heilige Gral" – aber sie bleiben eine der besten verfügbaren Methoden. Entscheidend ist: Die Kombination verschiedener Verfahren erhöht die Gesamtvalidität deutlich.

Validitätsvergleich: Welche Methoden funktionieren am besten?

Die aktuelle Forschung zeigt klar: Ein Methodenmix schlägt jedes Einzelverfahren.

Top-Kombination nach Sackett et al. (2021):

  1. Kognitiver Leistungstest + strukturiertes Interview
  2. Kognitiver Leistungstest + Integritätstest
  3. Strukturiertes Interview + Persönlichkeitstest

Die schlechtesten Prädiktoren:

  • Grafologische Gutachten (r nahe 0)
  • Unstrukturierte Interviews allein (r=.19)
  • Alter (r nahe 0)

Die Empfehlung: Kombiniere einen kognitiven Leistungstest mit einem strukturierten Vorstellungsgespräch – und ergänze bei Bedarf Persönlichkeitstests für Cultural Fit.

Vorteile und Grenzen von Eignungstests in der Personalauswahl

Kein Verfahren ist perfekt. Hier die ehrliche Bilanz:

Vorteile: Objektivität, Vergleichbarkeit, Bias-Reduktion

Objektivität: Standardisierte Tests liefern vergleichbare Ergebnisse – unabhängig davon, wer sie auswertet. Der Confirmation Bias oder der Halo-Horns Effect, die in Interviews auftreten, werden minimiert.

Vergleichbarkeit: Alle Bewerber:innen durchlaufen dasselbe Verfahren. Das ermöglicht faire Vergleiche – statt "Sympathie-Entscheidungen".

Bias-Reduktion: Objektive Tests bewerten nach Leistung, nicht nach Aussehen, Namen oder Herkunft. Das fördert Diversität und reduziert Diskriminierung.

Effizienz: Online-Tests ermöglichen die Vorauswahl großer Bewerbermengen mit wenig Personalaufwand.

Kostenersparnis: Weniger Fehlbesetzungen = weniger Kosten für erneutes Recruiting, Einarbeitung und Fluktuation.

Grenzen: Nervosität, nicht alle Kompetenzen testbar

Testangst: Bewerber:innen mit Prüfungsangst schneiden möglicherweise schlechter ab, als ihre tatsächliche Eignung vermuten lässt.

Nicht alles ist messbar: Soziale Kompetenzen, Kreativität oder Führungspotenzial lassen sich in standardisierten Tests nur begrenzt erfassen.

Vorbereitung verzerrt: Manche Bewerber:innen bereiten sich intensiv auf typische Testformate vor – was die Aussagekraft einschränken kann.

Akzeptanzprobleme: Zu lange oder langweilige Tests können Bewerber:innen abschrecken.

Wie du die Grenzen überwindest

  • Moderne Formate nutzen: Game-Based Assessments reduzieren Testangst und erhöhen die Akzeptanz
  • Methodenmix einsetzen: Tests + Interview + ggf. Arbeitsprobe kombinieren
  • Candidate Experience priorisieren: Kurze, mobile-optimierte Tests anbieten
  • Transparent kommunizieren: Erkläre Bewerber:innen, warum Tests eingesetzt werden

Eignungstest erstellen oder kaufen? Optionen für Unternehmen

Du hast grundsätzlich drei Optionen:

Option 1: Selbst entwickeln

Vorteile: Maßgeschneidert auf dein Unternehmen, keine laufenden Lizenzkosten

Nachteile: Erfordert psychologisches Fachwissen, hoher Entwicklungsaufwand, Validierung notwendig

Empfehlung: Nur für große Unternehmen mit eigener Diagnostik-Abteilung sinnvoll.

Option 2: Standardisierte Tests von Anbietern

Vorteile: Wissenschaftlich validiert, sofort einsetzbar, geprüfte Gütekriterien

Nachteile: Weniger individuell, laufende Lizenzkosten

Empfehlung: Für die meisten Unternehmen die beste Wahl.

Option 3: Hybrid – Standard-Tests anpassen

Vorteile: Wissenschaftliche Basis + Anpassung an eigene Anforderungen

Nachteile: Erfordert Zusammenarbeit mit Anbieter

Empfehlung: Ideal für Unternehmen mit spezifischen Anforderungsprofilen.

DIN 33430: Der Qualitätsstandard für Eignungsdiagnostik

Die DIN 33430 ist die deutsche Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik. Sie definiert Anforderungen an:

  • Die Qualifikation der Anwender:innen
  • Die Qualität der Testverfahren
  • Den Prozess der Eignungsbeurteilung

Worauf du achten solltest: Frage bei Anbietern nach DIN-33430-Konformität. Zertifizierte Verfahren bieten höhere Rechtssicherheit – besonders relevant, wenn Bewerber:innen Entscheidungen anfechten.

Game-Based Assessments: Objektiv und bewerberfreundlich

Klassische Tests haben ein Image-Problem: Sie gelten als langweilig, stressig und altmodisch. Game-Based Assessments ändern das.

Wie Game-Based Assessments funktionieren

Statt 100 Multiple-Choice-Fragen absolvieren Bewerber:innen kurze Mini-Spiele – typischerweise 15-30 Minuten für ein vollständiges Assessment. Jedes Spiel misst bestimmte Kompetenzen:

  • Reaktionsspiele: Messen Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • Puzzle-Spiele: Erfassen logisches Denken und Problemlösung
  • Memory-Varianten: Testen Arbeitsgedächtnis
  • Entscheidungsspiele: Zeigen Risikobereitschaft und Entscheidungsverhalten

Die Algorithmen im Hintergrund analysieren nicht nur, ob eine Aufgabe gelöst wurde – sondern auch wie: Reaktionszeiten, Muster, Strategien.

Wissenschaftliche Validierung

Eine Studie von Lievens und Sackett (2017) zeigt: Spielerische Assessments reduzieren Testangst und erhöhen die Akzeptanz bei Bewerber:innen – ohne Validitätsverlust.

Weitere Vorteile aus der Forschung:

  • Geringerer Einfluss von sozial erwünschtem Antwortverhalten
  • Schwerer zu manipulieren als klassische Fragebögen
  • Höhere Completion-Raten (weniger Abbrüche)

Praxisbeispiel: Lufthansa erreicht 96% Trefferquote

Die Deutsche Lufthansa AG setzt ein 15-minütiges Online-Assessment mit sieben Mini-Spielen ein. Die Ergebnisse sind beeindruckend:

  • 96% Trefferquote: Die korrekte Vorhersage, welche Bewerber:innen im weiteren Auswahlprozess als geeignet eingestuft werden
  • 81% Zufriedenheit von Bewerbenden: Hohe Akzeptanz des spielerischen Formats
  • 100+ Minuten eingesparte Testzeit pro Bewerber:in: Effizienter als klassische Assessment Center

Diese Kennzahlen zeigen: Moderne Eignungsdiagnostik muss nicht zwischen wissenschaftlicher Validität und positiver Candidate Experience wählen – beides ist möglich.

Objektive Eignungsdiagnostik-Tools wie Aivy ermöglichen datenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl. Die Plattform nutzt Game-Based Assessments, die wissenschaftlich validiert sind und auf der Forschung der Freien Universität Berlin basieren. Mehr Details findest du in der Lufthansa-Erfolgsgeschichte.

Best Practices: So setzt du Eignungstests erfolgreich ein

Der richtige Zeitpunkt im Recruiting-Prozess

Empfehlung: Nach der Bewerbungssichtung, vor dem persönlichen Interview.

Warum?

  1. Du filterst effizient vor – und investierst Interview-Zeit nur in vielversprechende Kandidat:innen
  2. Du hast konkrete Gesprächspunkte aus den Testergebnissen
  3. Bewerber:innen erleben einen professionellen, strukturierten Prozess

Ablauf:

  1. Bewerbung eingeht → Sichtung der Unterlagen
  2. Einladung zum Online-Assessment (automatisiert)
  3. Bewerber:in absolviert Test (ortsunabhängig, zeitflexibel)
  4. Auswertung → Einladung zum Interview bei positivem Ergebnis
  5. Strukturiertes Interview mit Bezug auf Testergebnisse

Kombination von Methoden für maximale Validität

Die Forschung ist eindeutig: Ein Methodenmix schlägt jedes Einzelverfahren.

Empfohlene Kombination für verschiedene Zielgruppen:

Zielgruppe Empfohlene Kombination
Auszubildende Kognitiver Test + Persönlichkeitstest + kurzes Interview
Fachkräfte Kognitiver Test + Fachtest + strukturiertes Interview
Führungskräfte Assessment Center (Tests + Rollenspiele + Interview)
Quereinsteiger:innen Kognitiver Test + Potenzialanalyse + strukturiertes Interview

Candidate Experience: Tests bewerberfreundlich gestalten

Die beste Diagnostik nützt nichts, wenn Bewerber:innen vorher abspringen. So gestaltest du den Prozess positiv:

Checkliste für gute Candidate Experience:

  • Test ist mobile-optimiert und auf allen Geräten nutzbar
  • Maximale Dauer: 30-45 Minuten (lieber kürzer)
  • Klare Vorab-Kommunikation: Was erwartet die Bewerber:innen?
  • Zeitflexibilität: Bewerber:innen wählen selbst, wann sie testen
  • Schnelles Feedback: Nicht wochenlang warten lassen
  • Transparenz: Erkläre, warum Tests eingesetzt werden

MCI Deutschland erreicht mit diesem Ansatz eine 96% Abschlussquote im Assessment – und konnte die Time-to-Hire um 55% reduzieren bei gleichzeitig 92% geringerer Cost-per-Hire. Matthias Kühne, Director People & Culture bei MCI, betont die "objektivere Bewertungsgrundlage", die den Prozess stark professionalisiert hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Eignungstest und Einstellungstest? Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Einstellungstest ist der allgemeinere Begriff für alle Tests im Bewerbungsprozess, während Eignungstest spezifisch auf die Messung von jobspezifischen Fähigkeiten und Potenzialen abzielt.

Wie lange sollte ein Eignungstest dauern? Für Online-Assessments sind 15-45 Minuten optimal. Längere Tests führen zu höheren Abbruchquoten. Game-Based Assessments schaffen es oft, in 15-20 Minuten aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

Können Bewerber:innen bei Eignungstests schummeln? Bei standardisierten Leistungstests ist Schummeln schwieriger als bei Persönlichkeitsfragebögen. Forschung zeigt, dass das Problem geringer ist als befürchtet. Moderne Tools nutzen zusätzlich Zeitlimits, Verhaltensanalysen und Proctoring.

Was sagt die Wissenschaft zur Validität von Eignungstests? Laut aktueller Forschung (Sackett et al. 2022) haben kognitive Leistungstests eine Validität von r=.31, strukturierte Interviews r=.42. Die höchste Validität erreicht eine Kombination verschiedener Methoden.

Wie teuer sind professionelle Eignungstests? Die Kosten variieren stark: Von kostenlosen Basis-Tools bis zu mehreren hundert Euro pro Kandidat:in für umfassende Assessment Center. Online-Assessment-Tools bieten skalierbare Lösungen, die bei hohem Bewerberaufkommen kosteneffizient sind.

Was ist die DIN 33430? Die DIN 33430 ist die deutsche Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik. Sie definiert Qualitätsstandards für Testverfahren und deren Anwendung. Zertifizierte Verfahren bieten höhere Rechtssicherheit.

Können Eignungstests Bias reduzieren? Ja. Standardisierte, objektive Tests bewerten nach Leistung, nicht nach Aussehen, Namen oder Herkunft. Das reduziert unbewusste Vorurteile (Unconscious Bias) und fördert Diversität.

Wie integriere ich Eignungstests in meinen Recruiting-Prozess? Der optimale Zeitpunkt ist nach der Bewerbungssichtung und vor dem persönlichen Gespräch. So filterst du effizient vor und hast im Interview bereits konkrete Gesprächspunkte aus den Testergebnissen.

Fazit: Dein Weg zu objektiver Personalauswahl

Eignungstests sind kein Allheilmittel – aber sie sind eines der besten Werkzeuge, die du für fundierte Personalentscheidungen hast. Die Forschung der letzten 100 Jahre zeigt klar: Strukturierte, standardisierte Verfahren schlagen subjektive Einschätzungen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Kognitive Leistungstests gehören zu den validesten Einzelmethoden für die Vorhersage von Berufserfolg
  • Die Kombination verschiedener Methoden (Test + strukturiertes Interview) erhöht die Gesamtvalidität deutlich
  • Moderne Game-Based Assessments verbinden wissenschaftliche Validität mit positiver Candidate Experience
  • Objektive Tests reduzieren Bias und fördern Diversität
  • Die DIN 33430 bietet einen Qualitätsstandard für seriöse Eignungsdiagnostik

Dein nächster Schritt: Überprüfe deinen aktuellen Recruiting-Prozess. Basieren deine Entscheidungen auf Bauchgefühl oder auf Daten? Wenn du Fehlbesetzungen reduzieren und objektivere Entscheidungen treffen willst, sind wissenschaftlich validierte Eignungstests ein guter Startpunkt.

Tools wie Aivy ermöglichen den Einstieg in moderne Eignungsdiagnostik mit Game-Based Assessments, die auf der Forschung der Freien Universität Berlin basieren. Mit über 100.000 durchgeführten Assessments und messbaren Erfolgen bei Unternehmen wie Lufthansa und MCI bieten sie eine praxiserprobte Lösung.

Demo buchen: Objektive Personalauswahl mit Aivy

Quellen

  • Schmidt, F. L., & Hunter, J. E. (1998). The validity and utility of selection methods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 85 years of research findings. Psychological Bulletin, 124(2), 262-274.
  • Schmidt, F. L., Oh, I.-S., & Shaffer, J. A. (2016). The validity and utility of selection methods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 100 years of research findings. Fox School of Business Research Paper.
  • Sackett, P. R., Zhang, C., Berry, C. M., & Lievens, F. (2022). Revisiting meta-analytic estimates of validity in personnel selection: Addressing systematic overcorrection for restriction of range. Journal of Applied Psychology, 107(11), 2040-2068.
  • Lievens, F., & Sackett, P. R. (2017). The effects of predictor method factors on selection outcomes: A modular approach to personnel selection procedures. Journal of Applied Psychology, 102(1), 43-66.

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Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
Erfolgsgeschichten

Diese Resultate kannst du erwarten

Entdecke, welche Erfolge andere Unternehmen mit dem Einsatz von Aivy erzielen. Lass dich inspirieren und tu es ihnen gleich.

Viele innovative Arbeitgebende vertrauen bereits auf Aivy

Das sagen #HeRoes

„Durch die sehr hohe Rücklaufquote überzeugen und binden wir unsere Azubis früh im Bewerbungsprozess.“

Tamara Molitor
Ausbildungsleiterin bei Würth
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„Das Stärkenprofil spiegelt 1:1 unsere Erfahrung im persönlichen Gespräch.“

Wolfgang Böhm
Ausbildungsleiter bei DIEHL
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„Durch objektive Kriterien fördern wir Chancengleichheit und Diversität im Recruiting.“

Marie-Jo Goldmann
Head of HR bei nucao
Marie Jo Goldmann Portrait

Aivy ist das beste, was mir im deutschen Diagnostik Start-up Bereich bislang über den Weg gelaufen ist.“

Carl-Christoph Fellinger
Strategic Talent Acquisition bei Beiersdorf
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„Auswahlverfahren, die Spaß machen.“

Anna Miels
Manager Learning & Development bei apoproject
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„Bewerbende finden heraus, für welche Stelle sie die passenden Kompetenzen mitbringen.“

Jürgen Muthig
Leiter Berufsausbildung bei Fresenius
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„Versteckten Potenziale kennenlernen und Bewerber:innen gezielt aufbauen.“

Christian Schütz
HR Manager bei KU64
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Spart Zeit und macht viel Spaß bei der täglichen Arbeit.“

Matthias Kühne
Director People & Culture bei MCI Deutschland
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Ansprechende Candidate Experience durch Kommunikation auf Augenhöhe.“

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Head of HR bei Horn & Bauer
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„Sehr solide, wissenschaftlich fundiert, auch aus Kandidatensicht innovativ und in Summe einfach toll durchdacht.“

Dr. Kevin-Lim Jungbauer
Recruiting and HR Diagnostics Expert bei Beiersdorf
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Der Assistent, der Talent erkennt.

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