Personalcontrolling KPIs (Key Performance Indicators) sind messbare Kennzahlen, die personalrelevante Prozesse und Ergebnisse im Unternehmen abbilden. Sie ermöglichen datenbasierte Entscheidungen in Bereichen wie Recruiting, Personalentwicklung, Mitarbeiterbindung und Personalkosten. Die wichtigsten KPIs umfassen Time-to-Hire, Cost-per-Hire, Fluktuationsrate, Quality-of-Hire und Mitarbeiterzufriedenheit.
Was sind Personalcontrolling KPIs?
Personalcontrolling KPIs sind Schlüsselkennzahlen, die den Erfolg personalwirtschaftlicher Maßnahmen messbar machen. Sie bilden die Grundlage für ein strategisches HR-Management und ermöglichen es, Personalarbeit transparent, vergleichbar und steuerbar zu gestalten.
Definition: Kennzahlen vs. KPIs
Nicht jede Kennzahl ist ein KPI. Während Kennzahlen jeden messbaren Wert beschreiben – etwa die Anzahl der Bewerbungen oder die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit –, sind KPIs ausgewählte Kennzahlen, die direkt mit strategischen Unternehmenszielen verknüpft sind. Ein KPI misst also nicht nur, sondern bewertet auch den Fortschritt hinsichtlich definierter Ziele.
Im Personalcontrolling werden sowohl quantitative als auch qualitative KPIs erfasst. Quantitative KPIs sind zählbare Werte wie Personalkosten, Kündigungen oder Fehlzeiten. Qualitative KPIs hingegen messen schwerer fassbare Aspekte wie Mitarbeiterzufriedenheit, Candidate Experience oder das Kompetenzlevel einzelner Abteilungen. Beide Arten sind für ein umfassendes HR-Controlling unverzichtbar.
Warum sind HR-KPIs wichtig?
Die Bedeutung von HR-KPIs hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Laut HR Insights Report 2024 erwarten 49% der Arbeitgeber für 2025 eine höhere Fluktuation, während 70% bereits 2024 einen Rückgang im Mitarbeiterengagement beobachteten. Angesichts dieser Entwicklungen sind fundierte, datenbasierte Entscheidungen wichtiger denn je.
HR-KPIs ermöglichen es Personalabteilungen, ihre Arbeit messbar zu machen und gegenüber dem Management zu legitimieren. Sie schaffen Transparenz, identifizieren Optimierungspotenziale und helfen, Ressourcen gezielt einzusetzen. Wie Kaplan und Norton bereits 1996 in ihrer Balanced Scorecard-Methode formulierten: "If you can't measure it, you can't manage it."
Klassische Messungen wie Anwesenheitszeit oder Produktionsmenge pro Mitarbeiter:in verlieren in der modernen Arbeitswelt an Bedeutung. Heute arbeiten Teams hybrid, Leistung wird kollektiv erbracht, und Faktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit oder Employee Experience sind mindestens ebenso wichtig wie reine Output-Zahlen.
Operatives vs. strategisches Personalcontrolling
Das Personalcontrolling lässt sich in zwei Bereiche unterteilen, die unterschiedliche Zeiträume und Kennzahlentypen betrachten:
Operatives Personalcontrolling beschreibt die kurzfristige Erhebung, Analyse und Auswertung von Daten. Es fokussiert sich auf "harte" Zahlen wie Mitarbeiterzahl, Personalkosten oder Recruiting-Effizienz. Die Ergebnisse werden meist monatlich ausgewertet und an Führungskräfte kommuniziert. Typische operative KPIs sind Time-to-Hire, Fehlzeitenquote oder aktuelle Personalkosten.
Strategisches Personalcontrolling ist mittel- bis langfristig ausgelegt und orientiert sich an "weichen" Kennzahlen wie der Verbesserung von Produktivität, Personalstrukturen oder Mitarbeiterentwicklung. Das HR-Reporting erfolgt halbjährlich oder jährlich und richtet sich primär an Geschäftsführung und Vorstände. Strategische KPIs umfassen Aspekte wie Mitarbeiterbindung, Diversität oder Weiterbildungsquoten.
Eine neuere Entwicklung ist das prädikative Personalcontrolling, bei dem mithilfe künstlicher Intelligenz zukünftige Entwicklungen von Kennzahlen vorhergesagt werden. Dies ermöglicht es, KPIs zu optimieren, bevor überhaupt Probleme auftreten.
Die 5 wichtigsten KPI-Kategorien
Personalcontrolling KPIs lassen sich in fünf zentrale Kategorien einteilen, die unterschiedliche Aspekte der Personalarbeit abdecken. Eine klare Kategorisierung hilft bei der Auswahl der richtigen KPIs für deine Unternehmensziele.
Recruiting-KPIs
Recruiting-KPIs messen die Effizienz und Qualität deines Einstellungsprozesses. Sie sind besonders wichtig in Zeiten des Fachkräftemangels, da sie aufzeigen, wo Optimierungspotenzial besteht.
Zentrale Recruiting-KPIs:
- Time-to-Hire: Zeitspanne von der Stellenausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung
- Cost-per-Hire: Durchschnittskosten pro Neueinstellung (Stellenanzeigen, Tools, Arbeitszeit)
- Quality-of-Hire: Qualität der Einstellungen, gemessen an Performance und Bindung nach 6-12 Monaten
- Anzahl Bewerbungen pro Kanal: Zeigt, welche Recruiting-Kanäle am effektivsten sind
- Offer Acceptance Rate: Anteil angenommener Jobangebote
Die Praxis zeigt: Objektive Eignungsdiagnostik-Tools wie Aivy können diese KPIs deutlich verbessern. MCI Deutschland konnte die Time-to-Hire um 55% reduzieren und die Cost-per-Hire um 92% senken. Die Plattform nutzt wissenschaftlich validierte Game-Based Assessments, die auf Basis von FU-Berlin-Forschung entwickelt wurden und eine objektive Bewertung ermöglichen. Mehr über Candidate Experience und Eignungsdiagnostik zur Optimierung deiner Recruiting-KPIs.
Personalentwicklung
Diese Kategorie misst, wie effektiv dein Unternehmen in die Weiterbildung und Entwicklung der Mitarbeitenden investiert. Eine hohe Weiterbildungsquote korreliert oft mit höherer Mitarbeiterbindung und Innovation.
Wichtige KPIs:
- Weiterbildungsquote: Anteil der Mitarbeitenden, die an Weiterbildungen teilnehmen
- Weiterbildungskosten pro Mitarbeiter:in: Durchschnittliche Investition in Entwicklung
- Trainingstage pro Mitarbeiter:in: Anzahl der Schulungstage pro Jahr
- Skill-Gap-Analyse: Differenz zwischen vorhandenen und benötigten Kompetenzen
Personalführung
Führungskennzahlen geben Aufschluss über die Qualität der Führungsarbeit und können frühzeitig auf Probleme hinweisen.
Zentrale KPIs:
- Anzahl Coachings pro Führungskraft: Zeigt Investition in Führungsentwicklung
- Dauer der Führungspositionen: Zu kurze Verweildauer kann auf Probleme hindeuten
- Mitarbeiterzufriedenheit nach Team: Vergleich zwischen verschiedenen Führungskräften
- Anzahl an ausländischen Führungskräften: Indikator für Diversität in der Führung
Produktivität & Umsatz
Diese KPIs verknüpfen Personalarbeit mit Geschäftsergebnissen und machen den Wertbeitrag von HR messbar.
Wichtige Kennzahlen:
- Umsatz pro Mitarbeiter:in: Produktivitätsindikator (branchenabhängig zu interpretieren)
- Personalkosten im Verhältnis zum Gesamtumsatz: Zeigt Kosteneffizienz
- Mitarbeiterproduktivität: Verhältnis von Output zu Personalaufwand
- Revenue per Employee: Besonders in wachstumsorientierten Unternehmen relevant
Personalstruktur
Strukturkennzahlen bilden die Zusammensetzung der Belegschaft ab und helfen bei strategischer Personalplanung.
Zentrale KPIs:
- Fluktuationsrate: Anteil der Mitarbeitenden, die das Unternehmen verlassen
- Altersstruktur: Verteilung nach Altersgruppen (wichtig für Nachfolgeplanung)
- Diversitätsindex: Geschlechterverteilung, kulturelle Vielfalt
- Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit: Indikator für Mitarbeiterbindung
- Fehlzeitenquote: Anteil krankheitsbedingter Abwesenheiten
Die 10 wichtigsten KPIs im Überblick
Aus der Vielzahl möglicher Kennzahlen – manche Quellen listen bis zu 65 KPIs – haben wir die 10 wichtigsten für den Einstieg ins HR-Controlling ausgewählt. Diese decken die wesentlichen Bereiche ab und lassen sich in den meisten Unternehmen mit überschaubarem Aufwand erheben.
1. Time-to-Hire
Definition: Zeitspanne von der Stellenausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung.
Berechnung: Durchschnitt aller Einstellungen in einem Zeitraum (z.B. Quartal).
Zielwert: Branchenabhängig, typisch 30-60 Tage. Je kürzer, desto effizienter der Prozess – jedoch nicht auf Kosten der Quality-of-Hire.
2. Cost-per-Hire
Definition: Durchschnittliche Gesamtkosten pro Neueinstellung.
Berechnung: (Externe Kosten + Interne Kosten) / Anzahl Einstellungen. Externe Kosten umfassen Stellenanzeigen, Jobbörsen, Recruiting-Events. Interne Kosten beinhalten Arbeitszeit HR, Interviews, Onboarding.
Zielwert: Stark branchenabhängig. Bei Fachkräften oft 3.000-10.000 Euro.
3. Fluktuationsrate
Definition: Anteil der Mitarbeitenden, die das Unternehmen in einem Zeitraum verlassen.
Berechnung: (Anzahl Abgänge / Durchschnittlicher Personalbestand) x 100
Zielwert: 5-15% gilt branchenübergreifend als normal. Unter 5% kann auf zu geringe Bewegung hindeuten, über 20% erfordert Ursachenanalyse.
4. Quality-of-Hire
Definition: Qualität der Neueinstellungen, gemessen an Performance und Bindung.
Berechnung: Bewertung nach 6-12 Monaten anhand von Performance-Reviews, Vorgesetzten-Feedback und Verbleibsrate.
Zielwert: Mindestens 80% der Neueinstellungen sollten Performance-Erwartungen erfüllen.
5. Mitarbeiterzufriedenheit
Definition: Subjektive Bewertung der Arbeitszufriedenheit durch die Belegschaft.
Berechnung: Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, oft mittels Employee Net Promoter Score (eNPS).
Zielwert: eNPS von +20 oder höher gilt als gut, +50 als exzellent.
6. Fehlzeitenquote
Definition: Anteil krankheitsbedingter Abwesenheiten an der Sollarbeitszeit.
Berechnung: (Fehltage / Arbeitstage gesamt) x 100
Zielwert: In Deutschland liegt der Durchschnitt bei 4-5%. Signifikante Abweichungen erfordern Ursachenanalyse.
7. Personalkosten pro Mitarbeiter:in
Definition: Durchschnittliche Gesamtkosten pro Beschäftigte:r (Gehalt, Sozialabgaben, Benefits).
Berechnung: Gesamte Personalkosten / Anzahl Mitarbeitende
Nutzen: Benchmark-Vergleiche, Budgetplanung, Kostenstrukturtransparenz.
8. Weiterbildungsquote
Definition: Anteil der Mitarbeitenden, die an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen.
Berechnung: (Teilnehmende an Weiterbildungen / Gesamtbelegschaft) x 100
Zielwert: Mindestens 50-70% sollten jährlich an Entwicklungsmaßnahmen teilnehmen.
9. Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
Definition: Mittlere Verweildauer der Mitarbeitenden im Unternehmen.
Berechnung: Summe aller Betriebszugehörigkeiten / Anzahl Mitarbeitende
Interpretation: Längere Zugehörigkeit korreliert mit höherer Zufriedenheit. In Schlüsselpositionen ist Konstanz besonders wertvoll.
10. Diversitätsindex
Definition: Messbare Vielfalt in der Belegschaft (Geschlecht, Alter, Herkunft).
Berechnung: Verschiedene Metriken je nach Fokus, z.B. Frauenanteil in Führung, Altersverteilung, internationale Mitarbeitende.
Relevanz: Zunehmend wichtig für Employer Branding, gesetzliche Anforderungen (z.B. Frauenquote) und Innovation.
So implementierst du HR-Controlling in 8 Schritten
Die Einführung eines HR-Controlling-Systems kann überwältigend wirken – muss es aber nicht. Mit einem strukturierten Vorgehen lässt sich ein effektives System innerhalb weniger Wochen aufbauen.
Schritt 1: Ziele definieren
Starte damit, deine strategischen HR-Ziele zu klären. Möchtest du Recruiting-Kosten senken? Die Mitarbeiterbindung erhöhen? Die Diversität fördern? Deine KPI-Auswahl richtet sich nach diesen Zielen. Laut DGFP-Studie konzentrieren sich erfolgreiche Unternehmen auf 5-10 Kern-KPIs statt auf 50+.
Schritt 2: 3-5 KPIs auswählen (nicht 30!)
Weniger ist mehr. Beginne mit 3-5 KPIs, die zu deinen Zielen passen. Für Recruiting-Fokus: Time-to-Hire, Cost-per-Hire, Quality-of-Hire. Für Mitarbeiterbindung: Fluktuationsrate, Mitarbeiterzufriedenheit. Erst nach 6 Monaten Erfahrung weitere KPIs hinzufügen.
Schritt 3: Datenquellen identifizieren
Wo liegen deine Daten? Bewerbermanagement-System, Zeiterfassung, Gehaltsabrechnung, Mitarbeiterbefragungen? Kläre, welche Daten bereits vorhanden sind und welche neu erhoben werden müssen. Excel kann als Einstieg dienen, professionelle HR-Software (Personio, HRworks, Kenjo) automatisiert den Prozess.
Schritt 4: Mitarbeitende informieren (Change Management)
Kritisch für den Erfolg: Kommuniziere transparent, warum ihr KPIs einführt. Eine häufige Sorge ist, dass Controlling zur Überwachung dient. Erkläre klar: Es geht um Prozessoptimierung, nicht um individuelle Leistungskontrolle. Binde Mitarbeitende früh ein – etwa bei der KPI-Auswahl.
Schritt 5: Tools auswählen
Für den Einstieg reichen Excel oder Google Sheets. Für professionelles Controlling empfehlen sich HR-Systeme mit integrierten Dashboards. Recruiting-KPIs lassen sich gut mit Bewerbermanagement-Systemen wie Softgarden, Workwise oder Recruitee tracken. Für fortgeschrittene Visualisierungen: Power BI oder Tableau.
Schritt 6: Erste Messung durchführen
Führe eine Baseline-Messung durch. Wie sehen deine aktuellen Werte aus? Dies ist dein Ausgangspunkt für spätere Vergleiche (Ist-Ist-Vergleich im Zeitverlauf).
Schritt 7: Ergebnisse kommunizieren
Präsentiere erste Ergebnisse verständlich – visuelle Dashboards mit Ampelsystemen (grün/gelb/rot) funktionieren gut. Erkläre, was die Zahlen bedeuten und welche Maßnahmen du ableitest.
Schritt 8: Kontinuierlich optimieren
HR-Controlling ist kein Einmalprojekt. Überprüfe quartalsweise: Sind die KPIs noch relevant? Gibt es neue Unternehmensziele? Passe dein System an sich ändernde Bedürfnisse an.
Häufige Fragen zu Personalcontrolling KPIs
Was ist der Unterschied zwischen Kennzahlen und KPIs?
Kennzahlen sind alle messbaren Werte in der Personalarbeit – etwa die Anzahl der Bewerbungen oder die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit. KPIs hingegen sind ausgewählte Kennzahlen, die strategische Unternehmensziele messbar machen. Nicht jede Kennzahl ist ein KPI, aber jeder KPI ist eine Kennzahl. Der entscheidende Unterschied: KPIs sind direkt mit deiner Unternehmensstrategie verknüpft und helfen, Fortschritte zu bewerten.
Welche KPIs sollte ich als Erstes implementieren?
Starte mit 3-5 KPIs, die zu deinen aktuellen HR-Zielen passen. Bei Recruiting-Fokus: Time-to-Hire, Cost-per-Hire und Quality-of-Hire. Bei Mitarbeiterbindung: Fluktuationsrate und Mitarbeiterzufriedenheit. Wichtig ist, nicht mit 20+ KPIs zu starten – das überfordert und liefert keine besseren Insights. Erst nach 6 Monaten weitere KPIs hinzufügen, wenn sich die ersten etabliert haben.
Wie berechne ich Time-to-Hire?
Time-to-Hire misst die Zeitspanne von der Stellenausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung. Berechne den Durchschnitt aller Einstellungen in einem Zeitraum (z.B. Quartal). Beispiel: Wenn du in Q1 fünf Personen eingestellt hast mit 25, 40, 35, 50 und 30 Tagen, beträgt deine durchschnittliche Time-to-Hire 36 Tage. Ziel: Je kürzer, desto effizienter – jedoch nicht auf Kosten der Qualität.
Was sind quantitative vs. qualitative KPIs?
Quantitative KPIs sind zählbare, objektiv messbare Werte wie Anzahl der Kündigungen, Personalkosten oder Fehlzeiten. Sie lassen sich präzise in Zahlen ausdrücken. Qualitative KPIs messen subjektive, schwerer fassbare Aspekte wie Mitarbeiterzufriedenheit, Candidate Experience oder Führungsqualität. Sie basieren oft auf Umfragen oder Bewertungen. Beide Arten sind für umfassendes HR-Controlling wichtig – quantitative liefern harte Fakten, qualitative geben Einblicke in die "weichen" Faktoren.
Wie überwinde ich Widerstände im Team gegen KPI-Tracking?
Transparenz ist der Schlüssel. Kommuniziere klar, dass KPIs kein Überwachungsinstrument sind, sondern Prozesse optimieren sollen. Adressiere Ängste direkt: "Wir messen keine individuelle Leistung, sondern Systemeffizienz." Binde Mitarbeitende früh ein – etwa bei der Auswahl der KPIs. Zeige Quick Wins: Wenn die ersten Erfolge sichtbar werden (z.B. schnellere Einstellungen), steigt die Akzeptanz. Transparenz über Ziele und Nutzen schafft Vertrauen.
Wie oft sollte ich KPIs messen?
Das hängt vom KPI-Typ ab. Operative KPIs wie Time-to-Hire, Fehlzeiten oder aktuelle Personalkosten sollten monatlich gemessen werden, da sie sich schnell ändern können. Strategische KPIs wie Mitarbeiterzufriedenheit, Weiterbildungsquote oder Diversitätsindex werden quartalsweise oder halbjährlich erhoben. Für Trendanalysen sind Jahresvergleiche wertvoll – etwa bei der Fluktuationsrate. Wichtig: Konsistenz in der Messung ermöglicht verlässliche Vergleiche über die Zeit.
Welche HR-Software unterstützt Personalcontrolling?
Gängige All-in-One HR-Systeme wie Personio, HRworks, Kenjo oder SAP SuccessFactors bieten integrierte Controlling-Funktionen und Dashboards. Für Recruiting-KPIs eignen sich spezialisierte Bewerbermanagement-Systeme wie Softgarden, Workwise oder Recruitee. Als Einstieg funktionieren Excel oder Google Sheets, für fortgeschrittene Visualisierungen empfehlen sich Business-Intelligence-Tools wie Power BI oder Tableau. Die Wahl hängt von Unternehmensgröße, Budget und Komplexität ab.
Was ist eine gute Fluktuationsrate?
Das ist stark branchenabhängig. Generell gilt: 5-15% Jahresfluktuation sind normal. Unter 5% kann auf zu geringe Bewegung und fehlende Innovation hindeuten. Über 20% signalisiert Handlungsbedarf – die Ursachen sollten analysiert werden (Gehalt, Führung, Arbeitsklima?). Wichtiger als der absolute Wert ist der Trend: Steigt die Fluktuation kontinuierlich, deutet das auf systematische Probleme hin. Vergleiche auch mit Branchenbenchmarks für realistischere Einordnung.
Fazit: Datenbasierte HR-Entscheidungen treffen
Personalcontrolling KPIs sind unverzichtbar für modernes, strategisches HR-Management. Sie machen Personalarbeit messbar, transparent und steuerbar – und ermöglichen den Übergang von Bauchgefühl-Entscheidungen zu datenbasierten Strategien.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, möglichst viele KPIs zu tracken, sondern die richtigen. Starte mit 3-5 Kern-KPIs, die direkt zu deinen Unternehmenszielen passen. Kommuniziere transparent mit deinem Team, nutze vorhandene Tools und optimiere kontinuierlich. Die Investition in ein strukturiertes HR-Controlling zahlt sich aus – durch effizienteres Recruiting, höhere Mitarbeiterbindung und fundiertere Personalentscheidungen.
Denke daran: Controlling kostet Zeit, aber es spart langfristig Ressourcen und verbessert die Qualität deiner HR-Arbeit. Mit der richtigen Strategie wird HR-Controlling zum strategischen Partner der Geschäftsführung.
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Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Personalführung (2023): DGFP-Studie zu klassischen Personalcontrolling-Kennzahlen. Zitiert in: workwise.io
- HR Insights Report (2024): Fluktuation und Mitarbeiterengagement 2024/2025. Zitiert in: haufe-x360.de
- Kaplan, Robert S. & Norton, David P. (1996): The Balanced Scorecard. Harvard Business Review
- HRworks GmbH (2025): HR-Kennzahlen: Definition & 65 Beispiele für Ihr HR-Reporting. https://www.hrworks.de/lexikon/hr-kennzahlen/
- Haufe-X360 (2024): HR-KPIs: Erfolgreiche Messung von Personalkennzahlen. https://www.haufe-x360.de/blog/personalcontrolling-durch-hr-kpis
- Workwise GmbH (2025): 25 Personalkennzahlen fürs HR-Controlling 2025 [inkl. Formeln]. https://hire.workwise.io/hr-praxis/organisationsentwicklung/hr-controlling
- Personio (2022): HR KPIs: 10+ KPI Examples for Human Resources. https://www.personio.com/hr-lexicon/hr-kpis/
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