People Analytics Software sammelt, analysiert und visualisiert Mitarbeiterdaten, um datenbasierte HR-Entscheidungen zu ermöglichen. Die Tools integrieren Daten aus verschiedenen HR-Systemen und liefern Insights zu Themen wie Recruiting-Erfolg, Mitarbeiterbindung, Workforce Planning und Diversity. Mit Funktionen wie Predictive Analytics helfen sie, zukünftige Entwicklungen vorherzusagen und strategische Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen.
Was ist People Analytics Software?
Definition und Abgrenzung
People Analytics Software bezeichnet digitale Plattformen, die Mitarbeiterdaten systematisch erfassen, analysieren und visualisieren, um HR-Verantwortlichen datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen. Laut Gartner handelt es sich um "die Sammlung und Anwendung von Talentdaten zur Verbesserung kritischer Talent- und Geschäftsergebnisse". Die Software integriert Daten aus verschiedenen Quellen wie HRIS (Human Resources Information System), ATS (Applicant Tracking System), Performance-Management-Tools und Mitarbeiterbefragungen auf einer zentralen Plattform.
Im Gegensatz zu klassischer HR-Software, die primär administrative Prozesse digitalisiert, liegt der Fokus von People Analytics auf der Analyse und Interpretation von Daten. Die Tools nutzen statistische Methoden und zunehmend auch KI-Algorithmen, um Muster zu erkennen, Zusammenhänge aufzudecken und Vorhersagen zu treffen.
People Analytics vs. HR Analytics vs. HR Controlling
Die Begriffe People Analytics, HR Analytics und Workforce Analytics werden häufig synonym verwendet, unterscheiden sich jedoch in ihrer Ausrichtung:
People Analytics verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und fokussiert sich auf die Menschen im Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Optimierung der Employee Experience und dem Verständnis menschlicher Verhaltensmuster. Wie Ben Waber vom MIT Media Lab formuliert: "People Analytics löst Geschäftsprobleme. HR Analytics löst HR-Probleme."
HR Analytics konzentriert sich stärker auf HR-Prozesse und administrative Kennzahlen wie Time-to-Hire, Cost-per-Hire oder Fluktuation-Rate. Der Fokus liegt auf der Effizienz von HR-Prozessen.
HR Controlling ist die klassische Berichterstattung über HR-Kennzahlen. Es dokumentiert vergangene Entwicklungen, während People Analytics darüber hinausgeht und nach den Ursachen fragt sowie zukünftige Entwicklungen prognostiziert.
Funktionen und Features
Datenintegration
Moderne People Analytics Software verbindet Daten aus verschiedenen Quellen: Personalverwaltungssysteme (HRIS), Bewerbermanagement (ATS), Performance-Management-Tools, Mitarbeiterbefragungen, Zeiterfassungssysteme und weitere HR-Tools. Die Plattformen bereinigen und harmonisieren diese Daten automatisch, sodass HR-Teams nicht manuell Daten zusammenführen müssen. Über 4.488 Unternehmen weltweit nutzen laut 6sense bereits solche Tools, wobei 91% der Organisationen noch auf Spreadsheets als Basis-Tool setzen – was das erhebliche Potenzial für Automatisierung verdeutlicht.
Dashboards und Visualisierung
Interaktive Dashboards präsentieren HR-Kennzahlen visuell aufbereitet. Führungskräfte und HR-Manager:innen erhalten auf einen Blick Übersicht über kritische Metriken wie Fluktuation, Engagement-Scores, Diversitäts-Kennzahlen oder Recruiting-Performance. Die besten Tools bieten rollenbasierte Dashboards, die jeweils relevante Informationen für verschiedene Stakeholder bereitstellen.
Descriptive, Predictive und Prescriptive Analytics
People Analytics Software arbeitet auf verschiedenen Analyse-Ebenen:
Descriptive Analytics beantwortet die Frage "Was ist passiert?". Diese beschreibende Analyse fasst historische Daten zusammen und visualisiert sie – beispielsweise die Fluktuation-Rate der letzten 12 Monate.
Predictive Analytics prognostiziert "Was könnte passieren?". Auf Basis historischer Daten und Machine-Learning-Algorithmen werden zukünftige Entwicklungen vorhergesagt – etwa welche Mitarbeitenden ein erhöhtes Kündigungs-Risiko aufweisen oder welche Recruiting-Kanäle die erfolgreichsten Einstellungen liefern werden.
Prescriptive Analytics liefert Handlungsempfehlungen: "Was sollten wir tun?". Die Software schlägt konkrete Maßnahmen vor, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen – beispielsweise welche Entwicklungsmaßnahmen die Retention in einer bestimmten Abteilung verbessern würden.
Reporting
Automatisierte Reporting-Funktionen erstellen regelmäßige Berichte für verschiedene Zielgruppen. Statt manuell Excel-Reports zusammenzustellen, generiert die Software diese auf Knopfdruck. Viele Tools ermöglichen es zudem, Reports zu planen und automatisch an Stakeholder zu versenden.
Einsatzbereiche im Unternehmen
Recruiting und Talent Acquisition
Im Recruiting hilft People Analytics Software, die Qualität und Effizienz des Einstellungsprozesses zu verbessern. Die Tools analysieren, welche Recruiting-Kanäle die besten Bewerber:innen liefern, wie lange einzelne Prozess-Schritte dauern und wo Abbrüche in der Candidate Experience auftreten.
Besonders wertvoll wird Analytics, wenn objektive Eignungsdaten als Grundlage dienen. Die Plattform Aivy zeigt, wie wissenschaftlich validierte Assessments eine verlässliche Datenbasis schaffen: Die Lufthansa erreicht durch Game-Based Assessments eine Trefferquote von 96% bei der Vorhersage der Eignung im Vergleich zu ihrem Inhouse Assessment. Solche objektiven Daten reduzieren Unconscious Bias und ermöglichen präzisere Vorhersagemodelle für Recruiting-Erfolg.
Retention und Mitarbeiterbindung
People Analytics identifiziert Muster bei Kündigungen: Gibt es bestimmte Abteilungen mit überdurchschnittlicher Fluktuation? Verlassen Mitarbeitende nach einer bestimmten Betriebszugehörigkeit? Welche Faktoren korrelieren mit hoher Mitarbeiterbindung? Durch diese Erkenntnisse können HR-Teams proaktiv Maßnahmen ergreifen, bevor wertvolle Talente das Unternehmen verlassen.
Workforce Planning
Strategische Personalplanung basiert auf Daten: Wie entwickelt sich der Personalbedarf in verschiedenen Bereichen? Welche Skills werden zukünftig benötigt? Wo existieren Skills Gaps? People Analytics Software unterstützt bei Succession Planning, identifiziert kritische Positionen und hilft, Nachfolge-Kandidat:innen rechtzeitig zu entwickeln.
Diversity, Equity & Inclusion (DEI)
Die Software trackt DEI-Kennzahlen über den gesamten Employee Lifecycle: Wie divers ist die Bewerber:innen-Pipeline? Gibt es Unterschiede in der Beförderungsrate verschiedener Gruppen? Werden Entwicklungschancen gleichmäßig verteilt? Analytics hilft, Bias-Muster zu erkennen und Maßnahmen zur Förderung von Chancengleichheit zu messen.
Performance Management
Analyse von Leistungsdaten ermöglicht es, High Performer zu identifizieren, deren Erfolgsmuster zu verstehen und auf andere Mitarbeitende zu übertragen. Zudem können Zusammenhänge zwischen Führungsverhalten, Teamdynamik und Performance sichtbar gemacht werden.
Vorteile von People Analytics Software
Datenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl
HR-Entscheidungen basieren traditionell häufig auf Intuition und Erfahrung. People Analytics ergänzt diese Expertise durch belastbare Daten. Statt zu vermuten, dass eine Maßnahme wirkt, können HR-Teams deren Effekt messen und optimieren. Dies positioniert HR als strategischen Partner auf Augenhöhe mit anderen datengetriebenen Unternehmensbereichen.
Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen
Automatisierte Datenintegration und Reporting sparen erhebliche Zeit. Statt Daten manuell aus verschiedenen Systemen zu exportieren und in Excel zusammenzuführen, liefert die Software Echtzeit-Dashboards. Diese Effizienzgewinne ermöglichen es HR-Teams, sich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren statt auf administrative Datenarbeit.
Proaktives Handeln durch Predictive Analytics
Durch Vorhersagemodelle können Probleme erkannt werden, bevor sie entstehen. Wenn die Software eine erhöhte Kündigungs-Wahrscheinlichkeit bei wertvollen Mitarbeitenden prognostiziert, können rechtzeitig Retention-Gespräche geführt werden. Diese proaktive Herangehensweise ersetzt reaktives Krisenmanagement.
ROI-Beispiele
Die Frankfurt School konnte durch People Analytics die Fehlentscheidungen im Recruiting um 30% reduzieren – noch vor dem ersten Gespräch. Der Return on Investment lag bereits im ersten Jahr beim 4-fachen der Investition. Solche Kennzahlen verdeutlichen den messbaren Business Value von Analytics-Investitionen.
Herausforderungen und Risiken
DSGVO und Datenschutz in Deutschland
Artikel 88 der DSGVO regelt den Beschäftigtendatenschutz in der EU und legt strikte Vorgaben für die Verarbeitung personenbezogener Mitarbeiterdaten fest. In Deutschland kommt die Mitbestimmungspflicht des Betriebsrats hinzu: Die Erhebung von Mitarbeiterdaten bedarf der Zustimmung der Arbeitnehmer-Vertretung. Ein geplantes eigenständiges Beschäftigtendatenschutzgesetz soll künftig für mehr Rechtsklarheit sorgen.
Seriöse People Analytics Software-Anbieter bieten DSGVO-konforme Lösungen mit Features wie Anonymisierung, granularen Zugriffsrechten und Audit-Trails. Entscheidend ist jedoch auch die Unternehmens-Praxis: Transparenz gegenüber Mitarbeitenden über Datennutzung und klare Regeln, wofür Daten verwendet werden dürfen, sind unerlässlich. Verhaltens- und Leistungskontrolle unterliegt besonders strengen gesetzlichen Regelungen.
Datenqualität als Grundlage
"Garbage in, garbage out" – dieses Prinzip gilt besonders für Analytics. Wenn die Ausgangsdaten unvollständig, inkonsistent oder fehlerhaft sind, führen auch ausgefeilte Algorithmen zu falschen Schlüssen. People Analytics Software kann nur so gut sein wie die Datenqualität in den verbundenen Systemen. Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand für Datenbereinigung und -harmonisierung.
Change Management und Akzeptanz
Die Einführung von People Analytics ist nicht nur ein technisches, sondern vor allem ein kulturelles Projekt. Führungskräfte müssen lernen, datenbasiert zu entscheiden. Mitarbeitende benötigen Vertrauen, dass Daten nicht zur Überwachung missbraucht werden. Der Betriebsrat muss eingebunden werden. Ohne durchdachtes Change Management scheitern Analytics-Initiativen häufig an mangelnder Akzeptanz.
Ethische Grenzen und Überwachungs-Risiken
People Analytics kann zur Effizienzsteigerung genutzt werden – oder zur Überwachung. Wenn Software jede E-Mail, jede Meeting-Teilnahme, jeden Mausklick trackt, entstehen Informationsasymmetrien zwischen Management und Mitarbeitenden. Automatisierte Entscheidungen über Kündigungen oder Beförderungen ausschließlich auf Basis von Algorithmen sind ethisch problematisch. Analytics sollte HR-Expertise ergänzen, nicht ersetzen.
So wählst du die richtige Software aus
Kriterien für die Auswahl
Unternehmensgröße: KMU benötigen andere Features als Konzerne. Während Enterprise-Lösungen komplexe Organisationsstrukturen abbilden und Tausende von Mitarbeitenden verwalten, punkten KMU-fokussierte Tools durch Einfachheit und schnelle Implementierung.
Bestehende HR-Tech-Landschaft: Welche Systeme nutzt du bereits? Die Integration mit vorhandenen Tools (ATS, HRIS, Performance Management) ist entscheidend. Einige Analytics-Plattformen sind als eigenständige Lösungen konzipiert, andere als Module innerhalb umfassender HR-Suites.
Use Cases: Was ist deine Priorität? Recruiting-Optimierung? Retention? Workforce Planning? Nicht jedes Tool ist gleich stark in allen Bereichen. Definiere deine Top-3-Anwendungsfälle und prüfe die Stärken der Anbieter in diesen Bereichen.
Ease of Use: Wie intuitiv ist die Plattform für HR-Generalisten ohne Data-Science-Background? Pre-Built Dashboards und KPIs ermöglichen einen schnelleren Einstieg als Tools, die umfassende Konfiguration erfordern.
Datenschutz: Ist der Anbieter DSGVO-konform? Wo werden Daten gespeichert? Welche Zertifizierungen liegen vor? Bei europäischen Anbietern ist die DSGVO-Konformität oft besser gewährleistet als bei US-Anbietern.
Vendor Support: Wie gut ist das Onboarding? Welcher Support steht während und nach der Implementierung zur Verfügung? Ein guter Vendor begleitet nicht nur technisch, sondern unterstützt auch beim Change Management.
Implementierungs-Tipps
Start small: Beginne mit einem klar definierten Use Case statt dem Versuch, alle HR-Prozesse auf einmal zu optimieren. Ein Quick Win – beispielsweise die Automatisierung eines häufig genutzten Reports – schafft Akzeptanz für weitere Schritte.
Datenqualität prüfen: Führe vor der Implementierung ein Daten-Audit durch. Welche Daten sind verfügbar? Wie konsistent sind sie? Wo bestehen Lücken? Investiere Zeit in die Datenbereinigung.
Stakeholder einbinden: Hole Führungskräfte, Betriebsrat und IT frühzeitig ins Boot. Kläre Erwartungen, adressiere Bedenken und schaffe Transparenz über Datennutzung.
Kompetenzaufbau: Plane Schulungen ein – sowohl für die technische Nutzung der Software als auch für Analytics-Grundlagen. Viele Unternehmen unterschätzen den Bedarf an Analytics-Literacy.
Demo nutzen: Teste die Software vor der Kaufentscheidung ausgiebig. Führe einen Proof of Concept mit echten Daten durch, um zu prüfen, ob die Lösung deine Use Cases tatsächlich abdeckt.
Häufige Fragen zu People Analytics Software
Was ist der Unterschied zwischen People Analytics und HR Analytics?
People Analytics fokussiert sich auf Mitarbeitende und deren Entwicklung mit einem breiten Ansatz zur Optimierung der Employee Experience. HR Analytics konzentriert sich stärker auf HR-Prozesse und administrative Kennzahlen wie Time-to-Hire oder Cost-per-Hire. In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet, wobei People Analytics als umfassenderer Begriff gilt. Ben Waber vom MIT formuliert: "People Analytics löst Geschäftsprobleme, HR Analytics löst HR-Probleme."
Welche Funktionen bietet People Analytics Software?
Moderne Tools bieten Datenintegration aus verschiedenen HR-Systemen (HRIS, ATS, Performance Management, Surveys), interaktive Dashboards und Visualisierungen für schnelle KPI-Übersicht, Descriptive Analytics zur Beantwortung der Frage "Was ist passiert?", Predictive Analytics für Vorhersagen zu Fluktuation und Performance sowie Prescriptive Analytics mit konkreten Handlungsempfehlungen. Zudem gibt es umfassende Reporting-Funktionen für verschiedene Stakeholder.
Für welche Einsatzbereiche eignet sich People Analytics Software?
Die Software unterstützt im Recruiting durch Optimierung von Candidate Experience, Reduzierung der Time-to-Hire und Verbesserung der Hiring-Qualität. Bei der Retention hilft sie, Fluktuation-Risiken zu identifizieren. Im Workforce Planning unterstützt sie Bedarfsplanung und Succession Planning. Für Diversity, Equity & Inclusion ermöglicht sie das Tracking von DEI-Kennzahlen. Im Performance Management analysiert sie Leistungsdaten und identifiziert High Performer. Zudem misst sie Employee Engagement und Mitarbeiterzufriedenheit.
Wie steht es mit Datenschutz und DSGVO bei People Analytics Software?
DSGVO Art. 88 regelt den Beschäftigtendatenschutz in der EU mit strikten Vorgaben für personenbezogene Daten. In Deutschland besteht Mitbestimmungspflicht des Betriebsrats bei Erhebung von Mitarbeiterdaten. Seriöse Anbieter bieten DSGVO-konforme Lösungen mit Anonymisierung und Zugriffsrechten. Transparenz gegenüber Mitarbeitenden ist entscheidend – klare Kommunikation, wofür Daten genutzt werden. Verhaltens- und Leistungskontrolle unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen. Ein geplantes Beschäftigtendatenschutzgesetz in Deutschland soll künftig für mehr Rechtsklarheit sorgen.
Brauche ich Data Scientists, um People Analytics Software zu nutzen?
Moderne Tools sind zunehmend nutzerfreundlich und für HR-Generalisten ohne tiefe Analytics-Kenntnisse konzipiert. Pre-Built Dashboards und KPIs ermöglichen einen sofortigen Einstieg ohne Konfiguration. Für fortgeschrittene Analysen wie Predictive Analytics oder Custom Models sind Analytics-Skills hilfreich. Viele Unternehmen starten mit beschreibender Analyse und bauen Expertise schrittweise auf. KI-gestützte Tools bieten zunehmend automatisierte Insights und Empfehlungen. Ein Head of People Analytics kann sinnvoll sein, ist aber nicht zwingend erforderlich für den Start.
Was kostet People Analytics Software?
Die Preise variieren stark je nach Anbieter, Funktionsumfang und Unternehmensgröße. SaaS-Modelle kosten oft zwischen 5-20 Euro pro Mitarbeitenden und Monat. Enterprise-Lösungen bieten individuelle Angebote ab mehreren tausend Euro jährlich. Zusatzkosten entstehen für Implementierung, Schulungen und Datenintegration. ROI-Studien zeigen: Ein 4-facher ROI bereits im ersten Jahr ist möglich, wie die Frankfurt School belegt. Einige Tools bieten Free Trials oder Basic-Versionen für den kostenlosen Einstieg.
Wie wähle ich die richtige People Analytics Software aus?
Berücksichtige deine Unternehmensgröße – KMU benötigen andere Features als Konzerne. Prüfe die Integration mit deiner bestehenden HR-Tech-Landschaft (ATS, HRIS, Performance Tools). Definiere deine Use Cases: Recruiting, Retention oder Workforce Planning als Priorität? Achte auf Ease of Use – wie intuitiv ist die Plattform für HR-Generalisten? Prüfe DSGVO-Konformität und Transparenz des Anbieters. Nutze Demos und teste die Software vor dem Kauf mit einem Proof of Concept. Bewerte auch die Qualität des Onboardings und laufenden Supports.
Welche Risiken gibt es bei People Analytics?
Datenschutzrisiken umfassen mögliche Verstöße gegen die DSGVO oder Überwachung von Mitarbeitenden. Fehlinterpretation von Daten ist ein Problem – Correlation is not causation, Analytics-Expertise ist notwendig. Bias in Algorithmen kann entstehen, wenn historische Daten Diskriminierung reproduzieren. Informationsasymmetrien entstehen, wenn nur das Management Zugang zu Daten hat und Machtgefälle verstärkt werden. Ethische Grenzen werden überschritten, wenn automatisierte Entscheidungen wie Kündigungen getroffen werden. Over-reliance ist problematisch – People Analytics sollte HR-Expertise ergänzen, nicht ersetzen.
Fazit: People Analytics als strategischer Hebel
People Analytics Software entwickelt sich vom "Nice-to-have" zum strategischen Erfolgsfaktor für datengetriebene HR-Arbeit. Die Tools ermöglichen es, Workforce-Entscheidungen auf eine solide Datenbasis zu stellen, Effizienz zu steigern und proaktiv statt reaktiv zu agieren. Mit einem jährlichen Wachstum von 9% und über 4.488 Unternehmen weltweit, die bereits Analytics-Tools nutzen, ist der Trend eindeutig.
Dennoch ist die Technologie kein Selbstläufer. Erfolgreiche Implementierung erfordert Datenqualität, Change Management und ein klares Bewusstsein für Datenschutz und ethische Grenzen. Menschen bleiben der Kern von HR – Analytics liefert Erkenntnisse, aber Entscheidungen treffen weiterhin Menschen.
Für HR-Verantwortliche gilt: Starte mit einem klaren Use Case, investiere in Datenqualität und Kompetenzaufbau, und nutze Analytics als Kompass für bessere Entscheidungen – nicht als Autopilot.
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Quellen
- Gartner Inc. (2025). Definition of People Analytics. https://www.gartner.com/en/human-resources/glossary/people-analytics
- 6sense (2025). Best People Analytics Software in 2025 – Market Report. https://6sense.com/tech/people-analytics
- Europäische Union (2018). EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Art. 88 – Datenverarbeitung im Beschäftigungskontext. https://dsgvo-gesetz.de/art-88-dsgvo/
- StartUs Insights (2024). 10 New People Analytics Companies and Startups – Industry Statistics. https://www.startus-insights.com/innovators-guide/new-people-analytics-companies-and-startups/
- Personio GmbH (2022). People Analytics: Definition, Vorteile und Methoden. https://www.personio.com/hr-lexicon/people-analytics/
- Culture Amp (2025). What is people analytics? HR's complete guide. https://www.cultureamp.com/blog/people-analytics-guide
- Wikipedia Community (2015). People Analytics. https://de.wikipedia.org/wiki/People_Analytics
- Kim Behnke, People Managing People (2025). 28 Best People Analytics Software Tools for 2025. https://peoplemanagingpeople.com/tools/best-people-analytics-software/
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