Du willst als Talent deine Stärken erkunden?

Hier entlang

Login

Betriebliche Weiterbildung – Definition, Förderung & Praxis-Tipps

Home
-
Lexikon
-
Betriebliche Weiterbildung – Definition, Förderung & Praxis-Tipps

Betriebliche Weiterbildung umfasst alle vom Arbeitgeber veranlassten oder unterstützten Maßnahmen, die Kenntnisse und Fähigkeiten von Mitarbeiter:innen erweitern. Sie ist ein zentraler Hebel gegen den Fachkräftemangel und stärkt sowohl die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens als auch die Karrierechancen der Beschäftigten. Mit dem Qualifizierungschancengesetz können bis zu 100 % der Kosten staatlich gefördert werden.

Definition: Was ist betriebliche Weiterbildung?

Betriebliche Weiterbildung bezeichnet alle Bildungsmaßnahmen, die vom Arbeitgeber initiiert oder gefördert werden und auf eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung aufbauen. Sie dient dazu, fachliche, methodische und soziale Kompetenzen von Beschäftigten gezielt auszubauen – abgestimmt auf die Unternehmensziele und die sich wandelnden Anforderungen der Arbeitswelt.

Im Gegensatz zur rein privaten Weiterbildung liegt die Initiative bei betrieblichen Maßnahmen beim Arbeitgeber. Dieser trägt in der Regel auch die Kosten und stellt Mitarbeiter:innen für die Teilnahme frei.

Unterschied Fortbildung vs. Weiterbildung

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungen:

Fortbildung zielt darauf ab, vorhandene Qualifikationen im aktuell ausgeübten Beruf zu vertiefen oder auf den neuesten Stand zu bringen. Sie setzt eine Berufsausbildung und einschlägige Berufserfahrung voraus. Beispiel: Eine Buchhalterin absolviert eine Schulung zu neuer Steuersoftware.

Weiterbildung ist breiter gefasst und umfasst den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, die nicht zwingend mit dem aktuellen Beruf zusammenhängen müssen. Sie kann auch Quereinsteiger:innen oder Personen ohne Berufsabschluss einschließen. Beispiel: Ein Produktionsmitarbeiter erlernt Grundlagen des Projektmanagements.

Abgrenzung zur beruflichen Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung ist der Oberbegriff für alle Bildungsmaßnahmen nach einer abgeschlossenen Erstausbildung. Sie kann eigeninitiativ erfolgen (z. B. Abendkurse, Fernstudium) oder vom Arbeitgeber veranlasst sein. Betriebliche Weiterbildung ist somit ein Teilbereich der beruflichen Weiterbildung – mit dem Unterschied, dass sie im Unternehmenskontext stattfindet und auf dessen Ziele ausgerichtet ist.

Ziele und Vorteile

Vorteile für Arbeitgeber

Unternehmen profitieren auf mehreren Ebenen von betrieblicher Weiterbildung:

Fachkräftesicherung: Statt aufwendig neue Spezialist:innen zu rekrutieren, können Unternehmen vorhandene Mitarbeiter:innen gezielt qualifizieren. Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 nutzen 56 % der Arbeitgeber Weiterbildung aktiv gegen den Fachkräftemangel.

Produktivitätssteigerung: Weitergebildete Mitarbeiter:innen arbeiten effizienter und selbstständiger. Aktuelle Kenntnisse zu Technologien, Prozessen oder Methoden führen zu besseren Arbeitsergebnissen.

Mitarbeiterbindung: Die Bitkom Weiterbildungsstudie 2025 zeigt: 3 von 4 Arbeitnehmenden sehen gezielte Weiterbildung als zentrales Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Wer in die Entwicklung investiert, reduziert Fluktuation und Fluktuationskosten.

Wettbewerbsfähigkeit: In einer dynamischen Wirtschaft müssen Unternehmen Innovationskraft beweisen. Qualifizierte Teams können neue Technologien schneller adaptieren und Marktchancen besser nutzen.

Vorteile für Arbeitnehmer:innen

Auch Beschäftigte ziehen Nutzen aus betrieblicher Weiterbildung:

Karrierechancen: Zusätzliche Qualifikationen eröffnen Aufstiegsmöglichkeiten – intern wie extern. Die eigene Marktfähigkeit steigt.

Arbeitsplatzsicherheit: Wer aktuelles Fachwissen mitbringt, ist weniger von Automatisierung oder Strukturwandel bedroht.

Persönliche Entwicklung: Neue Fähigkeiten stärken Selbstvertrauen und Zufriedenheit. Viele Beschäftigte empfinden Weiterbildung als Wertschätzung durch den Arbeitgeber.

Formen und Formate der betrieblichen Weiterbildung

On-the-Job-Training

Beim Training on the Job findet die Qualifizierung direkt am Arbeitsplatz statt. Mitarbeiter:innen lernen durch praktische Anleitung, Einweisung und Learning by Doing. Diese Form macht laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 den größten Teil der betrieblichen Weiterbildung aus.

Vorteile: Direkter Praxisbezug, geringe Ausfallzeiten, kostengünstig.Beispiele: Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen, Job Rotation, Mentoring-Programme.

Off-the-Job-Maßnahmen

Bei Off-the-Job-Weiterbildungen verlassen Beschäftigte ihren regulären Arbeitsplatz. Die Maßnahmen sind formal organisiert und schließen oft mit einem Zertifikat ab.

Vorteile: Fokussiertes Lernen ohne Arbeitsunterbrechungen, Austausch mit Teilnehmenden anderer Unternehmen, anerkannte Abschlüsse.Beispiele: Externe Seminare, Fachkonferenzen, Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister:in, Fachwirt:in).

E-Learning und digitale Formate

Digitale Lernformate haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Sie ermöglichen flexibles, ortsunabhängiges Lernen und lassen sich gut in den Arbeitsalltag integrieren.

Formate: Online-Kurse, Webinare, Lernplattformen (LMS), Micro-Learning-Einheiten, Blended Learning (Kombination aus Präsenz und Online).

Laut IW-Weiterbildungserhebung 2024 ist die Nutzung digitaler Lernangebote mittlerweile fest etabliert – besonders beliebt ist interaktives webbasiertes Lernen.

Förderungen und Finanzierung

Qualifizierungschancengesetz

Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) ist seit 2019 in Kraft und wurde 2024 nochmals verbessert. Es ermöglicht staatliche Förderung für betriebliche Weiterbildung – unabhängig von Qualifikation, Alter oder Betriebsgröße der Beschäftigten.

Voraussetzungen:

  • Die berufliche Tätigkeit kann durch Technologien ersetzt werden oder ist vom Strukturwandel betroffen
  • Oder: Weiterbildung in einem Engpassberuf (Fachkräftemangel)
  • Weiterbildung muss mindestens 121 Unterrichtseinheiten umfassen
  • Anbieter muss AZAV-zertifiziert sein

Förderhöhen (seit April 2024):

Betriebsgröße Weiterbildungskosten Lohnkostenzuschuss
Unter 10 Beschäftigte bis 100 % bis 75 %
10–249 Beschäftigte bis 50 % bis 50 %
250–2.499 Beschäftigte bis 25 % bis 25 %
Ab 2.500 Beschäftigte bis 15 % bis 20 %

Der Antrag wird vom Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit gestellt.

Bildungsurlaub

In den meisten Bundesländern haben Beschäftigte Anspruch auf Bildungsurlaub – in der Regel fünf Tage pro Jahr. Der Arbeitgeber stellt die Mitarbeiter:innen frei und zahlt das Gehalt weiter. Die Weiterbildung muss von einer anerkannten Einrichtung durchgeführt werden.

Wer trägt die Kosten?

Bei angeordneter Weiterbildung: Arbeitgeber trägt die Kosten vollständig. Die Teilnahme zählt als Arbeitszeit.

Bei freiwilliger Weiterbildung: Keine gesetzliche Pflicht zur Kostenübernahme. Viele Arbeitgeber beteiligen sich dennoch freiwillig oder übernehmen die Kosten vollständig – als Instrument der Mitarbeiterbindung.

Förderungen nutzen: Mit dem Qualifizierungschancengesetz können beide Seiten entlastet werden. Auch Bildungsgutscheine, Aufstiegs-BAföG und länderspezifische Programme (z. B. Bildungsschecks) bieten Unterstützung.

Praktische Umsetzung für HR

Bedarfsermittlung und Potenzialanalyse

Erfolgreiche betriebliche Weiterbildung beginnt mit einer systematischen Bedarfsermittlung. Ohne klare Analyse bleiben Maßnahmen oft unspezifisch und verfehlen ihre Wirkung.

Methoden zur Bedarfsermittlung:

  • Mitarbeitergespräche und Feedbackrunden
  • Abgleich von Stellenanforderungen und vorhandenen Kompetenzen (Skill-Gap-Analyse)
  • Analyse von Leistungsdaten und Entwicklungspotenzialen
  • Objektive Diagnostik-Tools für stärkenbasierte Entwicklung

Moderne Unternehmen setzen zunehmend auf wissenschaftlich fundierte Potenzialanalysen, um Entwicklungsbedarfe objektiv zu identifizieren. Statt auf Bauchgefühl zu vertrauen, liefern solche Tools valide Daten zu individuellen Stärken und Entwicklungsfeldern. Die digitale Plattform Aivy beispielsweise ermöglicht es, berufliche Interessen und Kompetenzen wissenschaftlich fundiert zu erfassen – als Basis für passgenaue Weiterbildungsplanung. In der Praxis zeigt sich: Stärkenbasierte Teamanalysen, wie sie etwa OMR nutzt, machen verborgene Potenziale sichtbar und ermöglichen gezieltere Entwicklungsmaßnahmen.

Erfolgsmessung und ROI

Um den Nutzen betrieblicher Weiterbildung nachzuweisen, sollten HR-Verantwortliche klare Kennzahlen definieren:

Quantitative Indikatoren:

  • Teilnahmequoten und Abschlussraten
  • Produktivitätsentwicklung nach Maßnahme
  • Fluktuationsrate bei weitergebildeten Mitarbeiter:innen
  • Kosten pro Qualifizierung

Qualitative Indikatoren:

  • Zufriedenheit der Teilnehmenden
  • Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag
  • Feedback von Führungskräften

Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 investieren Unternehmen durchschnittlich rund 1.500 Euro pro Mitarbeiter:in und Jahr in Weiterbildung – unternehmensnahe Dienstleister sogar etwa 1.560 Euro.

Häufige Fragen zur betrieblichen Weiterbildung

Was ist der Unterschied zwischen Fortbildung und Weiterbildung?

Fortbildung vertieft oder aktualisiert Kenntnisse im aktuellen Beruf und setzt eine Berufsausbildung voraus. Weiterbildung ist breiter gefasst und kann auch neue Qualifikationen vermitteln, die nicht direkt mit dem ausgeübten Beruf zusammenhängen. Weiterbildung steht auch Quereinsteiger:innen offen.

Muss der Arbeitgeber Weiterbildung bezahlen?

Bei angeordneter oder verpflichtender Weiterbildung ja – dann trägt der Arbeitgeber die Kosten. Bei freiwilliger Weiterbildung in der Freizeit gibt es keine gesetzliche Pflicht. Viele Unternehmen übernehmen dennoch freiwillig Kosten, um Mitarbeiter:innen zu binden. Mit dem Qualifizierungschancengesetz können Arbeitgeber bis zu 100 % der Kosten erstattet bekommen.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) ist eine staatliche Förderung für betriebliche Weiterbildung, die 2019 eingeführt und 2024 erweitert wurde. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt je nach Betriebsgröße bis zu 100 % der Weiterbildungskosten und gewährt zusätzlich Lohnkostenzuschüsse. Das Ziel: Beschäftigte fit machen für den digitalen Strukturwandel.

Zählt Weiterbildung als Arbeitszeit?

Bei vom Arbeitgeber angeordneter Weiterbildung gilt die Teilnahme als Arbeitszeit. Bei freiwilligen Maßnahmen, die Beschäftigte in ihrer Freizeit absolvieren, ist das nicht der Fall. Bildungsurlaub ist ein Sonderfall: Die Mitarbeiter:innen werden von der regulären Arbeit freigestellt, erhalten aber weiterhin ihr Gehalt.

Welche Weiterbildungsformate gibt es?

Die wichtigsten Formate sind On-the-Job-Training (Lernen am Arbeitsplatz), Off-the-Job-Maßnahmen (externe Seminare, Workshops), E-Learning (Online-Kurse, Webinare), Blended Learning (Kombination aus Präsenz und Online) sowie Coaching und Mentoring für individuelle Begleitung.

Was bringt betriebliche Weiterbildung dem Unternehmen?

Die Vorteile sind vielfältig: Steigerung von Produktivität und Effizienz, höhere Mitarbeiterbindung, Wettbewerbsvorteile durch aktuelle Qualifikationen, Alternative zum teuren externen Recruiting und mehr Innovationskraft durch neue Kompetenzen im Team.

Wie ermittle ich den Weiterbildungsbedarf?

Bewährte Methoden sind Mitarbeitergespräche, Skill-Gap-Analysen (Abgleich von Anforderungen und vorhandenen Kompetenzen), Analyse von Leistungsdaten sowie objektive Potenzialanalysen. Wissenschaftlich fundierte Diagnostik-Tools können dabei helfen, vernetztes Denken und andere Kompetenzen systematisch zu erfassen.

Wie viel investieren Unternehmen in Weiterbildung?

Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 investieren deutsche Unternehmen durchschnittlich etwa 1.500 Euro pro Mitarbeiter:in und Jahr. Die Weiterbildungsquote liegt laut Statistischem Bundesamt bei 5,8 % der Erwerbstätigen (Stand 2024).

Fazit

Betriebliche Weiterbildung ist kein Nice-to-have, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. In Zeiten von Fachkräftemangel, digitaler Transformation und sinkender Wissenshalbwertszeit sichern qualifizierte Mitarbeiter:innen die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Die gute Nachricht: Mit dem Qualifizierungschancengesetz werden Arbeitgeber finanziell entlastet – bis zu 100 % Förderung sind möglich.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der systematischen Bedarfsermittlung. Wer Entwicklungspotenziale objektiv identifiziert und Maßnahmen passgenau auswählt, erzielt den höchsten ROI.

Du möchtest stärkenbasierte Personalentwicklung in deinem Unternehmen etablieren? Mehr über objektive Potenzialanalysen mit Aivy erfahren

Quellen

Home
-
Lexikon
-
Betriebliche Weiterbildung – Definition, Förderung & Praxis-Tipps

Betriebliche Weiterbildung umfasst alle vom Arbeitgeber veranlassten oder unterstützten Maßnahmen, die Kenntnisse und Fähigkeiten von Mitarbeiter:innen erweitern. Sie ist ein zentraler Hebel gegen den Fachkräftemangel und stärkt sowohl die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens als auch die Karrierechancen der Beschäftigten. Mit dem Qualifizierungschancengesetz können bis zu 100 % der Kosten staatlich gefördert werden.

Definition: Was ist betriebliche Weiterbildung?

Betriebliche Weiterbildung bezeichnet alle Bildungsmaßnahmen, die vom Arbeitgeber initiiert oder gefördert werden und auf eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung aufbauen. Sie dient dazu, fachliche, methodische und soziale Kompetenzen von Beschäftigten gezielt auszubauen – abgestimmt auf die Unternehmensziele und die sich wandelnden Anforderungen der Arbeitswelt.

Im Gegensatz zur rein privaten Weiterbildung liegt die Initiative bei betrieblichen Maßnahmen beim Arbeitgeber. Dieser trägt in der Regel auch die Kosten und stellt Mitarbeiter:innen für die Teilnahme frei.

Unterschied Fortbildung vs. Weiterbildung

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungen:

Fortbildung zielt darauf ab, vorhandene Qualifikationen im aktuell ausgeübten Beruf zu vertiefen oder auf den neuesten Stand zu bringen. Sie setzt eine Berufsausbildung und einschlägige Berufserfahrung voraus. Beispiel: Eine Buchhalterin absolviert eine Schulung zu neuer Steuersoftware.

Weiterbildung ist breiter gefasst und umfasst den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, die nicht zwingend mit dem aktuellen Beruf zusammenhängen müssen. Sie kann auch Quereinsteiger:innen oder Personen ohne Berufsabschluss einschließen. Beispiel: Ein Produktionsmitarbeiter erlernt Grundlagen des Projektmanagements.

Abgrenzung zur beruflichen Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung ist der Oberbegriff für alle Bildungsmaßnahmen nach einer abgeschlossenen Erstausbildung. Sie kann eigeninitiativ erfolgen (z. B. Abendkurse, Fernstudium) oder vom Arbeitgeber veranlasst sein. Betriebliche Weiterbildung ist somit ein Teilbereich der beruflichen Weiterbildung – mit dem Unterschied, dass sie im Unternehmenskontext stattfindet und auf dessen Ziele ausgerichtet ist.

Ziele und Vorteile

Vorteile für Arbeitgeber

Unternehmen profitieren auf mehreren Ebenen von betrieblicher Weiterbildung:

Fachkräftesicherung: Statt aufwendig neue Spezialist:innen zu rekrutieren, können Unternehmen vorhandene Mitarbeiter:innen gezielt qualifizieren. Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 nutzen 56 % der Arbeitgeber Weiterbildung aktiv gegen den Fachkräftemangel.

Produktivitätssteigerung: Weitergebildete Mitarbeiter:innen arbeiten effizienter und selbstständiger. Aktuelle Kenntnisse zu Technologien, Prozessen oder Methoden führen zu besseren Arbeitsergebnissen.

Mitarbeiterbindung: Die Bitkom Weiterbildungsstudie 2025 zeigt: 3 von 4 Arbeitnehmenden sehen gezielte Weiterbildung als zentrales Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Wer in die Entwicklung investiert, reduziert Fluktuation und Fluktuationskosten.

Wettbewerbsfähigkeit: In einer dynamischen Wirtschaft müssen Unternehmen Innovationskraft beweisen. Qualifizierte Teams können neue Technologien schneller adaptieren und Marktchancen besser nutzen.

Vorteile für Arbeitnehmer:innen

Auch Beschäftigte ziehen Nutzen aus betrieblicher Weiterbildung:

Karrierechancen: Zusätzliche Qualifikationen eröffnen Aufstiegsmöglichkeiten – intern wie extern. Die eigene Marktfähigkeit steigt.

Arbeitsplatzsicherheit: Wer aktuelles Fachwissen mitbringt, ist weniger von Automatisierung oder Strukturwandel bedroht.

Persönliche Entwicklung: Neue Fähigkeiten stärken Selbstvertrauen und Zufriedenheit. Viele Beschäftigte empfinden Weiterbildung als Wertschätzung durch den Arbeitgeber.

Formen und Formate der betrieblichen Weiterbildung

On-the-Job-Training

Beim Training on the Job findet die Qualifizierung direkt am Arbeitsplatz statt. Mitarbeiter:innen lernen durch praktische Anleitung, Einweisung und Learning by Doing. Diese Form macht laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 den größten Teil der betrieblichen Weiterbildung aus.

Vorteile: Direkter Praxisbezug, geringe Ausfallzeiten, kostengünstig.Beispiele: Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen, Job Rotation, Mentoring-Programme.

Off-the-Job-Maßnahmen

Bei Off-the-Job-Weiterbildungen verlassen Beschäftigte ihren regulären Arbeitsplatz. Die Maßnahmen sind formal organisiert und schließen oft mit einem Zertifikat ab.

Vorteile: Fokussiertes Lernen ohne Arbeitsunterbrechungen, Austausch mit Teilnehmenden anderer Unternehmen, anerkannte Abschlüsse.Beispiele: Externe Seminare, Fachkonferenzen, Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister:in, Fachwirt:in).

E-Learning und digitale Formate

Digitale Lernformate haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Sie ermöglichen flexibles, ortsunabhängiges Lernen und lassen sich gut in den Arbeitsalltag integrieren.

Formate: Online-Kurse, Webinare, Lernplattformen (LMS), Micro-Learning-Einheiten, Blended Learning (Kombination aus Präsenz und Online).

Laut IW-Weiterbildungserhebung 2024 ist die Nutzung digitaler Lernangebote mittlerweile fest etabliert – besonders beliebt ist interaktives webbasiertes Lernen.

Förderungen und Finanzierung

Qualifizierungschancengesetz

Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) ist seit 2019 in Kraft und wurde 2024 nochmals verbessert. Es ermöglicht staatliche Förderung für betriebliche Weiterbildung – unabhängig von Qualifikation, Alter oder Betriebsgröße der Beschäftigten.

Voraussetzungen:

  • Die berufliche Tätigkeit kann durch Technologien ersetzt werden oder ist vom Strukturwandel betroffen
  • Oder: Weiterbildung in einem Engpassberuf (Fachkräftemangel)
  • Weiterbildung muss mindestens 121 Unterrichtseinheiten umfassen
  • Anbieter muss AZAV-zertifiziert sein

Förderhöhen (seit April 2024):

Betriebsgröße Weiterbildungskosten Lohnkostenzuschuss
Unter 10 Beschäftigte bis 100 % bis 75 %
10–249 Beschäftigte bis 50 % bis 50 %
250–2.499 Beschäftigte bis 25 % bis 25 %
Ab 2.500 Beschäftigte bis 15 % bis 20 %

Der Antrag wird vom Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit gestellt.

Bildungsurlaub

In den meisten Bundesländern haben Beschäftigte Anspruch auf Bildungsurlaub – in der Regel fünf Tage pro Jahr. Der Arbeitgeber stellt die Mitarbeiter:innen frei und zahlt das Gehalt weiter. Die Weiterbildung muss von einer anerkannten Einrichtung durchgeführt werden.

Wer trägt die Kosten?

Bei angeordneter Weiterbildung: Arbeitgeber trägt die Kosten vollständig. Die Teilnahme zählt als Arbeitszeit.

Bei freiwilliger Weiterbildung: Keine gesetzliche Pflicht zur Kostenübernahme. Viele Arbeitgeber beteiligen sich dennoch freiwillig oder übernehmen die Kosten vollständig – als Instrument der Mitarbeiterbindung.

Förderungen nutzen: Mit dem Qualifizierungschancengesetz können beide Seiten entlastet werden. Auch Bildungsgutscheine, Aufstiegs-BAföG und länderspezifische Programme (z. B. Bildungsschecks) bieten Unterstützung.

Praktische Umsetzung für HR

Bedarfsermittlung und Potenzialanalyse

Erfolgreiche betriebliche Weiterbildung beginnt mit einer systematischen Bedarfsermittlung. Ohne klare Analyse bleiben Maßnahmen oft unspezifisch und verfehlen ihre Wirkung.

Methoden zur Bedarfsermittlung:

  • Mitarbeitergespräche und Feedbackrunden
  • Abgleich von Stellenanforderungen und vorhandenen Kompetenzen (Skill-Gap-Analyse)
  • Analyse von Leistungsdaten und Entwicklungspotenzialen
  • Objektive Diagnostik-Tools für stärkenbasierte Entwicklung

Moderne Unternehmen setzen zunehmend auf wissenschaftlich fundierte Potenzialanalysen, um Entwicklungsbedarfe objektiv zu identifizieren. Statt auf Bauchgefühl zu vertrauen, liefern solche Tools valide Daten zu individuellen Stärken und Entwicklungsfeldern. Die digitale Plattform Aivy beispielsweise ermöglicht es, berufliche Interessen und Kompetenzen wissenschaftlich fundiert zu erfassen – als Basis für passgenaue Weiterbildungsplanung. In der Praxis zeigt sich: Stärkenbasierte Teamanalysen, wie sie etwa OMR nutzt, machen verborgene Potenziale sichtbar und ermöglichen gezieltere Entwicklungsmaßnahmen.

Erfolgsmessung und ROI

Um den Nutzen betrieblicher Weiterbildung nachzuweisen, sollten HR-Verantwortliche klare Kennzahlen definieren:

Quantitative Indikatoren:

  • Teilnahmequoten und Abschlussraten
  • Produktivitätsentwicklung nach Maßnahme
  • Fluktuationsrate bei weitergebildeten Mitarbeiter:innen
  • Kosten pro Qualifizierung

Qualitative Indikatoren:

  • Zufriedenheit der Teilnehmenden
  • Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag
  • Feedback von Führungskräften

Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 investieren Unternehmen durchschnittlich rund 1.500 Euro pro Mitarbeiter:in und Jahr in Weiterbildung – unternehmensnahe Dienstleister sogar etwa 1.560 Euro.

Häufige Fragen zur betrieblichen Weiterbildung

Was ist der Unterschied zwischen Fortbildung und Weiterbildung?

Fortbildung vertieft oder aktualisiert Kenntnisse im aktuellen Beruf und setzt eine Berufsausbildung voraus. Weiterbildung ist breiter gefasst und kann auch neue Qualifikationen vermitteln, die nicht direkt mit dem ausgeübten Beruf zusammenhängen. Weiterbildung steht auch Quereinsteiger:innen offen.

Muss der Arbeitgeber Weiterbildung bezahlen?

Bei angeordneter oder verpflichtender Weiterbildung ja – dann trägt der Arbeitgeber die Kosten. Bei freiwilliger Weiterbildung in der Freizeit gibt es keine gesetzliche Pflicht. Viele Unternehmen übernehmen dennoch freiwillig Kosten, um Mitarbeiter:innen zu binden. Mit dem Qualifizierungschancengesetz können Arbeitgeber bis zu 100 % der Kosten erstattet bekommen.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) ist eine staatliche Förderung für betriebliche Weiterbildung, die 2019 eingeführt und 2024 erweitert wurde. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt je nach Betriebsgröße bis zu 100 % der Weiterbildungskosten und gewährt zusätzlich Lohnkostenzuschüsse. Das Ziel: Beschäftigte fit machen für den digitalen Strukturwandel.

Zählt Weiterbildung als Arbeitszeit?

Bei vom Arbeitgeber angeordneter Weiterbildung gilt die Teilnahme als Arbeitszeit. Bei freiwilligen Maßnahmen, die Beschäftigte in ihrer Freizeit absolvieren, ist das nicht der Fall. Bildungsurlaub ist ein Sonderfall: Die Mitarbeiter:innen werden von der regulären Arbeit freigestellt, erhalten aber weiterhin ihr Gehalt.

Welche Weiterbildungsformate gibt es?

Die wichtigsten Formate sind On-the-Job-Training (Lernen am Arbeitsplatz), Off-the-Job-Maßnahmen (externe Seminare, Workshops), E-Learning (Online-Kurse, Webinare), Blended Learning (Kombination aus Präsenz und Online) sowie Coaching und Mentoring für individuelle Begleitung.

Was bringt betriebliche Weiterbildung dem Unternehmen?

Die Vorteile sind vielfältig: Steigerung von Produktivität und Effizienz, höhere Mitarbeiterbindung, Wettbewerbsvorteile durch aktuelle Qualifikationen, Alternative zum teuren externen Recruiting und mehr Innovationskraft durch neue Kompetenzen im Team.

Wie ermittle ich den Weiterbildungsbedarf?

Bewährte Methoden sind Mitarbeitergespräche, Skill-Gap-Analysen (Abgleich von Anforderungen und vorhandenen Kompetenzen), Analyse von Leistungsdaten sowie objektive Potenzialanalysen. Wissenschaftlich fundierte Diagnostik-Tools können dabei helfen, vernetztes Denken und andere Kompetenzen systematisch zu erfassen.

Wie viel investieren Unternehmen in Weiterbildung?

Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2024 investieren deutsche Unternehmen durchschnittlich etwa 1.500 Euro pro Mitarbeiter:in und Jahr. Die Weiterbildungsquote liegt laut Statistischem Bundesamt bei 5,8 % der Erwerbstätigen (Stand 2024).

Fazit

Betriebliche Weiterbildung ist kein Nice-to-have, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. In Zeiten von Fachkräftemangel, digitaler Transformation und sinkender Wissenshalbwertszeit sichern qualifizierte Mitarbeiter:innen die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Die gute Nachricht: Mit dem Qualifizierungschancengesetz werden Arbeitgeber finanziell entlastet – bis zu 100 % Förderung sind möglich.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der systematischen Bedarfsermittlung. Wer Entwicklungspotenziale objektiv identifiziert und Maßnahmen passgenau auswählt, erzielt den höchsten ROI.

Du möchtest stärkenbasierte Personalentwicklung in deinem Unternehmen etablieren? Mehr über objektive Potenzialanalysen mit Aivy erfahren

Quellen

Heading 1

Heading 2

Heading 3

Heading 4

Heading 5
Heading 6

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor in reprehenderit in voluptate velit esse cillum dolore eu fugiat nulla pariatur.

Block quote

Ordered list

  1. Item 1
  2. Item 2
  3. Item 3

Unordered list

  • Item A
  • Item B
  • Item C

Text link

Bold text

Emphasis

Superscript

Subscript

Heading 1

Heading 2

Heading 3

Heading 4

Heading 5
Heading 6

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor in reprehenderit in voluptate velit esse cillum dolore eu fugiat nulla pariatur.

Block quote

Ordered list

  1. Item 1
  2. Item 2
  3. Item 3

Unordered list

  • Item A
  • Item B
  • Item C

Text link

Bold text

Emphasis

Superscript

Subscript

Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
Erfolgsgeschichten

Diese Resultate kannst du erwarten

Entdecke, welche Erfolge andere Unternehmen mit dem Einsatz von Aivy erzielen. Lass dich inspirieren und tu es ihnen gleich.

Viele innovative Arbeitgebende vertrauen bereits auf Aivy

Das sagen #HeRoes

„Durch die sehr hohe Rücklaufquote überzeugen und binden wir unsere Azubis früh im Bewerbungsprozess.“

Tamara Molitor
Ausbildungsleiterin bei Würth
Tamara Molitor

„Das Stärkenprofil spiegelt 1:1 unsere Erfahrung im persönlichen Gespräch.“

Wolfgang Böhm
Ausbildungsleiter bei DIEHL
Wolfgang Böhm Portrait

„Durch objektive Kriterien fördern wir Chancengleichheit und Diversität im Recruiting.“

Marie-Jo Goldmann
Head of HR bei nucao
Marie Jo Goldmann Portrait

Aivy ist das beste, was mir im deutschen Diagnostik Start-up Bereich bislang über den Weg gelaufen ist.“

Carl-Christoph Fellinger
Strategic Talent Acquisition bei Beiersdorf
Christoph Feillinger Portrait

„Auswahlverfahren, die Spaß machen.“

Anna Miels
Manager Learning & Development bei apoproject
Anna Miels Portrait

„Bewerbende finden heraus, für welche Stelle sie die passenden Kompetenzen mitbringen.“

Jürgen Muthig
Leiter Berufsausbildung bei Fresenius
Jürgen Muthig Fresenius Portrait

„Versteckten Potenziale kennenlernen und Bewerber:innen gezielt aufbauen.“

Christian Schütz
HR Manager bei KU64
Christian Schuetz

Spart Zeit und macht viel Spaß bei der täglichen Arbeit.“

Matthias Kühne
Director People & Culture bei MCI Deutschland
Matthias Kühne

Ansprechende Candidate Experience durch Kommunikation auf Augenhöhe.“

Theresa Schröder
Head of HR bei Horn & Bauer
Theresa Schröder

„Sehr solide, wissenschaftlich fundiert, auch aus Kandidatensicht innovativ und in Summe einfach toll durchdacht.“

Dr. Kevin-Lim Jungbauer
Recruiting and HR Diagnostics Expert bei Beiersdorf
Kevin Jungbauer
Der Assistent, der Talent erkennt.

Unverbindlich ausprobieren

Werde zum HeRo 🦸 und erkenne mit Aivy wie gut Bewerbende zu euch passen – und das noch vor dem ersten Bewerbungsgespräch...