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Arbeitszeitmodelle – Definition, Übersicht & Praxis-Tipps

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Arbeitszeitmodelle – Definition, Übersicht & Praxis-Tipps

Arbeitszeitmodelle sind Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen, die festlegen, wann und wie lange gearbeitet wird. Die gängigsten Modelle sind Vollzeit, Teilzeit, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Schichtarbeit und Jobsharing. Flexible Arbeitszeitmodelle gewinnen an Bedeutung, da sie die Work-Life-Balance verbessern und Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver machen.

Definition: Was sind Arbeitszeitmodelle?

Ein Arbeitszeitmodell beschreibt die Rahmenbedingungen, unter denen die Arbeitszeit von Mitarbeitenden organisiert ist. Es legt fest, wie viele Stunden pro Tag, Woche oder Jahr gearbeitet wird, zu welchen Zeiten und an welchen Orten dies geschieht.

Die Vereinbarungen zu Arbeitszeitmodellen finden sich im Arbeitsvertrag, in Tarifverträgen oder in Betriebsvereinbarungen. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt dabei den gesetzlichen Rahmen. In Unternehmen mit Betriebsrat hat dieser nach §87 Betriebsverfassungsgesetz ein Mitbestimmungsrecht bei der Arbeitszeitgestaltung.

Die Bandbreite reicht von starren Modellen mit festen Arbeitszeiten bis hin zu flexiblen Arrangements wie Homeoffice, Gleitzeit oder der 4-Tage-Woche. Diese Vielfalt ermöglicht es, sowohl betriebliche Anforderungen als auch persönliche Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu berücksichtigen.

Überblick: Welche Arbeitszeitmodelle gibt es?

Vollzeit und Teilzeit

Das klassische Vollzeitmodell umfasst in der Regel 35 bis 40 Wochenstunden, verteilt auf fünf Arbeitstage. Bei der Teilzeit arbeiten Beschäftigte weniger Stunden als bei einer Vollzeitstelle. Die Verteilung kann auf weniger Tage, kürzere Tagesarbeitszeiten oder eine Kombination aus beidem erfolgen.

Die Brückenteilzeit ermöglicht es Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeit für einen festgelegten Zeitraum zu reduzieren und anschließend zur ursprünglichen Vollzeitstelle zurückzukehren.

Gleitzeit

Bei der Gleitzeit können Beschäftigte innerhalb eines festgelegten Zeitkorridors flexibel beginnen und Feierabend machen. Eine Kernarbeitszeit – etwa von 9:30 bis 15:30 Uhr – sorgt für gemeinsame Präsenzzeiten im Team. Plus- und Minusstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto dokumentiert und müssen innerhalb eines definierten Zeitraums ausgeglichen werden.

Vertrauensarbeitszeit

Bei der Vertrauensarbeitszeit entfällt die formale Kontrolle der Arbeitszeit. Der Fokus liegt auf der Zielerreichung und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden. Sie bestimmen selbst, wann sie arbeiten. Wichtig: Auch bei Vertrauensarbeitszeit gilt die tarifliche Wochenarbeitszeit, und seit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts 2022 sind Arbeitgeber:innen zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet.

Schichtarbeit

Bei der Schichtarbeit arbeiten Mitarbeitende in wechselnden, zeitlich festgelegten Blöcken – etwa in Früh-, Spät- und Nachtschichten. Unterschieden werden das Zweischichtsystem, das Dreischichtsystem und das vollkontinuierliche Schichtsystem, das auch Wochenenden einschließt. Dieses Modell findet sich vor allem in der Produktion, im Gesundheitswesen und bei Dienstleistungen mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb.

Jobsharing

Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehr Personen eine Vollzeitstelle. Die Aufteilung der Arbeitszeit regeln die Beteiligten eigenverantwortlich. Dieses Modell funktioniert auch bei Führungspositionen, erfordert aber präzise Absprachen und eine gute Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Arbeitszeitkonto und Jahresarbeitszeit

Ein Arbeitszeitkonto dokumentiert Abweichungen von der Soll-Arbeitszeit. Bei Kurzzeitkonten erfolgt der Ausgleich innerhalb von Wochen oder Monaten. Langzeitkonten – auch Lebensarbeitszeitkonten genannt – ermöglichen das Ansparen von Zeitguthaben für ein Sabbatical, Pflegezeiten oder den früheren Ruhestand.

Bei der Jahresarbeitszeit wird die Arbeitszeit flexibel über ein Jahr verteilt. In Zeiten hoher Auslastung arbeiten Beschäftigte mehr, in ruhigeren Phasen entsprechend weniger. Das Gehalt bleibt konstant.

Funktionszeit

Die Funktionszeit ist eine Variante der Gleitzeit ohne feste Kernarbeitszeit. Stattdessen werden Funktionszeiten vereinbart, in denen bestimmte Betriebsbereiche besetzt sein müssen. Das Team organisiert sich eigenverantwortlich, wer wann arbeitet.

4-Tage-Woche

Bei der 4-Tage-Woche wird die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilt. Es gibt zwei Varianten: Bei der komprimierten 4-Tage-Woche werden 40 Stunden auf vier Tage verteilt (10 Stunden pro Tag). Bei der verkürzten 4-Tage-Woche reduziert sich die Gesamtarbeitszeit, etwa auf 32 Stunden.

Flexible Arbeitszeitmodelle: Vor- und Nachteile

Flexible Arbeitszeitmodelle bieten sowohl für Mitarbeitende als auch für Unternehmen erhebliche Vorteile. Laut einer Stepstone-Studie von 2025 würden 73% der Beschäftigten an manchen Tagen länger arbeiten, um an anderen kürzer treten zu können. Über 70% wünschen sich laut Statista eine 4-Tage-Woche.

Vorteile für Mitarbeitende: Bessere Work-Life-Balance, höhere Zufriedenheit, weniger Stress, mehr Autonomie bei der Tagesgestaltung.

Vorteile für Unternehmen: Höhere Produktivität, bessere Mitarbeiterbindung, gesteigerte Attraktivität im Recruiting, Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle.

Mögliche Nachteile: Herausforderungen bei der Koordination im Team, unklare Erreichbarkeit, Gefahr der Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben. Bei Vertrauensarbeitszeit besteht zudem das Risiko, dass Mitarbeitende mehr arbeiten als vertraglich vereinbart.

Rechtlicher Rahmen: Was erlaubt das Arbeitszeitgesetz?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt klare Grenzen für alle Arbeitszeitmodelle. Laut §3 ArbZG beträgt die maximale tägliche Arbeitszeit grundsätzlich 8 Stunden. Sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden pro Werktag nicht überschritten werden.

Die wöchentliche Arbeitszeit darf 48 Stunden nicht überschreiten. Zwischen zwei Arbeitstagen muss laut §5 ArbZG eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden sind gemäß §4 ArbZG mindestens 30 Minuten Pause vorgeschrieben, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten.

Aktuell diskutiert die Bundesregierung eine Flexibilisierung: Statt der täglichen Höchstarbeitszeit könnte eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden treten. Dies würde längere Arbeitstage bei der 4-Tage-Woche erleichtern.

Trends 2025/2026: Die 4-Tage-Woche und Flexibilisierung

Die Debatte um flexible Arbeitszeitmodelle hat in den letzten Jahren an Fahrt gewonnen. Besonders die 4-Tage-Woche steht im Fokus. Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung von 2025 setzen jedoch nur etwa 4% der Unternehmen die 4-Tage-Woche tatsächlich um. In Stellenanzeigen wird sie in etwa einer von 1.000 Ausschreibungen angeboten.

„Flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit, Vier-Tage-Woche oder Teilzeit in Kombination mit Homeoffice werden als besonders attraktiv wahrgenommen", erklärt Ufuk Altun vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Der Trend geht hin zu mehr Wahlfreiheit: Mitarbeitende wollen nicht unbedingt weniger arbeiten, sondern flexibler entscheiden, wann sie arbeiten. Unternehmen, die diese Flexibilität bieten, stärken ihr Employer Branding und positionieren sich im Wettbewerb um Fachkräfte.

Praxistipps: Welches Modell passt zu deinem Unternehmen?

Die Wahl des richtigen Arbeitszeitmodells hängt von mehreren Faktoren ab:

Branche und Tätigkeitsprofil: In der Produktion oder im Kundenservice mit festen Öffnungszeiten sind Schichtmodelle oder Funktionszeiten oft sinnvoller als vollständig flexible Modelle. Für wissensbasierte Tätigkeiten eignen sich Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit besser.

Unternehmensgröße: Kleinere Teams können Absprachen oft informell treffen. In größeren Organisationen braucht es klare Regelungen und Betriebsvereinbarungen.

Unternehmenskultur: Vertrauensarbeitszeit funktioniert nur in einer Kultur, die auf Eigenverantwortung und offene Kommunikation setzt. Prüfe, ob der Cultural Fit zum angedachten Modell passt.

Mitarbeiterwünsche: Befrage dein Team, welche Modelle gewünscht sind. Die Akzeptanz steigt, wenn Mitarbeitende in die Entscheidung einbezogen werden.

Häufige Fragen zu Arbeitszeitmodellen

Welche Arbeitszeitmodelle gibt es?

Die gängigsten Arbeitszeitmodelle sind Vollzeit und Teilzeit, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Schichtarbeit, Jobsharing, Arbeitszeitkonten, Jahresarbeitszeit, Funktionszeit und die 4-Tage-Woche. Die Wahl hängt von Branche, Unternehmenskultur und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ab.

Was ist Gleitzeit und wie funktioniert sie?

Bei Gleitzeit gibt es eine Kernarbeitszeit mit Anwesenheitspflicht, etwa von 9:30 bis 15:30 Uhr. Davor und danach liegt eine Gleitzeitphase, in der Mitarbeitende flexibel beginnen und enden können. Die vereinbarte Wochenarbeitszeit muss insgesamt erreicht werden, Plus- und Minusstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto dokumentiert.

Was ist der Unterschied zwischen Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit?

Bei der Gleitzeit gibt es flexible Start- und Endzeiten, aber eine Kernarbeitszeit und eine Zeiterfassung. Bei der Vertrauensarbeitszeit entfällt die formale Zeitkontrolle – der Fokus liegt auf der Zielerreichung. Mitarbeitende bestimmen ihre Zeit vollständig eigenverantwortlich. Wichtig: Die Arbeitszeiterfassungspflicht seit 2022 gilt auch bei Vertrauensarbeitszeit.

Ist die 4-Tage-Woche in Deutschland erlaubt?

Ja, die 4-Tage-Woche ist grundsätzlich erlaubt. Bei der komprimierten Variante werden 40 Stunden auf 4 Tage verteilt (10 Stunden pro Tag) – das Arbeitszeitgesetz erlaubt bis zu 10 Stunden täglich bei Ausgleich innerhalb von 6 Monaten. Bei der verkürzten Variante reduziert sich die Gesamtarbeitszeit. Aktuell setzen nur etwa 4% der Unternehmen die 4-Tage-Woche um.

Was ist ein Arbeitszeitkonto?

Ein Arbeitszeitkonto dokumentiert Abweichungen von der Soll-Arbeitszeit. Plus-Stunden durch Mehrarbeit können später als Freizeit genommen werden, Minus-Stunden müssen nachgearbeitet werden. Bei Kurzzeitkonten erfolgt der Ausgleich innerhalb von Wochen oder Monaten, bei Langzeitkonten kann Zeitguthaben für ein Sabbatical oder den früheren Ruhestand angespart werden.

Wie funktioniert Jobsharing?

Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehr Personen eine Vollzeitstelle. Die Aufteilung der Arbeitszeit regeln die Beteiligten selbst. Das Modell funktioniert auch bei Führungspositionen, erfordert aber präzise Absprachen. Es ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und bietet Unternehmen den Vorteil mehrerer Perspektiven.

Welche Vorteile haben flexible Arbeitszeitmodelle?

Für Mitarbeitende bedeuten flexible Modelle eine bessere Work-Life-Balance, höhere Zufriedenheit und weniger Stress. Für Unternehmen resultieren daraus höhere Produktivität, bessere Mitarbeiterbindung und mehr Attraktivität im Recruiting. 73% der Beschäftigten würden an manchen Tagen länger arbeiten, um an anderen kürzer zu arbeiten.

Welche gesetzlichen Grenzen gelten für Arbeitszeitmodelle?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt den Rahmen: Grundsätzlich maximal 8 Stunden pro Tag (erweiterbar auf 10 bei Ausgleich), maximal 48 Stunden pro Woche im Durchschnitt, mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen Arbeitstagen, 30-45 Minuten Pause je nach Arbeitszeit. Der Betriebsrat hat ein Mitbestimmungsrecht bei der Arbeitszeitgestaltung.

Fazit

Arbeitszeitmodelle sind ein zentraler Hebel für Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität. Ob Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder 4-Tage-Woche – die Wahl des richtigen Modells hängt von Branche, Unternehmenskultur und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ab. Der Trend geht klar zu mehr Flexibilität: Wer seinen Mitarbeitenden Gestaltungsspielraum bei der Arbeitszeit bietet, stärkt nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit im Recruiting.

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Quellen

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Arbeitszeitmodelle – Definition, Übersicht & Praxis-Tipps

Arbeitszeitmodelle sind Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen, die festlegen, wann und wie lange gearbeitet wird. Die gängigsten Modelle sind Vollzeit, Teilzeit, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Schichtarbeit und Jobsharing. Flexible Arbeitszeitmodelle gewinnen an Bedeutung, da sie die Work-Life-Balance verbessern und Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver machen.

Definition: Was sind Arbeitszeitmodelle?

Ein Arbeitszeitmodell beschreibt die Rahmenbedingungen, unter denen die Arbeitszeit von Mitarbeitenden organisiert ist. Es legt fest, wie viele Stunden pro Tag, Woche oder Jahr gearbeitet wird, zu welchen Zeiten und an welchen Orten dies geschieht.

Die Vereinbarungen zu Arbeitszeitmodellen finden sich im Arbeitsvertrag, in Tarifverträgen oder in Betriebsvereinbarungen. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt dabei den gesetzlichen Rahmen. In Unternehmen mit Betriebsrat hat dieser nach §87 Betriebsverfassungsgesetz ein Mitbestimmungsrecht bei der Arbeitszeitgestaltung.

Die Bandbreite reicht von starren Modellen mit festen Arbeitszeiten bis hin zu flexiblen Arrangements wie Homeoffice, Gleitzeit oder der 4-Tage-Woche. Diese Vielfalt ermöglicht es, sowohl betriebliche Anforderungen als auch persönliche Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu berücksichtigen.

Überblick: Welche Arbeitszeitmodelle gibt es?

Vollzeit und Teilzeit

Das klassische Vollzeitmodell umfasst in der Regel 35 bis 40 Wochenstunden, verteilt auf fünf Arbeitstage. Bei der Teilzeit arbeiten Beschäftigte weniger Stunden als bei einer Vollzeitstelle. Die Verteilung kann auf weniger Tage, kürzere Tagesarbeitszeiten oder eine Kombination aus beidem erfolgen.

Die Brückenteilzeit ermöglicht es Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeit für einen festgelegten Zeitraum zu reduzieren und anschließend zur ursprünglichen Vollzeitstelle zurückzukehren.

Gleitzeit

Bei der Gleitzeit können Beschäftigte innerhalb eines festgelegten Zeitkorridors flexibel beginnen und Feierabend machen. Eine Kernarbeitszeit – etwa von 9:30 bis 15:30 Uhr – sorgt für gemeinsame Präsenzzeiten im Team. Plus- und Minusstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto dokumentiert und müssen innerhalb eines definierten Zeitraums ausgeglichen werden.

Vertrauensarbeitszeit

Bei der Vertrauensarbeitszeit entfällt die formale Kontrolle der Arbeitszeit. Der Fokus liegt auf der Zielerreichung und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden. Sie bestimmen selbst, wann sie arbeiten. Wichtig: Auch bei Vertrauensarbeitszeit gilt die tarifliche Wochenarbeitszeit, und seit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts 2022 sind Arbeitgeber:innen zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet.

Schichtarbeit

Bei der Schichtarbeit arbeiten Mitarbeitende in wechselnden, zeitlich festgelegten Blöcken – etwa in Früh-, Spät- und Nachtschichten. Unterschieden werden das Zweischichtsystem, das Dreischichtsystem und das vollkontinuierliche Schichtsystem, das auch Wochenenden einschließt. Dieses Modell findet sich vor allem in der Produktion, im Gesundheitswesen und bei Dienstleistungen mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb.

Jobsharing

Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehr Personen eine Vollzeitstelle. Die Aufteilung der Arbeitszeit regeln die Beteiligten eigenverantwortlich. Dieses Modell funktioniert auch bei Führungspositionen, erfordert aber präzise Absprachen und eine gute Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Arbeitszeitkonto und Jahresarbeitszeit

Ein Arbeitszeitkonto dokumentiert Abweichungen von der Soll-Arbeitszeit. Bei Kurzzeitkonten erfolgt der Ausgleich innerhalb von Wochen oder Monaten. Langzeitkonten – auch Lebensarbeitszeitkonten genannt – ermöglichen das Ansparen von Zeitguthaben für ein Sabbatical, Pflegezeiten oder den früheren Ruhestand.

Bei der Jahresarbeitszeit wird die Arbeitszeit flexibel über ein Jahr verteilt. In Zeiten hoher Auslastung arbeiten Beschäftigte mehr, in ruhigeren Phasen entsprechend weniger. Das Gehalt bleibt konstant.

Funktionszeit

Die Funktionszeit ist eine Variante der Gleitzeit ohne feste Kernarbeitszeit. Stattdessen werden Funktionszeiten vereinbart, in denen bestimmte Betriebsbereiche besetzt sein müssen. Das Team organisiert sich eigenverantwortlich, wer wann arbeitet.

4-Tage-Woche

Bei der 4-Tage-Woche wird die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilt. Es gibt zwei Varianten: Bei der komprimierten 4-Tage-Woche werden 40 Stunden auf vier Tage verteilt (10 Stunden pro Tag). Bei der verkürzten 4-Tage-Woche reduziert sich die Gesamtarbeitszeit, etwa auf 32 Stunden.

Flexible Arbeitszeitmodelle: Vor- und Nachteile

Flexible Arbeitszeitmodelle bieten sowohl für Mitarbeitende als auch für Unternehmen erhebliche Vorteile. Laut einer Stepstone-Studie von 2025 würden 73% der Beschäftigten an manchen Tagen länger arbeiten, um an anderen kürzer treten zu können. Über 70% wünschen sich laut Statista eine 4-Tage-Woche.

Vorteile für Mitarbeitende: Bessere Work-Life-Balance, höhere Zufriedenheit, weniger Stress, mehr Autonomie bei der Tagesgestaltung.

Vorteile für Unternehmen: Höhere Produktivität, bessere Mitarbeiterbindung, gesteigerte Attraktivität im Recruiting, Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle.

Mögliche Nachteile: Herausforderungen bei der Koordination im Team, unklare Erreichbarkeit, Gefahr der Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben. Bei Vertrauensarbeitszeit besteht zudem das Risiko, dass Mitarbeitende mehr arbeiten als vertraglich vereinbart.

Rechtlicher Rahmen: Was erlaubt das Arbeitszeitgesetz?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt klare Grenzen für alle Arbeitszeitmodelle. Laut §3 ArbZG beträgt die maximale tägliche Arbeitszeit grundsätzlich 8 Stunden. Sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden pro Werktag nicht überschritten werden.

Die wöchentliche Arbeitszeit darf 48 Stunden nicht überschreiten. Zwischen zwei Arbeitstagen muss laut §5 ArbZG eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden sind gemäß §4 ArbZG mindestens 30 Minuten Pause vorgeschrieben, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten.

Aktuell diskutiert die Bundesregierung eine Flexibilisierung: Statt der täglichen Höchstarbeitszeit könnte eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden treten. Dies würde längere Arbeitstage bei der 4-Tage-Woche erleichtern.

Trends 2025/2026: Die 4-Tage-Woche und Flexibilisierung

Die Debatte um flexible Arbeitszeitmodelle hat in den letzten Jahren an Fahrt gewonnen. Besonders die 4-Tage-Woche steht im Fokus. Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung von 2025 setzen jedoch nur etwa 4% der Unternehmen die 4-Tage-Woche tatsächlich um. In Stellenanzeigen wird sie in etwa einer von 1.000 Ausschreibungen angeboten.

„Flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit, Vier-Tage-Woche oder Teilzeit in Kombination mit Homeoffice werden als besonders attraktiv wahrgenommen", erklärt Ufuk Altun vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Der Trend geht hin zu mehr Wahlfreiheit: Mitarbeitende wollen nicht unbedingt weniger arbeiten, sondern flexibler entscheiden, wann sie arbeiten. Unternehmen, die diese Flexibilität bieten, stärken ihr Employer Branding und positionieren sich im Wettbewerb um Fachkräfte.

Praxistipps: Welches Modell passt zu deinem Unternehmen?

Die Wahl des richtigen Arbeitszeitmodells hängt von mehreren Faktoren ab:

Branche und Tätigkeitsprofil: In der Produktion oder im Kundenservice mit festen Öffnungszeiten sind Schichtmodelle oder Funktionszeiten oft sinnvoller als vollständig flexible Modelle. Für wissensbasierte Tätigkeiten eignen sich Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit besser.

Unternehmensgröße: Kleinere Teams können Absprachen oft informell treffen. In größeren Organisationen braucht es klare Regelungen und Betriebsvereinbarungen.

Unternehmenskultur: Vertrauensarbeitszeit funktioniert nur in einer Kultur, die auf Eigenverantwortung und offene Kommunikation setzt. Prüfe, ob der Cultural Fit zum angedachten Modell passt.

Mitarbeiterwünsche: Befrage dein Team, welche Modelle gewünscht sind. Die Akzeptanz steigt, wenn Mitarbeitende in die Entscheidung einbezogen werden.

Häufige Fragen zu Arbeitszeitmodellen

Welche Arbeitszeitmodelle gibt es?

Die gängigsten Arbeitszeitmodelle sind Vollzeit und Teilzeit, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Schichtarbeit, Jobsharing, Arbeitszeitkonten, Jahresarbeitszeit, Funktionszeit und die 4-Tage-Woche. Die Wahl hängt von Branche, Unternehmenskultur und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ab.

Was ist Gleitzeit und wie funktioniert sie?

Bei Gleitzeit gibt es eine Kernarbeitszeit mit Anwesenheitspflicht, etwa von 9:30 bis 15:30 Uhr. Davor und danach liegt eine Gleitzeitphase, in der Mitarbeitende flexibel beginnen und enden können. Die vereinbarte Wochenarbeitszeit muss insgesamt erreicht werden, Plus- und Minusstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto dokumentiert.

Was ist der Unterschied zwischen Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit?

Bei der Gleitzeit gibt es flexible Start- und Endzeiten, aber eine Kernarbeitszeit und eine Zeiterfassung. Bei der Vertrauensarbeitszeit entfällt die formale Zeitkontrolle – der Fokus liegt auf der Zielerreichung. Mitarbeitende bestimmen ihre Zeit vollständig eigenverantwortlich. Wichtig: Die Arbeitszeiterfassungspflicht seit 2022 gilt auch bei Vertrauensarbeitszeit.

Ist die 4-Tage-Woche in Deutschland erlaubt?

Ja, die 4-Tage-Woche ist grundsätzlich erlaubt. Bei der komprimierten Variante werden 40 Stunden auf 4 Tage verteilt (10 Stunden pro Tag) – das Arbeitszeitgesetz erlaubt bis zu 10 Stunden täglich bei Ausgleich innerhalb von 6 Monaten. Bei der verkürzten Variante reduziert sich die Gesamtarbeitszeit. Aktuell setzen nur etwa 4% der Unternehmen die 4-Tage-Woche um.

Was ist ein Arbeitszeitkonto?

Ein Arbeitszeitkonto dokumentiert Abweichungen von der Soll-Arbeitszeit. Plus-Stunden durch Mehrarbeit können später als Freizeit genommen werden, Minus-Stunden müssen nachgearbeitet werden. Bei Kurzzeitkonten erfolgt der Ausgleich innerhalb von Wochen oder Monaten, bei Langzeitkonten kann Zeitguthaben für ein Sabbatical oder den früheren Ruhestand angespart werden.

Wie funktioniert Jobsharing?

Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehr Personen eine Vollzeitstelle. Die Aufteilung der Arbeitszeit regeln die Beteiligten selbst. Das Modell funktioniert auch bei Führungspositionen, erfordert aber präzise Absprachen. Es ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und bietet Unternehmen den Vorteil mehrerer Perspektiven.

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Für Mitarbeitende bedeuten flexible Modelle eine bessere Work-Life-Balance, höhere Zufriedenheit und weniger Stress. Für Unternehmen resultieren daraus höhere Produktivität, bessere Mitarbeiterbindung und mehr Attraktivität im Recruiting. 73% der Beschäftigten würden an manchen Tagen länger arbeiten, um an anderen kürzer zu arbeiten.

Welche gesetzlichen Grenzen gelten für Arbeitszeitmodelle?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt den Rahmen: Grundsätzlich maximal 8 Stunden pro Tag (erweiterbar auf 10 bei Ausgleich), maximal 48 Stunden pro Woche im Durchschnitt, mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen Arbeitstagen, 30-45 Minuten Pause je nach Arbeitszeit. Der Betriebsrat hat ein Mitbestimmungsrecht bei der Arbeitszeitgestaltung.

Fazit

Arbeitszeitmodelle sind ein zentraler Hebel für Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität. Ob Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder 4-Tage-Woche – die Wahl des richtigen Modells hängt von Branche, Unternehmenskultur und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ab. Der Trend geht klar zu mehr Flexibilität: Wer seinen Mitarbeitenden Gestaltungsspielraum bei der Arbeitszeit bietet, stärkt nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit im Recruiting.

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Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
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