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Agile Führung: Definition, Prinzipien & Methoden für HR

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Agile Führung: Definition, Prinzipien & Methoden für HR

Agile Führung: Wie HR-Verantwortliche Teams in unsicheren Zeiten stärken

In einer Welt, die von ständigen Veränderungen geprägt ist – sei es durch digitale Transformation, Hybrid Work oder die Einführung von KI – stoßen traditionelle, hierarchische Führungsmodelle zunehmend an ihre Grenzen. Unternehmen suchen nach neuen Wegen, um flexibel, reaktionsschnell und innovativ zu bleiben. Genau hier kommt agile Führung ins Spiel.

Doch was verbirgt sich wirklich hinter diesem Begriff, der so oft verwendet wird? Geht es nur darum, Scrum oder Kanban einzuführen, oder steckt mehr dahinter? Dieser Artikel beleuchtet, warum agile Führung weit über Methoden hinausgeht, welche Prinzipien sie prägen und wie HR-Verantwortliche durch eine objektive, wissenschaftlich fundierte Herangehensweise einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen können.

Was ist agile Führung? Definition und Abgrenzung

Agile Führung ist ein Führungsstil, der es Teams ermöglicht, in einem dynamischen und komplexen Umfeld erfolgreich zu sein. Im Gegensatz zur klassischen, planbasierten Führung, die auf Kontrolle, Hierarchie und Stabilität abzielt, konzentriert sich agile Führung auf die folgenden Kernmerkmale:

  • Dezentralisierung von Entscheidungen: Verantwortung wird an die Teams delegiert.
  • Fokussierung auf Menschen und Interaktion: Das Wohlbefinden und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter:innen stehen im Vordergrund.
  • Anpassungsfähigkeit: Führungskräfte reagieren flexibel auf Veränderungen statt strikt an Plänen festzuhalten.

Iteratives Arbeiten: Ergebnisse werden in kurzen Zyklen geliefert, um kontinuierliches Feedback zu ermöglichen.

Agile Führung versteht sich dabei nicht als starres Regelwerk, sondern als eine Haltung. Sie ist der „Why“ hinter den agilen Methoden und liefert den kulturellen Rahmen, in dem agile Praktiken (wie Scrum oder Kanban) überhaupt erst funktionieren können.

Klassische vs. Agile Führung: Ein Paradigmenwechsel

Die Unterschiede zwischen diesen beiden Führungsstilen sind fundamental und spiegeln sich in der täglichen Arbeit wider:

Merkmal Klassische Führung Agile Führung
Rolle der Führungskraft Manager:in, Kontrolleur:in, Entscheider:in Coach, Mentor:in, Enabler:in
Entscheidungsfindung Top-down, hierarchisch Dezentral, im Team, kontextabhängig
Planung Langfristig, detailliert, unflexibel Iterativ, kurzfristig, adaptiv
Kultur Kontrolle, Stabilität, Einhaltung von Regeln Vertrauen, Autonomie, Eigenverantwortung

Dieser Wandel erfordert von Führungskräften eine neue Denkweise und neue Kompetenzen. Der Weg vom Kontrolleur zum Coach ist anspruchsvoll und verlangt oft eine Neuausrichtung des eigenen Verhaltens.

Die 9 wichtigsten Prinzipien agiler Führung

Agile Führung basiert auf festen Prinzipien, die das Fundament für eine erfolgreiche Umsetzung legen. Sie leiten Führungskräfte an, sich von starren Hierarchien zu lösen und eine Kultur der Anpassung und des Lernens zu fördern.

  1. Vertrauen & Psychologische Sicherheit: Das Fundament agiler Teams. Nur in einem Umfeld, in dem Mitarbeiter:innen sich trauen, Risiken einzugehen, Fehler zu machen und ihre Meinungen zu teilen, entsteht echte Innovation.
  2. Transparenz: Informationen sind frei zugänglich, Entscheidungen nachvollziehbar. Das schafft Klarheit und ermöglicht es den Teams, eigenständig zu handeln.
  3. Empowerment & Autonomie: Gib Teams die Freiheit und die Verantwortung, selbstbestimmt zu arbeiten. Führungskräfte setzen den Rahmen und geben die Ziele vor – den Weg dorthin definieren die Teams selbst.
  4. Feedback & Retrospektive: Kontinuierliches, regelmäßiges Feedback ist essenziell. Retrospektiven sind feste Rituale, um die Zusammenarbeit und Prozesse zu reflektieren und zu verbessern.
  5. Fokus auf den Mehrwert (Value): Statt starre Pläne abzuarbeiten, liegt der Fokus darauf, was für den Kunden oder das Unternehmen den größten Nutzen bringt.
  6. Lernen & Experimentieren: Fehler werden als Chance zum Lernen verstanden. Die agile Führung ermutigt zum Experimentieren und zur ständigen Weiterentwicklung.
  7. Servant Leadership: Die Führungskraft dient dem Team, indem sie Hindernisse beseitigt, Ressourcen bereitstellt und das Team bei der Zielerreichung unterstützt.
  8. Ko-Kreativität: Probleme werden nicht von der Führungskraft allein gelöst, sondern gemeinsam mit dem Team. Die besten Lösungen entstehen im Dialog.
  9. Leadership ist situativ: Ein agiler Führungsstil bedeutet nicht, dass jeder immer das Gleiche macht. Je nach Situation und Reifegrad des Teams muss die Führungskraft ihren Stil anpassen. Das situative Führen wird in diesem Kontext neu interpretiert.

Diese Prinzipien sind nicht nur theoretische Konzepte, sondern lassen sich in konkrete Verhaltensweisen und Methoden übersetzen.

Methoden und Instrumente für die Praxis

Agile Führung wird erst durch die praktische Anwendung von Methoden und Ritualen greifbar. Sie helfen Führungskräften, die Prinzipien in den Alltag zu integrieren.

  • Tägliche Stand-ups (Daily Scrum): Kurze, tägliche Meetings, um den Fortschritt zu synchronisieren, Hindernisse zu identifizieren und die Transparenz zu erhöhen.
  • Retrospektiven: Regelmäßige Team-Meetings, um die Zusammenarbeit zu reflektieren, zu lernen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.
  • 1:1-Gespräche: Dienen nicht der Kontrolle, sondern als Coaching- und Support-Gespräche, um individuelle Entwicklung und Wohlbefinden zu fördern.
  • Delegation Board / Delegation Poker: Ein spielerischer Weg, um gemeinsam mit dem Team den Grad der Delegation für bestimmte Entscheidungen oder Aufgaben festzulegen. Das schafft Klarheit und Vertrauen.
  • Entscheidungsrahmen (z. B. RACI-Matrix, RAPID): Strukturierte Methoden zur Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten bei Entscheidungen, um Blockaden zu vermeiden.

Die Wahl der richtigen Methode hängt dabei stark vom jeweiligen Team, dessen Reifegrad und den Zielen ab.

Die Herausforderungen agiler Führung und die Rolle von HR

Die Einführung agiler Führungskonzepte ist oft mit großen Herausforderungen verbunden. HR-Verantwortliche spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie nicht nur bei der Implementierung unterstützen, sondern auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen müssen.

Typische Probleme und sogenannte „Anti-Patterns“ sind:

  • Der Cargo-Cult-Ansatz: Methoden werden übernommen, ohne die dahinterliegenden Prinzipien zu verstehen (z. B. Daily Stand-ups ohne echten Austausch).
  • Mikromanagement: Führungskräfte geben Verantwortung ab, greifen aber bei jeder Kleinigkeit wieder ein. Das untergräbt das Vertrauen und die Autonomie des Teams.
  • Mangelndes Skill-Set: Vielen Führungskräften fehlt das psychologische Wissen und die Soft Skills, um als Coach und Enabler zu agieren.
  • Unklare Ziele und Strukturen: Wenn das übergeordnete Ziel fehlt, kann auch ein empowerdtes Team keine sinnvollen Entscheidungen treffen.

Die größte Lücke, die hierbei häufig entsteht, ist die der Objektivität. Wie kann HR sicherstellen, dass Führungskräfte die notwendigen Kompetenzen für diesen Wandel besitzen? Und wie kann man den Erfolg von agiler Führung messbar machen, ohne in die alte Kontrollfalle zu tappen?

Die Rolle der Eignungsdiagnostik: Agile Führungskompetenzen erkennen und entwickeln

Eine der größten Herausforderungen für HR-Manager:innen und Unternehmen ist es, zu identifizieren, wer das Potenzial für agile Führung hat. Wie lassen sich die notwendigen Kompetenzen wie Selbstorganisation, Kommunikationsstärke, Empathie und Konfliktfähigkeit objektiv messen?

Hier kommt die wissenschaftlich fundierte Eignungsdiagnostik ins Spiel. Traditionelle Methoden wie das persönliche Interview oder Zeugnisse sind oft durch kognitive Verzerrungen (Bias) beeinflusst, was die Objektivität erheblich einschränkt. Eine digitale Plattform mit wissenschaftlich fundierten Assessments kann hier eine faire, effiziente und valide Alternative bieten.

Wie Aivy die Suche nach agilen Führungskräften unterstützt

Die digitale Plattform von Aivy nutzt Game-Based Assessments und wissenschaftlich fundierte Fragebögen, um die relevanten Kompetenzen für agile Führung objektiv zu messen. Dabei werden beispielsweise folgende Fähigkeiten diagnostiziert:

  • Agiles Mindset: Die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, und eine offene Haltung gegenüber Veränderungen.
  • Entscheidungsfreude: Die Bereitschaft, auch in komplexen Situationen Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.
  • Vertrauensbereitschaft: Die Fähigkeit, Kontrolle abzugeben und Verantwortung zu delegieren.
  • Kommunikationsstärke: Die Kompetenz, Feedback klar zu formulieren und effektiv zu coachen.

Dabei können auch bestehende Führungskräfte mit einem Testprofil ihr individuelles Stärken- und Entwicklungspotenzial im Hinblick auf agile Führung ermitteln. Dieses dient dann als Grundlage für maßgeschneiderte Trainings oder Coachings. Gleichzeitig lässt sich anhand der datenbasierten Profile objektiv feststellen, welche Mitarbeiter:innen aus dem eigenen Unternehmen das Potenzial haben, agile Führungsrollen zu übernehmen. Somit fördert HR auch die interne Mobilität.

Praxisbeispiel: 

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie persona service die Lösung von Aivy für Teamleiter-Positionen in verschiedenen Standorten nutzten, um das eigene Recruiting zu objektivieren. Durch den Einsatz einer digitalen Plattform konnte das Unternehmen nicht nur seine Auswahlprozesse beschleunigen, sondern auch eine objektivere Grundlage für die Entscheidungsfindung schaffen – eine entscheidende Voraussetzung für die Identifizierung agiler Talente.\

Fazit: Die Zukunft der Führung ist agil – und wissenschaftlich fundiert

Agile Führung ist weit mehr als ein kurzlebiger Trend. Es ist eine notwendige evolutionäre Antwort auf eine immer komplexer werdende Arbeitswelt. Doch ohne die richtige Haltung und die passenden Kompetenzen bleibt die Einführung agiler Methoden oft wirkungslos. HR-Manager:innen stehen vor der Aufgabe, diesen Wandel aktiv zu gestalten und zu begleiten.

Die Lösung liegt in der Verbindung von agilen Prinzipien mit einer objektiven, wissenschaftlich fundierten Eignungsdiagnostik. Eine digitale Plattform, wie die von Aivy, kann dabei helfen, die erforderlichen Kompetenzen bei Kandidat:innen und Mitarbeiter:innen zu erkennen und zu fördern. Damit wird nicht nur das Recruiting effizienter, sondern auch die Entwicklung der Führungsriege strategisch und datengetrieben. So wird aus einem rein kulturellen Wandel ein messbarer, nachhaltiger Erfolg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Was ist der Unterschied zwischen agilem Führen und agilen Methoden? Agile Methoden (z. B. Scrum, Kanban) sind das „Was“ – die konkreten Vorgehensweisen und Rituale. Agile Führung ist das „Wie“ – die dahinterliegende Haltung und die Prinzipien, die diese Methoden erst wirksam machen.
  2. Kann jeder agile Führung lernen? Jeder kann die Prinzipien verstehen und anwenden. Die dafür notwendigen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale variieren jedoch. Eine Potenzialanalyse hilft dabei, individuelle Stärken und Entwicklungsfelder zu identifizieren.
  3. Wie misst man den Erfolg agiler Führung? Der Erfolg agiler Führung wird nicht nur an Kennzahlen wie Produktivität gemessen. Wichtige Indikatoren sind auch die psychologische Sicherheit, Mitarbeiter:innen-Engagement, die Teamzufriedenheit und die Fähigkeit, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren.
  4. Eignet sich agile Führung auch für große Unternehmen oder nur für Start-ups? Agile Führung ist für Unternehmen jeder Größe relevant. Skalierungs-Frameworks wie SAFe (Scaled Agile Framework) oder LeSS (Large-Scale Scrum) zeigen, wie agile Prinzipien auch in großen Organisationen umgesetzt werden können.
  5. Was ist Servant Leadership? Servant Leadership ist ein Führungsstil, bei dem die Führungskraft primär dem Wohl des Teams dient. Sie versteht ihre Aufgabe als die, Hindernisse für das Team zu beseitigen, sie zu unterstützen und ihnen zum Erfolg zu verhelfen, anstatt Macht auszuüben.
  6. Wie kann die HR-Abteilung die Einführung agiler Führung unterstützen? HR kann unterstützen, indem sie das richtige Mindset fördert, die Führungskräfte in den entsprechenden Kompetenzen schult, die Unternehmenskultur anpasst und objektive Diagnostik-Tools für Auswahl und Entwicklung bereitstellt.
  7. Wie lange dauert es, agile Führung zu implementieren? Die Implementierung agiler Führung ist ein fortlaufender Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Er beginnt mit kleinen Schritten und entwickelt sich iterativ weiter.

Quellen:

  • Canavesi, A., & Minelli, E. (2021). Servant Leadership and Employee Engagement: A Qualitative Study in a Large Italian Consulting Firm. Employee Responsibilities and Rights Journal, 34(4), 413–435. https://doi.org/10.1007/s10672-021-09389-9
  • Edmondson, A. (1999). Psychological safety and learning behavior in work teams. Administrative Science Quarterly, 44(2), 350–383. https://doi.org/10.2307/2666999
  • Grimm, J., & Tokarski, K. O. (2022). Führen in agilen Organisationsstrukturen: Führungsansätze, Instrumente und die Rolle der Mitarbeitenden in agiler Führung als Ausprägung von Resilienz. In J. Schellinger, K. O. Tokarski, & I. Kissling-Näf (Eds.), Resilienz durch Organisationsentwicklung (pp. 177–195). Springer Gabler. https://doi.org/10.1007/978-3-658-36022-1_10
  • Hu, J., Erdogan, B., & Bauer, T. N. (2025). When leaders heed the lessons of mistakes: Linking leaders’ recall of learning from mistakes to expressed humility. Personnel Psychology. Advance online publication. https://doi.org/10.1111/peps.12570
  • Luo, J., Liu, Y., Guo, Y., & Song, L. J. (2022). Humble leadership and its outcomes: A meta‐analysis. Human Resource Management Review, 32(5), 100880. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.980322
  • Porkodi, S. (2024). The effectiveness of agile leadership in practice: A comprehensive meta-analytic review of the impact of agile leadership on organizational outcomes. Journal of Entrepreneurship, Management and Innovation, 20(2), 117–138. https://doi.org/10.7341/20242026
  • Schmidt, F. L., & Hunter, J. E. (1998). The Validity and Utility of Selection Methods in Personnel Psychology: Practical and Theoretical Implications of 85 Years of Research Findings. Psychological Bulletin, 124(2), 262–274. https://doi.org/10.1037/0033-2909.124.2.262
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Agile Führung: Wie HR-Verantwortliche Teams in unsicheren Zeiten stärken

In einer Welt, die von ständigen Veränderungen geprägt ist – sei es durch digitale Transformation, Hybrid Work oder die Einführung von KI – stoßen traditionelle, hierarchische Führungsmodelle zunehmend an ihre Grenzen. Unternehmen suchen nach neuen Wegen, um flexibel, reaktionsschnell und innovativ zu bleiben. Genau hier kommt agile Führung ins Spiel.

Doch was verbirgt sich wirklich hinter diesem Begriff, der so oft verwendet wird? Geht es nur darum, Scrum oder Kanban einzuführen, oder steckt mehr dahinter? Dieser Artikel beleuchtet, warum agile Führung weit über Methoden hinausgeht, welche Prinzipien sie prägen und wie HR-Verantwortliche durch eine objektive, wissenschaftlich fundierte Herangehensweise einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen können.

Was ist agile Führung? Definition und Abgrenzung

Agile Führung ist ein Führungsstil, der es Teams ermöglicht, in einem dynamischen und komplexen Umfeld erfolgreich zu sein. Im Gegensatz zur klassischen, planbasierten Führung, die auf Kontrolle, Hierarchie und Stabilität abzielt, konzentriert sich agile Führung auf die folgenden Kernmerkmale:

  • Dezentralisierung von Entscheidungen: Verantwortung wird an die Teams delegiert.
  • Fokussierung auf Menschen und Interaktion: Das Wohlbefinden und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter:innen stehen im Vordergrund.
  • Anpassungsfähigkeit: Führungskräfte reagieren flexibel auf Veränderungen statt strikt an Plänen festzuhalten.

Iteratives Arbeiten: Ergebnisse werden in kurzen Zyklen geliefert, um kontinuierliches Feedback zu ermöglichen.

Agile Führung versteht sich dabei nicht als starres Regelwerk, sondern als eine Haltung. Sie ist der „Why“ hinter den agilen Methoden und liefert den kulturellen Rahmen, in dem agile Praktiken (wie Scrum oder Kanban) überhaupt erst funktionieren können.

Klassische vs. Agile Führung: Ein Paradigmenwechsel

Die Unterschiede zwischen diesen beiden Führungsstilen sind fundamental und spiegeln sich in der täglichen Arbeit wider:

Merkmal Klassische Führung Agile Führung
Rolle der Führungskraft Manager:in, Kontrolleur:in, Entscheider:in Coach, Mentor:in, Enabler:in
Entscheidungsfindung Top-down, hierarchisch Dezentral, im Team, kontextabhängig
Planung Langfristig, detailliert, unflexibel Iterativ, kurzfristig, adaptiv
Kultur Kontrolle, Stabilität, Einhaltung von Regeln Vertrauen, Autonomie, Eigenverantwortung

Dieser Wandel erfordert von Führungskräften eine neue Denkweise und neue Kompetenzen. Der Weg vom Kontrolleur zum Coach ist anspruchsvoll und verlangt oft eine Neuausrichtung des eigenen Verhaltens.

Die 9 wichtigsten Prinzipien agiler Führung

Agile Führung basiert auf festen Prinzipien, die das Fundament für eine erfolgreiche Umsetzung legen. Sie leiten Führungskräfte an, sich von starren Hierarchien zu lösen und eine Kultur der Anpassung und des Lernens zu fördern.

  1. Vertrauen & Psychologische Sicherheit: Das Fundament agiler Teams. Nur in einem Umfeld, in dem Mitarbeiter:innen sich trauen, Risiken einzugehen, Fehler zu machen und ihre Meinungen zu teilen, entsteht echte Innovation.
  2. Transparenz: Informationen sind frei zugänglich, Entscheidungen nachvollziehbar. Das schafft Klarheit und ermöglicht es den Teams, eigenständig zu handeln.
  3. Empowerment & Autonomie: Gib Teams die Freiheit und die Verantwortung, selbstbestimmt zu arbeiten. Führungskräfte setzen den Rahmen und geben die Ziele vor – den Weg dorthin definieren die Teams selbst.
  4. Feedback & Retrospektive: Kontinuierliches, regelmäßiges Feedback ist essenziell. Retrospektiven sind feste Rituale, um die Zusammenarbeit und Prozesse zu reflektieren und zu verbessern.
  5. Fokus auf den Mehrwert (Value): Statt starre Pläne abzuarbeiten, liegt der Fokus darauf, was für den Kunden oder das Unternehmen den größten Nutzen bringt.
  6. Lernen & Experimentieren: Fehler werden als Chance zum Lernen verstanden. Die agile Führung ermutigt zum Experimentieren und zur ständigen Weiterentwicklung.
  7. Servant Leadership: Die Führungskraft dient dem Team, indem sie Hindernisse beseitigt, Ressourcen bereitstellt und das Team bei der Zielerreichung unterstützt.
  8. Ko-Kreativität: Probleme werden nicht von der Führungskraft allein gelöst, sondern gemeinsam mit dem Team. Die besten Lösungen entstehen im Dialog.
  9. Leadership ist situativ: Ein agiler Führungsstil bedeutet nicht, dass jeder immer das Gleiche macht. Je nach Situation und Reifegrad des Teams muss die Führungskraft ihren Stil anpassen. Das situative Führen wird in diesem Kontext neu interpretiert.

Diese Prinzipien sind nicht nur theoretische Konzepte, sondern lassen sich in konkrete Verhaltensweisen und Methoden übersetzen.

Methoden und Instrumente für die Praxis

Agile Führung wird erst durch die praktische Anwendung von Methoden und Ritualen greifbar. Sie helfen Führungskräften, die Prinzipien in den Alltag zu integrieren.

  • Tägliche Stand-ups (Daily Scrum): Kurze, tägliche Meetings, um den Fortschritt zu synchronisieren, Hindernisse zu identifizieren und die Transparenz zu erhöhen.
  • Retrospektiven: Regelmäßige Team-Meetings, um die Zusammenarbeit zu reflektieren, zu lernen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.
  • 1:1-Gespräche: Dienen nicht der Kontrolle, sondern als Coaching- und Support-Gespräche, um individuelle Entwicklung und Wohlbefinden zu fördern.
  • Delegation Board / Delegation Poker: Ein spielerischer Weg, um gemeinsam mit dem Team den Grad der Delegation für bestimmte Entscheidungen oder Aufgaben festzulegen. Das schafft Klarheit und Vertrauen.
  • Entscheidungsrahmen (z. B. RACI-Matrix, RAPID): Strukturierte Methoden zur Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten bei Entscheidungen, um Blockaden zu vermeiden.

Die Wahl der richtigen Methode hängt dabei stark vom jeweiligen Team, dessen Reifegrad und den Zielen ab.

Die Herausforderungen agiler Führung und die Rolle von HR

Die Einführung agiler Führungskonzepte ist oft mit großen Herausforderungen verbunden. HR-Verantwortliche spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie nicht nur bei der Implementierung unterstützen, sondern auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen müssen.

Typische Probleme und sogenannte „Anti-Patterns“ sind:

  • Der Cargo-Cult-Ansatz: Methoden werden übernommen, ohne die dahinterliegenden Prinzipien zu verstehen (z. B. Daily Stand-ups ohne echten Austausch).
  • Mikromanagement: Führungskräfte geben Verantwortung ab, greifen aber bei jeder Kleinigkeit wieder ein. Das untergräbt das Vertrauen und die Autonomie des Teams.
  • Mangelndes Skill-Set: Vielen Führungskräften fehlt das psychologische Wissen und die Soft Skills, um als Coach und Enabler zu agieren.
  • Unklare Ziele und Strukturen: Wenn das übergeordnete Ziel fehlt, kann auch ein empowerdtes Team keine sinnvollen Entscheidungen treffen.

Die größte Lücke, die hierbei häufig entsteht, ist die der Objektivität. Wie kann HR sicherstellen, dass Führungskräfte die notwendigen Kompetenzen für diesen Wandel besitzen? Und wie kann man den Erfolg von agiler Führung messbar machen, ohne in die alte Kontrollfalle zu tappen?

Die Rolle der Eignungsdiagnostik: Agile Führungskompetenzen erkennen und entwickeln

Eine der größten Herausforderungen für HR-Manager:innen und Unternehmen ist es, zu identifizieren, wer das Potenzial für agile Führung hat. Wie lassen sich die notwendigen Kompetenzen wie Selbstorganisation, Kommunikationsstärke, Empathie und Konfliktfähigkeit objektiv messen?

Hier kommt die wissenschaftlich fundierte Eignungsdiagnostik ins Spiel. Traditionelle Methoden wie das persönliche Interview oder Zeugnisse sind oft durch kognitive Verzerrungen (Bias) beeinflusst, was die Objektivität erheblich einschränkt. Eine digitale Plattform mit wissenschaftlich fundierten Assessments kann hier eine faire, effiziente und valide Alternative bieten.

Wie Aivy die Suche nach agilen Führungskräften unterstützt

Die digitale Plattform von Aivy nutzt Game-Based Assessments und wissenschaftlich fundierte Fragebögen, um die relevanten Kompetenzen für agile Führung objektiv zu messen. Dabei werden beispielsweise folgende Fähigkeiten diagnostiziert:

  • Agiles Mindset: Die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, und eine offene Haltung gegenüber Veränderungen.
  • Entscheidungsfreude: Die Bereitschaft, auch in komplexen Situationen Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.
  • Vertrauensbereitschaft: Die Fähigkeit, Kontrolle abzugeben und Verantwortung zu delegieren.
  • Kommunikationsstärke: Die Kompetenz, Feedback klar zu formulieren und effektiv zu coachen.

Dabei können auch bestehende Führungskräfte mit einem Testprofil ihr individuelles Stärken- und Entwicklungspotenzial im Hinblick auf agile Führung ermitteln. Dieses dient dann als Grundlage für maßgeschneiderte Trainings oder Coachings. Gleichzeitig lässt sich anhand der datenbasierten Profile objektiv feststellen, welche Mitarbeiter:innen aus dem eigenen Unternehmen das Potenzial haben, agile Führungsrollen zu übernehmen. Somit fördert HR auch die interne Mobilität.

Praxisbeispiel: 

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie persona service die Lösung von Aivy für Teamleiter-Positionen in verschiedenen Standorten nutzten, um das eigene Recruiting zu objektivieren. Durch den Einsatz einer digitalen Plattform konnte das Unternehmen nicht nur seine Auswahlprozesse beschleunigen, sondern auch eine objektivere Grundlage für die Entscheidungsfindung schaffen – eine entscheidende Voraussetzung für die Identifizierung agiler Talente.\

Fazit: Die Zukunft der Führung ist agil – und wissenschaftlich fundiert

Agile Führung ist weit mehr als ein kurzlebiger Trend. Es ist eine notwendige evolutionäre Antwort auf eine immer komplexer werdende Arbeitswelt. Doch ohne die richtige Haltung und die passenden Kompetenzen bleibt die Einführung agiler Methoden oft wirkungslos. HR-Manager:innen stehen vor der Aufgabe, diesen Wandel aktiv zu gestalten und zu begleiten.

Die Lösung liegt in der Verbindung von agilen Prinzipien mit einer objektiven, wissenschaftlich fundierten Eignungsdiagnostik. Eine digitale Plattform, wie die von Aivy, kann dabei helfen, die erforderlichen Kompetenzen bei Kandidat:innen und Mitarbeiter:innen zu erkennen und zu fördern. Damit wird nicht nur das Recruiting effizienter, sondern auch die Entwicklung der Führungsriege strategisch und datengetrieben. So wird aus einem rein kulturellen Wandel ein messbarer, nachhaltiger Erfolg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Was ist der Unterschied zwischen agilem Führen und agilen Methoden? Agile Methoden (z. B. Scrum, Kanban) sind das „Was“ – die konkreten Vorgehensweisen und Rituale. Agile Führung ist das „Wie“ – die dahinterliegende Haltung und die Prinzipien, die diese Methoden erst wirksam machen.
  2. Kann jeder agile Führung lernen? Jeder kann die Prinzipien verstehen und anwenden. Die dafür notwendigen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale variieren jedoch. Eine Potenzialanalyse hilft dabei, individuelle Stärken und Entwicklungsfelder zu identifizieren.
  3. Wie misst man den Erfolg agiler Führung? Der Erfolg agiler Führung wird nicht nur an Kennzahlen wie Produktivität gemessen. Wichtige Indikatoren sind auch die psychologische Sicherheit, Mitarbeiter:innen-Engagement, die Teamzufriedenheit und die Fähigkeit, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren.
  4. Eignet sich agile Führung auch für große Unternehmen oder nur für Start-ups? Agile Führung ist für Unternehmen jeder Größe relevant. Skalierungs-Frameworks wie SAFe (Scaled Agile Framework) oder LeSS (Large-Scale Scrum) zeigen, wie agile Prinzipien auch in großen Organisationen umgesetzt werden können.
  5. Was ist Servant Leadership? Servant Leadership ist ein Führungsstil, bei dem die Führungskraft primär dem Wohl des Teams dient. Sie versteht ihre Aufgabe als die, Hindernisse für das Team zu beseitigen, sie zu unterstützen und ihnen zum Erfolg zu verhelfen, anstatt Macht auszuüben.
  6. Wie kann die HR-Abteilung die Einführung agiler Führung unterstützen? HR kann unterstützen, indem sie das richtige Mindset fördert, die Führungskräfte in den entsprechenden Kompetenzen schult, die Unternehmenskultur anpasst und objektive Diagnostik-Tools für Auswahl und Entwicklung bereitstellt.
  7. Wie lange dauert es, agile Führung zu implementieren? Die Implementierung agiler Führung ist ein fortlaufender Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Er beginnt mit kleinen Schritten und entwickelt sich iterativ weiter.

Quellen:

  • Canavesi, A., & Minelli, E. (2021). Servant Leadership and Employee Engagement: A Qualitative Study in a Large Italian Consulting Firm. Employee Responsibilities and Rights Journal, 34(4), 413–435. https://doi.org/10.1007/s10672-021-09389-9
  • Edmondson, A. (1999). Psychological safety and learning behavior in work teams. Administrative Science Quarterly, 44(2), 350–383. https://doi.org/10.2307/2666999
  • Grimm, J., & Tokarski, K. O. (2022). Führen in agilen Organisationsstrukturen: Führungsansätze, Instrumente und die Rolle der Mitarbeitenden in agiler Führung als Ausprägung von Resilienz. In J. Schellinger, K. O. Tokarski, & I. Kissling-Näf (Eds.), Resilienz durch Organisationsentwicklung (pp. 177–195). Springer Gabler. https://doi.org/10.1007/978-3-658-36022-1_10
  • Hu, J., Erdogan, B., & Bauer, T. N. (2025). When leaders heed the lessons of mistakes: Linking leaders’ recall of learning from mistakes to expressed humility. Personnel Psychology. Advance online publication. https://doi.org/10.1111/peps.12570
  • Luo, J., Liu, Y., Guo, Y., & Song, L. J. (2022). Humble leadership and its outcomes: A meta‐analysis. Human Resource Management Review, 32(5), 100880. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.980322
  • Porkodi, S. (2024). The effectiveness of agile leadership in practice: A comprehensive meta-analytic review of the impact of agile leadership on organizational outcomes. Journal of Entrepreneurship, Management and Innovation, 20(2), 117–138. https://doi.org/10.7341/20242026
  • Schmidt, F. L., & Hunter, J. E. (1998). The Validity and Utility of Selection Methods in Personnel Psychology: Practical and Theoretical Implications of 85 Years of Research Findings. Psychological Bulletin, 124(2), 262–274. https://doi.org/10.1037/0033-2909.124.2.262

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Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
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„Durch die sehr hohe Rücklaufquote überzeugen und binden wir unsere Azubis früh im Bewerbungsprozess.“

Tamara Molitor
Ausbildungsleiterin bei Würth
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„Das Stärkenprofil spiegelt 1:1 unsere Erfahrung im persönlichen Gespräch.“

Wolfgang Böhm
Ausbildungsleiter bei DIEHL
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„Durch objektive Kriterien fördern wir Chancengleichheit und Diversität im Recruiting.“

Marie-Jo Goldmann
Head of HR bei nucao
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Aivy ist das beste, was mir im deutschen Diagnostik Start-up Bereich bislang über den Weg gelaufen ist.“

Carl-Christoph Fellinger
Strategic Talent Acquisition bei Beiersdorf
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„Auswahlverfahren, die Spaß machen.“

Anna Miels
Manager Learning & Development bei apoproject
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„Bewerbende finden heraus, für welche Stelle sie die passenden Kompetenzen mitbringen.“

Jürgen Muthig
Leiter Berufsausbildung bei Fresenius
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„Versteckten Potenziale kennenlernen und Bewerber:innen gezielt aufbauen.“

Christian Schütz
HR Manager bei KU64
Christian Schuetz

Spart Zeit und macht viel Spaß bei der täglichen Arbeit.“

Matthias Kühne
Director People & Culture bei MCI Deutschland
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Ansprechende Candidate Experience durch Kommunikation auf Augenhöhe.“

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Head of HR bei Horn & Bauer
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„Sehr solide, wissenschaftlich fundiert, auch aus Kandidatensicht innovativ und in Summe einfach toll durchdacht.“

Dr. Kevin-Lim Jungbauer
Recruiting and HR Diagnostics Expert bei Beiersdorf
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