Vertrauensbereitschaft

Vertrauen spielt eine große Rolle in Unternehmen. Vorteile einer vertrauensvollen Umgebung im Unternehmen sind beispielsweise:

  • mehr Kooperation (Deutsch, 1962)
  • besserer sozialer Austausch (Blau, 1964)
  • und letztendlich höhere Jobleistung (Colquitt et al., 2007)


Doch wie erreicht man Vertrauen?

Laut Mayer et al. (1995) wirken darauf zwei Faktoren:

  • die eigene Vertrauensbereitschaft und
  • die Vertrauenswürdigkeit der anderen Person.


Je besser man die andere Person kennt und einschätzen kann, desto mehr Einfluss hat die Vertrauenswürdigkeit dieser auf unser Urteil. Indem man anderen vertraut, geht man immer ein gewisses Risiko ein. Ob sich dies lohnt, macht man an den Fähigkeiten der anderen Person und deren Charakter fest.

Doch im Job ist man oft mit fremden Personen konfrontiert, über die man wenig bis gar keine Informationen hat. Wenn man Fähigkeiten und Charakter der anderen Person nicht einschätzen kann, spielt die individuelle Vertrauensbereitschaft eine große Rolle (McKnight et al., 1998). Diese kann definiert werden als Tendenz, anderen zu vertrauen (Mayer et al., 1995) und unterscheidet sich von Person zu Person.


Je nach Arbeitsfeld kann eine hohe Vertrauensbereitschaft sich gut oder schlecht auf die Arbeitsleistung auswirken.

Ist man beispielsweise mit häufig wechselnden Teams konfrontiert, ist eine Person mit hoher Vertrauensbereitschaft vorzuziehen, aufgrund der oben genannten Vorteile von Vertrauen in Teamarbeit.

In manchen Jobs ist ein Misstrauen gegenüber Fremden jedoch auch von Vorteil. Als Mitarbeiter in der Security oder Compliance-Abteilung würde man eher Personen mit geringer Vertrauensbereitschaft wählen.

Arbeitet man immer mit denselben Personen verliert die Vertrauensbereitschaft der Mitarbeitenden an Relevanz, da dort die Vertrauenswürdigkeit der anderen eher für Urteile herangezogen wird.

Wie wird Vertrauensbereitschaft gemessen?

Sie wollen die Vertrauensbereitschaft Ihrer Bewerber:innen erfassen und herausfinden, ob diese zu Ihnen passen? Aivy unterstützt Sie gern dabei!

Unser Minispiel „Kooperation“ bietet Nutzer:innen die Möglichkeit, in kurzer Zeit herauszufinden, ob sie eher zu Vertrauen oder Misstrauen gegenüber Fremden tendieren.

Das ganze entspricht den Testgütekriterien der klassischen Testtheorie und bietet somit eine fundierte und zugleich auch spielerische Unterstützung bei der Selbstreflektion! 

Eine weitere Auswahl an Konstrukten, die wir für Sie erheben können, finden Sie hier:

Alle Testverfahren von Aivy®
Quellen
  • Bardi, A., & Schwartz, S. H. (2003). Values and behavior: Strength and structure of relations. Personality and social psychology bulletin, 29(10), 1207-1220.
  • Bentham, J. (1781). An introduction to the principles of morals and legislation. McMaster University Archive for the History of Economic Thought.
  • Blau, P. (1964). Power and exchange in social life.
  • Colquitt, J. A., Scott, B. A., & LePine, J. A. (2007). Trust, trustworthiness, and trust propensity: A meta-analytic test of their unique relationships with risk taking and job performance. Journal of applied psychology, 92(4), 909.
  • Deutsch, M. (1962). Cooperation and trust: Some theoretical notes.
  • Frankena, W. K. (1973). Ethics. Englewood Cliffs, N.J: Prentice-Hall.
  • Geertz, C. (1973). The interpretation of cultures (Vol. 5019). Basic books.
  • Mayer, R. C., Davis, J. H., & Schoorman, F. D. (1995). An integrative model of organizational trust. Academy of management review, 20(3), 709-734.
  • McKnight, D. H., Cummings, L. L., & Chervany, N. L. (1998). Initial trust formation in new organizational relationships. Academy of Management review, 23(3), 473-490.
  • O'Reilly III, C. A., Chatman, J., & Caldwell, D. F. (1991). People and organizational culture: A profile comparison approach to assessing person-organization fit. Academy of management journal, 34(3), 487-516.
  • Parsons, T. (1991). The social system. Psychology Press.
  • Rokeach, M. (1973). The nature of human values. Free press.
  • Thomson, J. J. (1976). Killing, letting die, and the trolley problem. The Monist, 59(2), 204-217.
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